Darmentzündung: Ursachen und Symptome bei Enteritis & Co.

Schmerzen als Symptom bei Darmentzündung
© iStock.com/champja

Eine Darmentzündung ist eine entzündliche Erkrankung des Darms beziehungsweise im engeren Sinne des Dünndarms. Sie wird auch als Darminfektion, als entzündliche oder infektiöse Darmerkrankung sowie als Enteritis bezeichnet. Häufig ist nicht nur der Dünndarm, sondern auch der Magen oder der Dickdarm betroffen. Man spricht dann von einer Gastroenteritis beziehungsweise einer Enterokolitis. Kinder leiden besonders häufig an einer Gastroenteritis.

Viren sind meistens die Ursache

Etwa ein Drittel aller infektiösen Durchfallerkrankungen werden durch Viren verursacht. Die häufigsten Erreger sind Rotaviren, Adenoviren und Norwalk-Viren. Auch Echoviren, Grippeviren und Coxsackieviren kommen häufig vor. Die Viren dringen in die Darmzellen (Enterozyten) ein und verursachen eine entzündliche Reaktion des Körpers, bei dem die menschlichen Abwehrzellen befallene Enterozyten zerstören oder deren Funktion beeinflussen.

Ursachen und Symptome einer Darmentzündung

Eine akute Darmentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann bedingt sein durch:

  • mikrobiell (bakteriell, viral, durch Pilze oder Protozoen),
  • chemisch (toxisch),
  • aktinisch (durch Bestrahlung),
  • allergisch oder
  • autoaggressiv (Reaktion des Immunsystems gegen eigene Körperzellen)

Typischstes Symptom einer Darmentzündung ist Durchfall, meist kombiniert mit Übelkeit und Erbrechen. Daneben kann es außerdem zu Darmkrämpfen, Bauchschmerzen sowie Fieber kommen. Mit zunehmendem Flüssigkeits- und Salzverlust treten Zeichen der Dehydratation (Wasserentzug) und der Verschiebungen des Säure-Basen-Gleichgewichts auf. Dazu gehören Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Wadenkrämpfe bis hin zum Kreislaufschock.

Neben eindeutigen klinischen Symptomen und Hinweisen, die aus einem Auslandaufenthalt resultieren können, ist besonders bei Verdacht auf bakterielle oder parasitäre Ursachen der Erregernachweis im Stuhl von Bedeutung. Auch bei Viren kann ein Nachweis über eine Stuhlprobe erfolgen, beispielsweise bei Noroviren. Besonders bei Kindern gelten Viren häufig als Auslöser einer Darmentzündung.

Aussagekräftig können darüber hinaus auch Informationen über Zeitpunkt und Frequenz der Darmentleerungen, Stuhlvolumen, Farbe und Konsistenz des Stuhls sowie eventuelle Medikamenteneinnahme sein. So können beispielsweise Antibiotika die Darmflora schädigen und damit eine Darmentzündung begünstigen.

Verlauf einer Darmentzündung

Dauert die Durchfallerkrankung nach erfolgter Therapie längere Zeit an, sollten nach Ausschluss einer medikamentösen Ursache für die Diarrhö weitere Abklärungen erfolgen. Bei maximal 14 Tagen spricht man von einer akuten Darmentzündung, ab 30 Tagen gilt der Verlauf als chronisch. Das Vorliegen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) sollte dann ebenso untersucht werden, wie der Einfluss einer hormonellen Ursache.

Eine solche hormonelle Ursache könnte beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion darstellen. Daneben kann auch ein gutartiger oder bösartiger Tumor (Darmkrebs) Durchfall über einen längeren Zeitraum verursachen.

Besonders bei Erwachsenen heilen die meisten Enteritiden nach wenigen Tagen folgenlos aus. Bei Kindern entstehen schneller Komplikationen, die bei guter Behandlung allerdings keine langfristigen Konsequenzen haben sollten. Reisende, die aus den Tropen zurückkehren, müssen je nach Krankheitskeim (besonders bei Amöben und Lamblien) mit einer größeren Hartnäckigkeit der Erkrankung rechnen.

Auch bei immungeschwächten Personen, wie beispielsweise Menschen mit AIDS, kann es aufgrund des weiten Erregerspektrums zu langandauernden, schwer kontrollierbaren Durchfällen kommen.

Komplikationen bei Enteritis, Enterokolitis oder Gastroenteritis

Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind aufgrund ihres hohen Körperwasseranteils bei einer Enteritis stark durch Entwässerung gefährdet. Aber auch ältere Menschen leiden stärker unter dem Flüssigkeitsverlust. Bereits nach relativ kurz andauerndem, heftigem Durchfall können sich Störungen des Kreislaufs und der Blutzusammensetzung durch Müdigkeit und zunehmenden Bewusstseinsverlust bemerkbar machen. Hier darf mit dem rechtzeitigen Arztbesuch nicht gezögert werden.

Mögliche Folgen einer Darmentzündung

Bei Kindern und Erwachsenen können im Falle länger anhaltender Durchfallerkrankungen und inadäquater Flüssigkeitszufuhr neben dem zunehmenden Kollapsrisiko Schäden an den Nieren, wie beispielsweise eine akute Niereninsuffizienz auftreten. Die Eindickung des Blutes birgt außerdem die Gefahr von Gerinnselbildungen (Thrombosen) mit anschließender Verschleppung (Embolisierung) und Gefäßverschließung in sich.

Invasive Erreger können eine Sepsis (Blutvergiftung) mit sehr hohem Fieber hervorrufen. Dadurch gelangen Keime in verschiedene Organe und können Abszesse bilden. Einige Erreger verursachen im Körper eine Autoimmunreaktion, bei der körpereigene Zellen vom fehlgeleiteten Immunsystem angegriffen werden. Betroffen sind meist Haut, Augen, Gelenke und das Herz.

Ernährung bei akuter Darmentzündung

In schweren Fällen einer Darmentzündung (Enteritis) muss von jeglicher oraler Aufnahme Abstand genommen werden, da sich im Falle von Erbrechen die Situation noch verschlimmern würde. Hier kann nur die intravenöse Gabe von speziellen Lösungen direkt in die Blutbahn weiterhelfen.

Während akutem Durchfall sollte die Aufnahme fester Nahrung reduziert werden. Allerdings empfiehlt es sich, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Auf die häufig empfohlene Cola sollte jedoch besser verzichtet werden, da der enthaltene Zucker den Durchfall noch verschlimmern kann. Auch Koffein kann die Darmtätigkeit anregen. Stattdessen sollte stilles Wasser oder Tee getrunken werden. Der anschließende Nahrungsaufbau erfolgt durch leicht verdauliche Lebensmittel, wie Zwieback, Gemüsebrühe und pürierte Lebensmittel, beispielsweise Äpfel oder Bananen. Die gute Verträglichkeit der Speisen entlastet die Verdauungsorgane, liefert zugleich wertvolle Bestandteile und unterstützt somit den Selbstheilungsprozess. Ist der Heilungsprozess gut vorangeschritten und hat die*der Betroffene Appetit, kann auch wieder "normal" gegessen werden.

Medikamente als Therapie

Die symptomatische Therapie bei einer Darmentzündung kann auch den Einsatz stopfender Medikamente umfassen. Der Einsatz dieser Mittel ist jedoch nur kurzfristig auf Reisen zu empfehlen, da sie die Ausscheidung der Erreger verzögern. Krampflösende Substanzen sollten gleichfalls nicht über einen längeren Zeitraum zum Behandeln einer Darmentzündung verwendet werden.

Wenn irgendwie möglich, sollte die Gabe eines Antibiotikums nur durch die*den Arzt*Ärztin nach erfolgtem Erregernachweis erfolgen. So kann gezielt gegen einen Keim vorgegangen werden, unter Schonung der natürlichen Darmflora. In den meisten Fällen ist der Einsatz von Medikamenten zur Behandlung einer Darmentzündung jedoch nicht notwendig. Bei Begleitsymptomen wie Fieber oder Magenkrämpfen kann die*der Ärztin*Arzt passende Medikamente zur Linderung der Beschwerden verschreiben.

Hausmittel bei Darmentzündung

Unterschiedliche Hausmittel können bei einer akuten Darmentzündung helfen, die Beschwerden zu lindern. Bei starken oder langanhaltenden Beschwerden sollte aber immer ärztlicher Rat gesucht werden.

Folgende Hausmittel helfen gegen die Symptome:

  • Geriebene Bananen oder Äpfel wirken stopfend. Bei viralen oder bakteriellen Infektionen sollten diese aber nur in Maßen genossen werden, da mit dem Durchfall die Erreger aus dem Körper befördert werden.
  • Wärme wirkt krampflösend. Ein Körnerkissen auf dem Bauch kann die Beschwerden reduzieren.
  • Bestimmte Teesorten können den Darm beruhigen und Entzündungshemmend wirken. Besonders empfehlenswert sind Kamille- und Fencheltee.
  • Flohsamenschalen binden Wasser und können so dazu beitragen, dem flüssigen Stuhl eine festere Konsistenz zu geben.

Vorbeugung von bakteriellen Darminfektionen

Mithilfe eines gezielten Umgangs mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Körperhygiene kann das Risiko einer Ansteckung wesentlich reduziert werden. Dazu gehören besonders im Ausland das Abkochen von Leitungswasser, welches dann auch zum Zähneputzen benutzt werden sollte. Außerdem sollten nur original verschlossene Getränke konsumiert und ausschließlich frisch zubereitete, gekochte oder durchgebratene Speisen verzehrt werden. Generell gilt: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen kann der Verbreitung der Erreger entgegenwirken.

Besonders bei warmen Umgebungstemperaturen ist Vorsicht bei ungekochtem Wasser (einschließlich Eiswürfeln), Eiscreme sowie kalten, rohen oder halbgegarten Speisen (besonders Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch) geboten. Ebenfalls eine Gefahr stellen Soßen jeglicher Art, Salate, bereits geschälte Früchte und Melonen dar, weshalb sie gemieden werden sollten.

Impfseren, zum Beispiel gegen Typhus oder Cholera, existieren schon seit längerem. Aufgrund der großen Variationsbreite des Erregers bietet jedoch besonders letzteres nur einen geringen Schutz, weshalb solche Impfungen nur sehr bedingt zu empfehlen sind, zumal jeder Impfstoff auch ein gewisses Risiko in sich birgt. Ob eine Impfung sinnvoll oder sogar verpflichtend ist, sollte vor Reiseantritt überprüft und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Für Reisende gilt nach wie vor: "Cook it, boil it, peel it, or forget it."

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
K52, A09.-, A04.-

Aktualisiert: 09.04.2021 - Autor: überarbeitet: Jasmin Rauch

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?