Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)
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Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) ist eine bösartige Erkrankung der Haut, von der auch in Deutschland viele Menschen betroffen sind. Sichtbares Symptom der Krebserkrankung ist ein Pigmentmal (umgangssprachlich auch als "Muttermal" oder "Leberfleck" bezeichnet), das von anderen Pigmentmalen des Körpers abweicht. Dieses kann sogar zu Metastasen, also einer Tumorabsiedlung, in inneren Organen führen. Wie man den schwarzen Hautkrebs in seinem Frühstadium erkennen kann, welche vermeidbare Risikofaktoren zu seiner Entstehung führen, wie gefährlich er wirklich ist und wie die Behandlung erfolgt, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist schwarzer Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs wird auch als malignes Melanom oder vereinfacht als Melanom bezeichnet. Maligne bedeutet im medizinischen Sprachgebrauch bösartig. Das maligne Melanom geht von den Pigmentzellen der Haut, den Melanozyten, aus – daher hat es seinen Namen.

Davon abzugrenzen ist der weiße Hautkrebs, der sich wiederum in das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom unterteilen lässt. Nähere Informationen zum weißen Hautkrebs finden Sie hier.

Neben dem malignen Melanom gibt es auch benigne, also gutartige Hauttumoren. Diese gutartige Veränderung der Pigmentzellen sind auch als Nävus bekannt und umfassen neben Muttermalen oder Leberflecken beispielsweise auch Altersflecken oder Feuermale.

Wie häufig ist schwarzer Hautkrebs in Deutschland?

Circa zwei Prozent der deutschen Bevölkerung erkranken in ihrem Leben an schwarzem Hautkrebs. Das bedeutet, dass von 50 Personen durchschnittlich eine Person im Verlauf ihres Lebens betroffen sein wird. Am häufigsten treten Hautkrebserkrankungen dabei in der Altersgruppe zwischen 75 und 79 Jahren auf, grundsätzlich kann das Melanom jedoch auch in jüngerem Alter entstehen.

Welche Risikofaktoren führen zum schwarzen Hautkrebs?

Verschiedene vermeidbare Risikofaktoren führen zu der Entstehung von schwarzem Hautkrebs:

  • Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des malignen Melanoms ist die starke Belastung mit UV-Strahlung (Ultraviolettstrahlung) durch Sonnenlicht. Das gilt insbesondere dann, wenn das Sonnenbaden zum Auftreten von Sonnenbränden führt.
  • Nicht nur das natürliche Sonnenlicht kann dabei zum schwarzen Hautkrebs führen, sondern auch der wiederholte Besuch im Sonnenstudio.
  • Sind bereits Kinder oder Jugendliche starkem UV-Licht ausgesetzt, dann erhöht sich ihr Risiko für Hautkrebs.
  • Das gilt nicht nur dann, wenn durch die Sonnenbelastung häufige Sonnenbrände entstehen, sondern auch, wenn die Sonne vermehrt zu Pigmentmalen führt. Denn auch eine große Zahl an solchen Malen auf der Haut erhöht das Risiko, an dem malignen Melanom zu erkranken. Insbesondere große Pigmentmale, die bereits seit der Geburt bestehen, können die Erkrankung begünstigen.
  • Wie bei den meisten Erkrankungen erhöht das Auftreten eines schwarzen Hautkrebses in der Familie oder in der eigenen Vergangenheit das Risiko, entweder erstmals oder erneut an Hautkrebs zu erkranken.
  • Auch der individuelle Hauttyp scheint ein Risikofaktor für die Entstehung des Hautkrebses zu sein. Vor allem Menschen mit einem hellen bis sehr hellen Hauttyp sind betroffen. Außerdem ist das Risiko bei Menschen mit blonden oder rötlichen Haaren sowie ausgeprägten Sommersprossen erhöht.

Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist vor allem dann hoch, wenn viele oder besonders "auffällige" Pigmentmale auf der Haut vorliegen. In zwei Drittel der Fälle tritt der schwarze Hautkrebs neu auf gesunder Haut auf, in einem Drittel der Fälle entwickelt er sich aus bereits bestehenden Malen. Wie man ein auffälliges Muttermal erkennt, wird im Folgenden erläutert.

Welche Symptome treten bei einem Melanom auf?

Es gibt verschiedene Formen von schwarzem Hautkrebs, die jeweils unterschiedlich aussehen können und an unterschiedlichen Körperstellen bevorzugt auftreten. In der Regel entsteht der Hautkrebs vor allem dort, wo der Körper dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Das wichtigste Anzeichen für alle Formen des Melanoms ist ein Pigmentmal, das von den anderen Leberflecken des Körpers abweicht. Der Hautkrebs geht dabei in der Regel nicht mit Schmerzen einher. Erst ein Fortschreiten der Erkrankung mit Einwachsen des Tumors in die Tiefe kann zu Schmerzen führen.

Im Folgenden werden die verschiedenen Formen des malignen Melanoms und ihre Symptome erläutert:

  • Am häufigsten tritt das superfiziell spreitende Melanom auf. Dieses macht circa 60 bis 70 Prozent der Fälle von schwarzem Hautkrebs aus. Es kann am ganzen Körper auftreten und unterschiedliche Farbtöne annehmen (schwarz oder braun, aber auch rötlich oder grau). Zunächst breitet es sich langsam flächig auf der Haut aus, weshalb eine Früherkennung des Krebses möglich ist, danach wächst es schneller in die Tiefe der Hautschichten ein.
  • Die zweithäufigste Form ist das noduläre Melanom, das circa 20 bis 30 Prozent der Fälle ausmacht. Nodulär bedeutet per Definition "knotig". Die Knoten können schwarz oder braunschwarz mit rötlichen Ausläufern sein. Außerdem kommt es oft zu Verkrustungen, die bluten können. Diese Form des Hautkrebses tritt bevorzugt am Rücken, an den Armen und Beinen sowie auf Kopf und Nacken auf.
  • Die dritte Form ist das Lentigo Maligna Melanom. Lentingo steht dabei für "linsenförmig". Diese Form macht circa zehn Prozent der Fälle aus und tritt vor allem am Kopf und dabei insbesondere im Gesichtsbereich auf. Symptom dieser Krebsform sind vor allem bräunliche oder schwarze, flache Flecken.
  • Die seltenste Form ist das akral lentiginöse Melanom. Akral bedeutet, dass es an den "Akren" auftritt, also an den Fingern und Füßen, dabei kann auch das Nagelbett des Finger- oder Zehennagels betroffen sein ("Nageltumor"). Diese Krebsform sieht ebenfalls meist braunschwarz aus, kann aber auch in gelb-rötlicher Farbe auftreten.

Wie erkennt man schwarzen Hautkrebs?

Das Melanom weicht oftmals in der Farbe oder Form von den anderen Pigmentmalen des Körpers ab. Vor allem die häufigste Form des schwarzen Hautkrebses kann man anhand von einer einfachen Faustregel selbst erkennen. Diese wird auch als "ABCDE-Regel" bezeichnet:

  • "A" steht für Asymmetrie. Würde man eine Linie durch das Mal ziehen, dann würden die beiden entstandenen Seiten nicht gleich aussehen, sondern voneinander abweichen.
  • "B" steht für Begrenzung. Das Muttermal hat keine regelmäßige, runde Begrenzung, sondern sieht beispielsweise aus wie ein Tintenfleck und hat Ausläufer in mehrere Richtungen.
  • "C" steht für "Color variation", also eine Farbveränderung. Wie der Name bereits erahnen lässt, ist der schwarze Hautkrebs oft dunkel bis schwarz. Er kann jedoch auch beispielsweise eine bläuliche oder rötliche Farbe annehmen. Seine Farbe unterscheidet sich von der Farbe der anderen Pigmentmale des Körpers. Dabei kann er auch mehrfarbig sein.
  • "D" steht für Durchmesser. Ein Durchmesser über fünf Millimetern gilt als verdächtig.
  • "E" steht für Erhabenheit. Pigmentmale befinden sich meist flach auf dem Hautniveau, der Hautkrebs kann sich über das Hautniveau erheben und dabei sogar knotig erhaben sein.

Die Bilder in dieser Fotostrecke zeigen Ihnen, wie schwarzer Hautkrebs aussieht und helfen dabei, Hautkrebs zu erkennen.

Wie erfolgt die Behandlung beim malignen Melanom?

Die übliche Behandlung eines malignen Melanoms ist die operative Entfernung des Tumors. Bei der Operation wird in der Regel zunächst das verdächtige Pigmentmal entfernt. Anschließend wird das entfernte Gewebe auf Krebszellen untersucht, um festzustellen, ob das Muttermal gutartig oder bösartig ist. Nach der Sicherung der Diagnose unter dem Mikroskop werden im nächsten Schritt circa ein bis zwei Zentimeter der Umgebung des Pigmentmals als Sicherheitsabstand nachträglich entfernt.

Bei einer Tumordicke von mehr als einem Millimeter wird zudem zusätzlich der sogenannte Wächterlymphknoten operativ entfernt. Denn ist der Tumor bereits größer, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) im Körper oder in den Lymphbahnen der betroffenen Person vorliegen. In so einem Fall kann, abgesehen von der operativen Entfernung, eine weitere Therapie, wie beispielsweise eine Chemotherapie, eine Immuntherapie oder eine Bestrahlung des betroffenen Areals, notwendig werden.

Prognose: Wie tödlich ist schwarzer Hautkrebs?

Durch die Krebsfrüherkennungsprogramme werden circa zwei von drei Melanomen in Deutschland in einem Anfangsstadium entdeckt, in dem der Tumor noch nicht tief in die Hautschichten eingedrungen ist, sondern erst maximal einen Millimeter dick ist.

Die Prognose bei einem Tumor mit einer Dicke von unter 0,8 Millimetern ist sehr gut, 99 Prozent der Patient*innen sind nach fünf Jahren noch am Leben. Die Lebenserwartung ist demnach kaum bis gar nicht beeinträchtigt. Die Prognose verschlechtert sich jedoch, wenn Betroffene sich bei der Diagnosestellung bereits in späteren Stadien befinden, in denen Lymphknoten oder Organe von dem Hautkrebs betroffen sind.

Insgesamt, also über alle Tumorstadien gerechnet, hat die Erkrankung eine Überlebensrate von 94 Prozent bei Frauen und 93 Prozent bei Männern – dies gilt für die folgenden zehn Jahre nach der Diagnosestellung. Damit hat die Tumorerkrankung eine sehr gute Prognose.

Ist ein Melanom heilbar?

Die Entfernung des Melanoms in einem Frühstadium führt in der Regel zur Heilung der Betroffenen von der Krebserkrankung. Da dies in zwei von drei Fällen möglich ist, sind die Heilungschancen gut.

Doch auch in diesem frühen Stadium ist eine Krebsnachsorge notwendig, um ein Rezidiv, also ein Wiederkehren der Krebserkrankung, frühzeitig zu erkennen. Die Nachsorge wird in ihrer Häufigkeit und ihrem Umfang (nur körperliche Untersuchung oder auch beispielsweise eine Lymphknotensonographie oder eine Blutentnahme) individuell, je nach Krebsstadium der betroffenen Person, festgelegt.

Was tun gegen schwarzen Hautkrebs?

Die besten Mittel gegen schwarzen Hautkrebs sind Früherkennung und Vorbeugung. Die bereits erläuterte ABCDE-Regel kann helfen, einen verdächtigten Leberfleck bereits sehr früh selbst zu erkennen. Eine noch zuverlässigere Früherkennung bietet jedoch die Hautuntersuchung bei einem*einer Arzt*Ärztin mit entsprechender Fortbildung. Diese besitzen oft nicht nur Hautärzt*innen (Dermatolog*innen), sondern auch Allgemeinmediziner*innen.

Die Kosten für das Früherkennungsprogramm werden für Patient*innen ab 35 Jahren alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen.

Vorbeugung: 5 Tipps gegen schwarzen Hautkrebs

Die folgenden fünf Tipps sollen einen Überblick darüber geben, was Sie tun können, um schwarzem Hautkrebs vorzubeugen:

  1. Vermeiden Sie die Mittagssonne, diese ist besonders gefährlich. Üben Sie daher sportliche Aktivitäten, wie Fahrradfahren oder das Volleyballspielen am Strand, lieber abends oder morgens aus. Gleiches gilt auch für das Sonnenbaden.
  2. Tragen Sie Sonnencreme auf und achten Sie dabei darauf, einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor zu wählen. Personen mit einem sehr hellen Hauttyp benötigen einen höheren Lichtschutzfaktor als Personen mit einem dunklen Teint.
  3. Cremen Sie sich nach dem Baden und in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt erneut ein. Denken Sie daran, dass durch das Nachcremen der Sonnenschutz zwar aufrechterhalten wird, weil die Sonnencreme ansonsten durch Schweiß oder Wasser abgespült wird. Die Gesamtdauer der Schutzwirkung wird dadurch jedoch nicht verlängert.
  4. Tragen Sie eine Kopfbedeckung, insbesondere dann, wenn Ihr Kopfhaar dünn ist. Auch auf der Kopfhaut kann Hautkrebs entstehen.
  5. Gewöhnen Sie sich im Urlaub oder am Anfang des Sommers lieber langsam an die Sonne. Achten Sie in den ersten Tagen besonders aufmerksam auf den Sonnenschutz und setzen Sie sich nicht zu lange der Sonnenstrahlung aus. Die Länge des Aufenthalts in der Sonne können Sie im Laufe des Sommers, beziehungsweise Ihres Urlaubs, langsam steigern.

Die genannten Tipps sollten Sie sich insbesondere dann zu Herzen nehmen, wenn einer oder mehrere der oben genannten Risikofaktoren auf Sie zutreffen. Sonnenlicht ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des schwarzen Hautkrebses. Glücklicherweise stellt die Sonnenbelastung gleichzeitig aber auch ein Risiko dar, vor dem man sich gezielt schützen kann.

Fazit: Wie gefährlich ist schwarzer Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs ist eine bösartige Krebserkrankung, welche auch zu Tumorabsiedlungen (Metastasen) in inneren Organen führen kann. In einem frühen Stadium zeigt die Behandlung meist gute Erfolge. Hat der Krebs jedoch bereits in die Lymphknoten oder Organe wie die Lunge, die Leber oder das Gehirn gestreut, sind die Heilungschancen oft gering.

Die frühe Erkennung des Hautkrebses mithilfe der ABCDE-Regel, die jeder Mensch an sich selbst durchführen kann, und besonders auch die regelmäßige Untersuchung durch eine*n hierfür qualifizierte*n Ärztin*Arzt kann dies jedoch verhindern. Zudem kann man durch gründlichen Sonnenschutz dazu beitragen, sein Risiko für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs zu reduzieren.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
C43.-

Aktualisiert: 12.05.2022
Autor*in: Silvana Schönit, Studentin der Humanmedizin

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