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Windpocken: Impfung und Behandlung

Windpocken-Impfung

Seit 2004 ist in Deutschland eine Impfung gegen Windpocken verfügbar, die bei Säuglingen ab neun Monaten erfolgen kann. In der Regel wird die Windpocken-Impfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln durchgeführt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Kinder das erste Mal im Alter von 11-14 Monaten zu impfen. Die zweite Windpocken-Impfung erfolgt dann mit 15-23 Monaten. Auch später ist eine Impfung jederzeit möglich und wird besonders für Kinder und Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren empfohlen.

Trotz Impfung kein garantierter Schutz

Bei dem Impfstoff handelt es sich um abgeschwächte Varizella-Zoster-Viren, gegen die der Körper nach der Impfung Antikörper entwickelt. Etwa drei bis fünf Wochen nach der Impfung setzt der Schutz gegen die Windpocken ein. In Einzelfällen ist es jedoch möglich, dass die Windpocken trotz Impfung ausbrechen. Dann nimmt die Erkrankung in der Regel jedoch einen milderen Verlauf.

Generell sollte die Windpocken-Impfung nicht durchgeführt werden, wenn akute Erkrankungen mit Fieber vorliegen oder das Immunsystem aus anderen Gründen geschwächt ist. Auch während einer Schwangerschaft sollte besser keine Impfung erfolgen. Wenn Sie versehentlich während der Schwangerschaft gegen Windpocken geimpft wurden, sollten Sie jedoch nicht in Panik verfallen: Bislang sind keine Fälle bekannt, in denen es durch die Impfung zu Schäden am ungeborenen Kind kam.

Windpocken: Behandlung

Bei Windpocken werden üblicherweise nicht die Viren selbst, sondern nur die Symptome, die sie auslösen, behandelt. Der Juckreiz kann durch das Auflegen von feuchten, kühlen Kompressen gelindert werden. Auch mit Kamillentee getränkte Kompressen wirken dem Juckreiz entgegen. Ebenso kann das Auftragen von Lotionen und Cremes, die Zink enthalten, hilfreich sein. Salben sollten dagegen eher nicht verwendet werden, da durch den luftdichten Abschluss ein idealer Nährboden für Bakterien entsteht. Ein besonders starker Juckreiz kann durch die Einnahme von Antihistaminika abgemildert werden.

Bei Fieber sollte auf Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen zurückgegriffen werden. Mittel mit Acetylsalicylsäure sollten aufgrund der Nebenwirkungen bei Kindern keinesfalls verwendet werden. Patienten, die ein schwaches Immunsystem haben, kann zusätzlich ein Virostatikum wie Aciclovir verabreicht werden, das die Vermehrung der Viren hemmt.

Windpocken und Gürtelrose

Wer einmal die Windpocken durchgemacht hat, ist gegen die Erkrankung in der Regel immun. Doch die Viren bleiben auch nach dem Abheilen der letzten Hautflecken weiterhin im Körper zurück: Sie ziehen sich in die Spinal- oder Hirnnervenganglien zurück und können zu einem späteren Zeitpunkt – meist im Erwachsenenalter– eine Gürtelrose auslösen.

Rund 20 Prozent der Personen, die das Varizella-Zoster-Virus im Körper tragen, erkranken im weiteren Verlauf ihres Lebens an Gürtelrose. Denn durch Stress oder ein geschwächtes Immunsystem können die Viren reaktiviert werden. Wer an Gürtelrose erkrankt ist, kann andere Personen mit Windpocken, nicht aber mit Gürtelrose anstecken. Deswegen sollten erkrankte Personen insbesondere den Kontakt zu Schwangeren meiden.

Aktualisiert: 26.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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