Ringelröteln bei Kindern und Erwachsenen

Kind mit Ringelröteln © istockphoto, GOLFX (Symbolfoto)

Bei Ringelröteln (Erythema infectiosum) handelt es sich um eine Viruserkrankung, die in erster Linie bei Kindern auftritt. Sie ist hochansteckend und wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Typisches Symptom ist ein roter Hautausschlag, der in erster Linie im Gesicht, aber auch an den Armen, den Beinen und am Rumpf auftreten kann. Ringelröteln nehmen in der Regel einen harmlosen Verlauf und heilen nach einigen Wochen von selbst wieder aus. Bei Erwachsenen, insbesondere bei schwangeren Frauen, sind aber auch Komplikationen möglich.

Ringelröteln – Was ist das?

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 hervorgerufen und sind auf der ganzen Welt verbreitet. Genauso wie Masern, Mumps, Windpocken und Röteln gehören sie zu den typischen Kinderkrankheiten. Ringelröteln werden oft mit normalen Röteln verwechselt, tatsächlich handelt es sich bei ihnen jedoch um eine eigenständige Infektionskrankheit.

Ringelröteln sind ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt per Tröpfcheninfektion – also beispielsweise beim Husten oder Niesen.  Wie lange es nach der Ansteckung dauert, bis die ersten Symptome auftreten (Inkubationszeit), ist unterschiedlich: Meist liegt der Zeitraum zwischen vier Tagen und zwei Wochen. Der Infizierte ist bereits während der Inkubationszeit ansteckend, sobald die ersten Symptome auftreten, ist die Ansteckungsgefahr nur noch gering.

Wer einmal an Ringelröteln erkrankt ist, ist danach für den Rest seines Lebens gegen die Krankheit immun. Da die hervorgerufenen Symptome meist nur sehr schwach ausfallen, wissen viele Betroffene allerdings gar nicht, dass sie erkrankt sind. Man schätzt, dass in Deutschland etwa die Hälfte der Bevölkerung gegen Ringelröteln immun ist. 

Roter Hautauschlag als typisches Symptom

Bei Ringelröteln machen sich zunächst häufig Symptome bemerkbar, die denen einer Erkältung ähneln: So kann es zu Abgeschlagenheit, Fieber sowie zu Gliederschmerzen kommen. Das charakteristischste Symptom, ein roter Hautausschlag, tritt nur bei etwa jedem fünften Erkrankten auf.

Typischerweise bildet sich der Hautausschlag vor allem im Gesicht aus: Auf der rechten und linken Wange entstehen große rote Flecken. Das Kinn, die Lippen und die Nase bleiben dagegen meist von dem Hautausschlag verschont. Neben dem Gesicht kann der Ausschlag auch an den Armen, den Beinen sowie am Rumpf auftreten. Häufig haben die Flecken hier ein typisches ringförmiges Muster: Sie weisen einen roten Rand und eine hellere Innenfläche auf.

Wie stark der Hautausschlag ausfällt und ob er mit Juckreiz einhergeht oder nicht, ist unterschiedlich. Gleiches gilt für die Dauer der Hautrötungen: Meist klingen die Symptome bereits nach einigen Tagen wieder ab, teilweise können sie aber auch mehrere Wochen anhalten. Oft ist die Haut durch den Ausschlag schuppig und bedarf einer besonders intensiven Pflege.

Ringelröteln bei Erwachsenen

Ringelröteln gelten als harmlose Kinderkrankheit, die meist ohne Folgen wieder abklingt. Auch für Erwachsenen sind Ringelröteln in der Regel nicht gefährlich. Mit zunehmendem Alter können allerdings heftigere Symptome auftreten. So kann es bei Erwachsenen zu Schwellungen und Entzündungen der Hand- und Fingergelenke sowie der Knie und Fußknöchel kommen.

Bei Personen, die an einer Blutarmut oder einer Immunschwäche leiden – etwa Leukämie-Kranke sowie Personen mit einem transplantierten Organ – können Komplikationen auftreten. Denn ihnen bereitet der Mangel an roten Blutkörperchen, der durch das Ringelröteln-Virus ausgelöst werden kann, mehr Probleme als Gesunden.

Besonders gefährlich können Ringelröteln während der Schwangerschaft werden: In etwa 20 Prozent der Fälle gehen die Viren auf das ungeborene Kind über und dieses kann in der Folge eine Blutarmut entwickeln. Im schlimmsten Fall kann durch das Virus  eine Fehlgeburt ausgelöst werden.

Ringelröteln diagnostizieren

Ringelröteln werden bei Kindern und Erwachsenen meist nur bemerkt, wenn der typische rote Hautausschlag auftritt. Fehlt dieser, bleibt die Erkrankung in der Regel unentdeckt. Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind einen ungewöhnlichen Hautausschlag entdecken, kann ein Arzt meist bereits durch eine kurze Untersuchung feststellen, ob es sich um Ringelröteln handelt oder nicht.

Sicher diagnostiziert werden können Ringelröteln durch einen Bluttest: Bei einer Infektion bilden sich im Blut nämlich spezielle Antikörper, die etwa zehn Tage nach Beginn der Erkrankung im Blut nachweisbar sind. Bei Kindern ist ein solcher Bluttest in der Regel nicht nötig – meist wird er nur bei schwangeren Frauen durchgeführt, da die Viren für sie eine besondere Gefahr darstellen.

Ringelröteln behandeln

Wie bei den meisten Viruserkrankungen gibt es auch bei Ringelröteln keine Therapie gegen die Krankheitserreger an sich. Eine symptomatische Behandlung ist möglich, in vielen Fällen aufgrund des milden Krankheitsverlaufes aber nicht nötig.

Bei hohem Fieber können fiebersenkende Schmerzmittel hilfreich sein. Kindern sollten allerdings keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure verabreicht werden, da ansonsten das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auftreten kann. Tritt durch den Hautausschlag ein starker Juckreiz auf, können Sie die Beschwerden durch eine entsprechende Salbe aus der Apotheke, beispielsweise eine Zink-Lotion, lindern.

Im Gegensatz zu vielen anderen typischen Kinderkrankheiten gibt es gegen Ringelröteln bislang noch keine Impfung. Sie können der Erkrankung nur vorbeugen, indem Sie den Kontakt mit Infizierten meiden. Schwangere Frauen, die keine Antikörper gegen das Ringelröteln-Virus im Blut haben, sollten als Vorsichtsmaßnahme den Kontakt zu Kindern allgemein möglichst meiden.

Aktualisiert: 13.03.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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