Lifeline Logo

Leben mit Asthma

Für den therapeutischen Erfolg bei Asthma sind nicht nur die Medikamente wichtig. Entscheidend ist auch, dass der Betroffene selbst etwas gegen Asthma bronchiale tut. Das Wichtigste: Sich an den Fahrplan der Therapie zu halten, den der Arzt erarbeitet hat. Betroffene sollten sich mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen. Was beim Leben mit Asthma außerdem zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Auseinandersetzung mit dem Thema Asthma

Zur Auseinandersetzung mit dem Asthma gehört das Besuchen einer Asthmaschulung. Dort werden zum Beispiel: 

  • der richtige Umgang mit Asthma bronchiale und den Medikamenten vermittelt
  • die Selbstmessung mittels Peak-Flow-Meter erläutert
  • die beste Atemtechnik erklärt (Atemschule)
  • Wichtiges zum Leben mit Asthma allgemein erörtert

Der Arzt wird insbesondere die Therapie erläutern und das, was im Notfall bei einem akuten Asthmaanfall zu tun ist. Der Betroffene kann das "Überwachen" der Therapie erleichtern, wenn er ein Asthma-Tagebuch führt, in dem er auch seine regelmäßigen Messungen einträgt.

Ratsam kann es auch sein, sich in einer Asthma-Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Asthma vorbeugen

Um Asthmaanfällen vorbeugen zu können, ist es besonders wichtig, Auslöser zu meiden. Sind Triggerfaktoren und Reizstoffe bekannt, sollten diese wo immer möglich ausgeschaltet werden – egal, ob es sich um Zigarettenqualm, Tierhaare oder nebeliges, feucht-kaltes Wetter handelt. Für Eltern von Kindern mit Asthma gilt: Besonders auf das Rauchen in der Umgebung des Kindes ist zu verzichten – Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Asthma bronchiale.

Wichtig bei Asthma ist auch, Infektionen der Atemwege und der Zähne zu vermeiden. Ausreichend Trinken ist bedeutsam, um den Schleim in den Atemwegen möglichst dünnflüssig zu halten.

Entspannungsmethoden helfen vielen Betroffenen, mit Asthma bronchiale besser klar zu kommen.

Asthma und Sport

Oft lassen sich durch die beschriebenen Maßnahmen auch Anfälle abschwächen und verringern. Asthma ist weder ein Grund noch eine Ausrede für eine Abstinenz von Sport. Im Gegenteil: Durch Sport und regelmäßige körperliche Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren werden die Bronchien trainiert. Falls solch eine Anstrengung beim Sport Anzeichen von Asthma verursacht, kann – nach Absprache mit dem Arzt – kurz vor dem Sport vorbeugend ein muskelentkrampfendes Asthma-Medikament eingenommen werden.

Häufig wird Asthmatikern empfohlen, sich gegen bestimmte Erkrankungen der Luftwege impfen zu lassen (Pneumokokken, Grippe). Auch hier gilt: Es sollte die Meinung des behandelnden Arztes eingeholt werden.

Peak-Flow-Meter und Asthma-Tagebuch

Um als sein eigener Asthma-Manager gut durch den Tag zu kommen, muss der Patient mehrmals am Tag, am besten zu festgelegten Zeiten, mit dem Peak-Flow-Meter seine Lungenfunktion überprüfen. Mit diesem Messgerät wird der Atem-Spitzenfluss gemessen, also der stärkste aus den Lungen ausgestoßene Luftstrom zu Beginn einer starken Ausatmung.

Die Messwerte werden in einem Asthma-Tagebuch zusammen mit der Medikation dokumentiert. Auf diese Weise kann der Betroffene ein besseres Gespür dafür entwickeln, ob und in welchem Umfang sich der eigene Zustand verändert. Das Tagebuch unterstützt die Behandlung durch den Arzt und sollte bei jedem Arztbesuch mitgenommen werden. Der Begriff "Ampel-Schema" wird benutzt, um die Messwerte besser einordnen zu können.

  • Grün steht dabei für ein Erreichen von 80 – 100 Prozent des persönlichen Bestwertes, der zuvor in mehreren Messungen ermittelt wurde. Damit ist der Patient gut eingestellt.
  • Gelb entspricht 60 – 80 Prozent des persönlichen Bestwertes. Hier sollte der Arzt die Dauermedikation anpassen und das weitere Vorgehen mit dem Patienten absprechen.
  • Rot bedeutet, dass die 60 Prozent-Marke des persönlichen Bestwertes unterschritten wurde und der Patient sofort den Arzt oder eine Klinik aufsuchen sollte. Die entsprechende Notfallmedikation muss zur Verfügung stehen. Panik ist nicht angebracht, aber entkrampfende Atemtechnik sollte praktiziert werden.

So funktioniert die Peak-Flow-Messung

Damit die Messung erfolgreich ist, sollte wie folgt vorgegangen werden:

  1. Die Anzeigemarke der Skala auf Null schieben.
  2. So tief wie möglich einatmen und die Luft anhalten.
  3. Das Mundrohr in den Mund nehmen. Dicht mit den Lippen umschließen! Das Rohr muss auf jeden Fall gerade gehalten werden und die Skala an der Seite sollte nicht mit den Fingern abgedeckt werden.
  4. So schnell und kräftig wie möglich ausatmen. Der Wert kann an der gleitenden Anzeige abgelesen werden.
  5. Zur Vorbereitung der nächsten Messung wird die Anzeigemarke wieder auf Null zurückgeschoben.
  6. Die anschließende Reinigung ist wichtig. Das Mundrohr kann abgenommen und mit warmem Wasser ausgespült werden. Anschließend muss es gut abgetrocknet werden.

Asthma und Übergewicht

Insgesamt haben sich folgende Regeln für den alltäglichen Umgang mit Asthma erwiesen:

  • Medikamente regelmäßig und nach Vorschrift des Arztes einnehmen
  • ein strukturierter, ausgeglichener Tagesablauf ohne Hektik und Stress
  • Allergen-Meidung zum Beispiel durch aktuelle Pollenflugvorhersage
  • sofortiger Arztbesuch bei Infekten
  • striktes Rauchverbot
  • Atemgymnastik praktizieren
  • Ausdauersport betreiben
  • Asthma-Tagebuch führen

Und schließlich gilt für Asthmatiker ähnliches wie für viele andere Menschen in Deutschland auch: Weniger ist mehr. Denn finnische Wissenschaftler haben in einer Studie nachgewiesen, dass übergewichtige Asthmatiker schlechter mit ihrer Erkrankung umgehen konnten als normalgewichtige.

Dabei verbesserte sich unter einer strikten Diät nicht nur das Empfinden und eigene Wohlgefühl, sondern vor allem die Lungenfunktion wurde nachweislich gestärkt. Die Asthmatiker konnten mit viel mehr Kraft Luft ein- und ausatmen. Auch was das Ein- und Ausatemvolumen betraf, schnitten die schlankeren Asthmatiker besser ab. Die Patienten, die abgenommen hatten, erlitten in der Folge auch weniger akute Asthma-Anfälle, und sie brauchten weniger Arzneimittel.

Aktualisiert: 05.04.2019 – Autor: Dagmar Reiche; Susanne Köhler

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?