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10 SOS-Tipps für die Verdauung

Wärmflasche bei Verdauungsbeschwerden © istockphoto, OcusFocus

Eine gute Verdauung leistet einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden. Egal ob Blähungen, Verstopfung oder Durchfall: Verdauungsprobleme sind unangenehm und können mitunter starke Beschwerden verursachen.

Vorübergehende Störungen der Verdauung sind meist harmlos – Ursachen können etwa falsche Ernährung oder mangelnde Bewegung sein. Wir haben für Sie 10 Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen können, Probleme mit der Verdauung in den Griff zu bekommen.

1. Möhrensuppe gegen Durchfall-Keime

Die sogenannte Karottensuppe nach Moro war früher ein bewährtes Hausmittel gegen Durchfall bei Babys und Kindern. Die Wirksamkeit wurde nun sogar durch Studien belegt: Beim Kochen der Möhren entstehen bestimmte Stoffe, die ein Anhaften der Keime an der Darmwand verhindern. So werden die Keime schneller ausgeschieden.

Die Zubereitung ist einfach: 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde kochen, dann pürieren, mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und drei Gramm Kochsalz zugeben.

2. Bei Durchfall auf pflanzliche Mittel setzen

Bei Durchfall sollten in der Regel keine Arzneimittel eingesetzt werden – Antibiotika sind nur selten und nur nach ärztlicher Anordnung notwendig. Wirkstoffe wie Loperamid hemmen zwar die Darmbewegung und reduzieren so den Stuhldrang, jedoch werden dadurch Keime verlangsamt ausgeschieden. Die Einnahme von Loperamid ist daher nur in Ausnahmefällen – etwa vor einer langen Flugreise – empfehlenswert.

Allerdings gibt es zahlreiche pflanzliche Präparate mit folgenden Inhaltsstoffen, die gegen Durchfall eingesetzt werden können:

  • Heidelbeeren
  • Brombeerblätter
  • Tormentillwurzelstock
  • Uzarawurzel
  • Schlafmohn

3. Abhilfe aus dem Gewürzschrank bei Blähungen

Wenn es im Darm rumort, gibt es einige Hausmittel, die helfen können – insbesondere Anis und Kümmel gelten als entblähend. Aber auch Fenchel, Kamille und Pfefferminz sollen bei einem Blähbauch wirksam sein. Neben Tees gibt es verschiedene Präparate mit Pfefferminz- und Kümmelöl zum Einnehmen.

4. Wirkstoffe gegen zu viel Luft im Darm

Bei starken Blähungen, Völlegefühl oder Aufstoßen können Medikamente mit den Wirkstoffen Simeticon oder Dimeticon zur kurzzeitigen Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Sie wirken entschäumend und können so Luftansammlungen im Verdauungssystem reduzieren. Wie alle Arzneimittel sollten sie jedoch ohne ärztliche Rücksprache nicht dauerhaft angewendet werden.

5. Bewegung bringt den Darm in Schwung

Für den Darm gilt wie für den ganzen Körper: Langes Sitzen macht träge. Bewegung hingegen kann die Verdauung fördern. Ein flotter Spaziergang nach dem Essen kann also nicht nur ein Mittagstief vermeiden, sondern auch die Verdauung aktivieren.

6. Kaffee gegen Völlegefühl

Auch Kaffee regt die Darmtätigkeit an und kann so bei Verstopfung helfen. Koffein stimuliert außerdem die Produktion der Magensäure und wirkt dadurch gegen Völlegefühl. Dies gilt in gewissem Maße auch für Alkohol – er wirkt zudem entspannend auf die Muskulatur des Magens.

Allerdings zeigt sich diese Wirkung nur bei sehr geringen Mengen – Hochprozentiges hemmt die Verdauung hingegen. Nach einer reichhaltigen Mahlzeit sollten Sie also statt eines Verdauungsschnapses besser einen Espresso trinken. Wer einen empfindlichen Magen hat oder unter Sodbrennen leidet, sollte auf Kaffee und Alkohol jedoch lieber ganz verzichten.

7. Ballaststoffe fördern die Verdauung

Um dem Verdauungssystem auf die Sprünge zu helfen, sollten Sie darauf achten, ausreichend Ballaststoffe aufzunehmen: Ballaststoffe sind beispielsweise in frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten.

Zusätzlich können Quellstoffe wie Flohsamen, Weizenkleie und Leinsamen die Darmtätigkeit anregen – sie können beispielsweise in Müsli oder Joghurt eingerührt werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken, damit die Ballaststoffe im Darm aufquellen können.

8. Pflanzliche Hilfe bei Verstopfung

Auch gegen Verstopfung gibt es einige Wirkstoffe aus der pflanzlichen Medizin: Beispielsweise können Sennesblätter, Rizinusöl oder Faulbaumrinde die Verdauung anregen. Es gibt verschiedene Zubereitungsformen wie Tee, Saft oder Kapseln in der Apotheke oder in Drogerien. Außerdem ist Sauerkrautsaft bekannt für seine verdauungsfördernde Wirkung.

9. Abführmittel als kurzzeitige Lösung

Wenn natürliche Maßnahmen keine Wirkung gezeigt haben, können bei Verstopfung vorübergehend Medikamente Linderung verschaffen. Hierbei sollten Sie eher sogenannte osmotisch wirksame Abführmittel wie Lactulose oder Macrogol anwenden.

Sie gelten als besser verträglich als die sogenannten stimulativen Abführmittel mit Wirkstoffen wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat, die zu starken Flüssigkeits- und Kaliumverlusten führen können. Generell sollten Abführmittel nur kurzzeitig angewendet werden, da sie bei langfristigem Gebrauch selbst Verstopfung hervorrufen können.

10. Schnelle Hilfe bei Reizdarm-Syndrom

Bei Bauchkrämpfen – etwa im Rahmen eines Reizdarm-Syndroms – können Medikamente mit dem Wirkstoff Butylscopolaminium die Schmerzen lindern. In der Apotheke sind verschiedene Präparate mit dem krampflösenden Wirkstoff rezeptfrei erhältlich. Bei starken krampfartigen Bauchschmerzen können Sie zudem vorübergehend Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Metamizol einnehmen.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Beschwerden eines Reizdarm-Syndroms ist das Medikament Iberogast®: Es beinhaltet eine Kombination aus mehreren pflanzlichen Wirkstoffen und kann so bei verschiedenen Verdauungsproblemen wirksam sein.

Verdauungsprobleme als Warnsignal

Grundsätzlich können Verdauungsstörungen auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung oder Infektion sein. Wenn Ihre Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen, sollten Sie dies von einem Arzt abklären lassen. Blut im Stuhl, plötzliches starkes Erbrechen, schwerer Durchfall sowie starke Bauchschmerzen sind Warnsignale, bei denen Sie möglichst schnell einen Arzt aufsuchen sollten.

Aktualisiert: 10.07.2019 – Autor: Dr. med. Jana Wittkowski

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