Bänderdehnung (Bänderzerrung)

Frau mit Bänderdehnung umfasst Bein © istockphoto, warrengoldswain

Bänderdehnungen sind, genau wie Bänderrisse, typische Sportverletzungen: Sie treten besonders häufig in Sportarten wie Fußball oder Skifahren, aber auch beim Joggen auf. Betroffen sind meist die Bänder im oberen Sprunggelenk oder im Knie. Zu den typischen Symptomen einer Bänderdehnung gehören eine leichte Schwellung des Gelenkes sowie Schmerzen beim Bewegen und Belasten. Wird das betroffene Gelenk nach der Verletzung ausgiebig geschont, beträgt bei einer Bänderdehnung die Dauer des Heilungsprozess in der Regel nicht mehr als zwei Wochen.

Ursachen einer Bänderdehnung

Kommt es durch eine extreme Bewegung in einem Gelenk zu einer starken Belastung der Bänder sowie einem Überschreiten des normalen Bewegungsausmaßes, kann dies eine Bänderdehnung zur Folge haben. Stark belastet werden die Bänder beispielsweise beim Verdrehen des Knies oder beim Umknicken des Fußes. Auch eine äußere Gewalteinwirkung wie ein Schlag oder ein Tritt können die Ursache einer Bänderdehnung darstellen.

Sowohl im Sport als auch im Alltag können Bänderverletzungen auftreten – manchmal reicht schon ein falsches Aufsetzen des Fußes oder ein Ausrutschen auf nassem Boden aus, um eine Bänderdehnung zu verursachen.

Bänderdehnungen treten besonders häufig im oberen Sprunggelenk – also am Knöchel – auf. Sie kommen aber auch im Kniegelenk, im Ellbogengelenk, im Handgelenk und im Schultergelenk vor. Zu den Sportarten, in denen die meisten Bänderverletzungen auftreten, gehören Joggen, Fußball, Tennis, Squash und Skifahren.

Eine Bänderdehnung stellt die leichteste Form der Bänderverletzung dar – sie wird auch als Bandverletzung ersten Grades bezeichnet. Bei noch extremeren Belastungen kann es zu einem Bänderanriss oder einem Bänderriss kommen. Eine Bänderdehnung ist somit als Vorstufe dieser beiden Bänderverletzungen anzusehen.

Bänderdehnung: Symptome

Typische Symptome einer Bänderdehnung sind Schmerzen beim Bewegen sowie beim Belasten des betroffenen Gelenkes. Im Vergleich zu einem Bänderriss sind die Schmerzen bei einer Bänderdehnung jedoch deutlich schwächer ausgeprägt. Trotzdem ist eine sie für einen Laien nicht immer zweifelsfrei von einem Bänderriss zu unterscheiden.

Auch die auftretende Schwellung ist bei dieser Art der Verletzung geringer ausgeprägt als bei einem Bänderriss. Dies ist dadurch zu erklären, dass es bei einer Bänderdehnung lediglich zu einer Überdehnung der Bänder, nicht aber zu einer Schädigung des Gewebes kommt. Deswegen gehören auch Hämatome, die durch Einblutungen ins Gewebe entstehen, nicht zu den typischen Symptomen einer Bänderverletzung.

Neben den Schmerzen und der Schwellung kommt es bei einer Bänderdehnung außerdem zu Funktions- sowie Krafteinbußen in dem betroffenen Gelenk. Stehen und Gehen sind in der Regel möglich, da das Gelenk im Gegensatz zu einem Bänderriss weiterhin stabil bleibt. Voll belastbar ist das Gelenk allerdings nicht.

Einer Bänderdehnung vorbeugen

Sicher verhindern lässt sich eine Verletzung wie eine Bänderdehnung nie, denn sowohl beim Sport als auch im Alltag kann durch eine plötzliche, extreme Bewegung eine Bänderverletzung auftreten. Durch gezieltes Training kann das Risiko für eine Bänderdehnung jedoch gesenkt werden.

Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, ist es zunächst wichtig, die Muskulatur, die das jeweilige Gelenk umgibt, zu kräftigen. Dadurch wird das Gelenk zusätzlich stabilisiert und die Bänder werden entlastet. Daneben ist es jedoch auch empfehlenswert, das Gleichgewicht und die Koordination zu schulen. Durch ein gezieltes Koordinationstraining kann eine Verbesserung des Zusammenspiels der Muskulatur sowie der Laufbewegung erreicht werden.

Um die Muskulatur im Fußgelenk zu trainieren, sind das Hüpfen auf einem Minitrampolin oder der Einbeinstand auf einem Therapiekreisel zu empfehlen. Daneben wird die Muskulatur im Sprunggelenk auch durch die folgende Übung gekräftigt: Stellen Sie sich mit dem Vorderfuß auf die Kante einer Treppenstufe, senken Sie die Fersen so weit wie möglich ab und drücken Sie sich anschließend wieder nach oben.

Funktion der Bänder

Die Bänder in Knie-, Fuß- oder Handgelenk verlaufen an der Außenseite des jeweiligen Gelenks und sind für dessen Stabilität verantwortlich. Daneben sind sie auch für die Bewegungsausführung des Gelenks von Bedeutung. Während bei einer Bänderdehnung die Stabilität des betroffenen Gelenks weitestgehend erhalten bleibt, ist bei einem Bänderriss ein deutlicher Verlust der Gelenkstabilität zu beobachten. Bei beiden Verletzungsarten kommt es außerdem zu einer eingeschränkten Funktionstüchtigkeit des Gelenks.

Bänder bestehen aus Bindegewebszellen und werden durch kleine Blutgefäße, die sich zwischen Knochen und Bändern befinden, versorgt. Die Bänder im Gelenk sind im Normalfall wellenförmig angeordnet. Durch eine extreme Bewegung des Gelenks und eine starke Dehnung der Bänder wird diese Anordnung jedoch zerstört. Damit sich die Bänder wieder in ihre natürliche Position begeben können, benötigt das Gelenk nach einer Bänderverletzung viel Ruhe.

Aktualisiert: 06.12.2013 – Autor: Kathrin Mehner

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