Krebsvorsorge per Früherkennung

Frau bei Krebsvorsorge © istockphoto, Wavebreakmedia

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher bösartiger Tumoren. Den meisten gemeinsam ist, dass die Heilungschancen umso größer sind, je früher der Krebs erkannt wird. Darüber hinaus kann jeder sein individuelles Krebsrisiko vermindern, indem er schädliche Faktoren, die von außen auf den Körper einwirken, verringert. Außerdem ist es wichtig, den eigenen Körper zu beobachten und Warnzeichen ernst zu nehmen.

Risikofaktoren je Krebsart

Das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab. Bestimmte Krebsformen sind genetisch festgelegt und werden vererbt, andere entwickeln sich häufig im Rahmen bestimmter Erkrankungen. Heute weiß man aber auch, dass ein Großteil durch äußere Einflüsse mitbedingt sind – Schätzungen gehen davon aus, dass bis über ein Viertel aller Krebserkrankungen vermieden werden könnten, würden die schädlichen Umweltbedingungen ausgeschaltet. Die häufigsten Risikofaktoren mit Beispielen für bestimmte Krebsarten sind:

  • Rauchen (v. a. Lungenkrebs)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum (v. a. Krebs der Leber, der Speiseröhre, des Mund- und Rachenraums)
  • Ungesunde Ernährung, Übergewicht (z. B. Darmkrebs)
  • Zu starke Sonneneinstrahlung ohne Schutz (v. a. Hautkrebs)
  • Ungenügende Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz (z. B. mit Chemikalien oder Strahlen; z. B. Blasen- oder Nierenkrebs, Lungenkrebs)
  • Längere Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Blutkrebs, Leberkrebs)
  • Bestimmte Viruserkrankungen (z. B. Virushepatitis mit Gefahr des Leberkrebses, Aids mit Gefahr von Lymphomen)

Früherkennung von Krebs

Je früher bösartige Veränderungen erkannt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gut behandelt oder sogar geheilt werden können. Deshalb werden vom Gesetzgeber ärztliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, die der Früherkennung häufiger Krebserkrankungen dienen. Da sie aber nur einen Teil möglicher Krebsformen abdecken, nur für bestimmte Altersgruppen und nur in gewissen Zeitabständen angeboten werden, ist es wichtig, dass jeder einzelne seinen Körper mit allen Regionen genau und regelmäßig beobachtet. Auch geringe Veränderungen oder länger bestehende, leichte Beschwerden sollten ernst genommen und einem Arzt präsentiert werden.

Spätestens wenn eines der folgenden Warnsignale auftritt, darf der Arztbesuch nicht länger hinausgezögert werden:

  • Schmerzhafte oder nicht schmerzhafte, sicht- oder tastbare Knoten, Verhärtungen oder Schwellungen insbesondere an Hals, Brust und Hoden, aber auch an allen anderen Körperregionen, vergrößerte Lymphknoten am Hals oder in der Leiste
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • Unerklärliche Schmerzen
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Leistungsabfall über einen längeren Zeitraum
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  • Fieber, Schweißausbrüche (besonders nachts)
  • Anhaltender Husten(reiz), länger bestehende Heiserkeit
  • Schluckstörungen
  • Beschwerden beim Wasserlassen oder bei der Ejakulation
  • Blutungen aus Mund, Nase, Darm, Harnröhre oder Brust
  • Veränderungen oder Probleme beim Stuhlgang, lang anhaltende Verdauungsprobleme wie Bauchschmerzen, Erbrechen, Aufstoßen, Sodbrennen, Völle- oder Ekelgefühl
  • Hautveränderungen, anhaltender Juckreiz, schlecht heilende Wunden
  • Neu aufgetretene, länger anhaltende Kopfschmerzen oder neue, plötzliche Sehstörungen
  • Lähmungen, Krampfanfälle, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen

Aktualisiert: 22.04.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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