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Ernährung bei COPD

COPD-Patient bereitet Essen zu © rawpixel

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD, wird die Atmung durch eine Verengung der Bronchien beeinträchtigt. Mit Fortschreiten der umgangssprachlich auch als Raucherlunge bezeichneten Krankheit wird es zunehmend schwieriger, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Eine Ernährungsumstellung ist wichtiger Bestandteil der COPD-Behandlung und ermöglicht es Betroffenen, dem Verlauf dieser Lungenerkrankung aktiv entgegenzuwirken.

Ausgewogene Ernährung bei Raucherlunge

Für COPD-Patienten ist es besonders wichtig, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Dies dient nicht nur grundsätzlich der Gesundheit und stärkt die Abwehrkräfte. Eine COPD angemessene Ernährung senkt auch das Risiko für Infektionen der Atemwege und für allergische Reaktionen.

Welche Ernährung bei COPD geeignet ist, hängt von der Situation des jeweiligen Patienten ab.

COPD erhöht Energiebedarf

Um Nährstoffe aus der Nahrung zu verbrennen, braucht der Körper Sauerstoff. Die bei der Verbrennung freigesetzte Energie wird wiederum unter anderem für die Atemmuskulatur benötigt. Eine eingeschränkte Sauerstoffaufnahme beeinträchtigt also den Stoffwechsel – und umgekehrt.

Hinzu kommt, dass die erschwerte Atmung einen bis zu zehnmal höheren Energiebedarf bewirkt. COPD-Patienten müssen daher darauf achten, energiereich zu essen.

Denn wenn dem Körper Energie fehlt, baut er Muskeleiweiß ab – unter anderem reduziert sich dadurch die Muskulatur des Atemapparats und des Zwerchfells. So wird die Atemnot zusätzlich verstärkt und die allgemeine Belastbarkeit des COPD-Patienten wird weiter reduziert.

BMI bestimmt das Idealgewicht

Das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf einer COPD-Erkrankung. Im Idealfall sollte der BMI-Wert (Body Mass Index) zwischen 21 und 25 liegen. Denn Über- und Untergewicht können den Gesundheitszustand von COPD-Patienten stark beeinträchtigen.

So kann beispielsweise Übergewicht die Atemprobleme verschlimmern, da Lunge und Herz-Kreislauf-System einer größeren Belastung ausgesetzt sind. In der Folge können Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen entstehen.

Untergewicht bei COPD

Die meisten COPD-Patienten sind untergewichtig, was oft auf Appetitlosigkeit und den hohen Energiebedarf zurückzuführen ist. Dadurch sind sie anfälliger für Infekte und Muskelschwund.

Liefert die Nahrung nicht ausreichend Kalorien, Eiweiß, Spurenelemente und Vitamine, kommt es zudem zu Mangelerscheinungen, Gewichtsverlust und einem vermehrten Abbau essenzieller Aminosäuren. Da letztere der Energiegewinnung dienen, wird durch ihr Fehlen der Gewichtsverlust zusätzlich beschleunigt.

Ernährungsberatung für COPD-Patienten

Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs müssen Betroffene der Lungenerkrankung ihre Ernährung mengenmäßig und in Bezug auf die Nahrungsauswahl umstellen. Auch Übergewichtige können unter Mangelernährung leiden, wenn der Speiseplan nicht stimmt.

Eine Ernährungsberatung kann COPD-Patienten helfen, ihre Ess- und Trinkgewohnheiten auf ihren veränderten Bedarf umzustellen.

Ernährungstipps bei COPD

Bei COPD sollte die Nahrung vollwertig, fettarm sowie reich an Nährstoffen und Kohlenhydraten sein. Beachten Sie folgende Ernährungstipps:

  • Fettarmes Fleisch, Hülsenfrüchte und Milchprodukte sind eine gute Quelle für Eiweiß.
  • In Kartoffeln und Getreide stecken viele Kohlenhydrate.
  • Gute Kombinationen von Eiweiß und Kohlenhydraten sind Getreide oder Kartoffeln mit Milchprodukten.
  • Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine und Nährstoffe. Vermeiden Sie jedoch Bohnen, Kohl und saure Obstsorten, da diese Lebensmittel zu einer Gasbildung im Körper führen können.
  • Bei Untergewicht können die Mahlzeiten mit pflanzlichen Fetten und Nüssen angereichert werden.
  • Nitrit- oder salzhaltiges Essen kann die Atmung erschweren.
  • Kalzium senkt das Risiko einer Osteoporose, die häufig gemeinsam mit COPD auftritt.
  • Magnesium und Omega-3-Fettsäuren stärken das Immunsystem und helfen gegen Entzündungen im Körper.

Eine tägliche Nahrungsergänzung mit essenziellen Aminosäuren kann ratsam sein, sollte aber mit einem Arzt besprochen werden.

Das richtige Essverhalten

Nicht nur die Auswahl der Nahrung ist entscheidend. Auch das Essverhalten spielt bei COPD eine wichtige Rolle:

  • Husten Sie vor dem Essen den Schleim ab, um Atemnot während des Essens zu vermeiden.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und kauen Sie gründlich.
  • Viele kleine Mahlzeiten entlasten das Verdauungssystem und die Lunge.
  • Essen Sie besonders abends weniger und lassen Sie Ihrem Körper vor dem Schlafengehen genügend Zeit zum Verdauen.
  • Beobachten Sie die Reaktion Ihres Körpers auf bestimmte Lebensmittel und richten Sie Ihre Ernährung gegebenenfalls danach. Manche Lebensmittel bewirken eine vermehrte Gasbildung im Körper und erhöhen so den Druck auf Lunge und Zwerchfell.
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit – dies hilft beim Abhusten und befreit so die Atemwege. Gut geeignet sind stilles Wasser, Tee und Saftschorlen. Trinken Sie aber erst nach dem Essen, um nicht zu früh satt zu werden, und vermeiden Sie alkoholische, stark gezuckerte und kohlensäurehaltige Getränke.

Bewegung und Ernährung kombinieren

Eine Ernährungstherapie sollte bei COPD auch immer mit regelmäßiger Bewegung einhergehen – diese stärkt die Muskeln, erhält die Mobilität und reduziert das Risiko einer Osteoporose-Erkrankung.

Aktualisiert: 12.02.2019 – Autor: Silke Hamann

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