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Nierentransplantation

Nieren sind lebenswichtig - arbeiten sie nicht mehr richtig, ist Ersatz nötig. Neben der Blutwäsche bietet eine Spenderniere diese Möglichkeit. Etwa 2.600 Menschen in Deutschland erhalten pro Jahr eine neue Niere - nach durchschnittlich 5 bis 6 Jahren Wartezeit. Weitere 8.000 Patienten hoffen darauf, dass ein passendes Organ gefunden wird. Egal welche Erkrankung ursprünglich das Nierengewebe zerstört – ein daraus resultierender Funktionsausfall beider Nieren (Nierenversagen) endet tödlich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Zu solchen Nierenersatzverfahren gehört zum einen die lebenslange Blutwäsche (Dialyse), zum anderen die Verpflanzung einer fremden Niere. Wird ein passendes Organ gefunden und verläuft die Nierentransplantation erfolgreich, ermöglicht diese im Gegensatz zur Dialyse ein nahezu normales Leben – mit einer (statt zwei) funktionierenden Niere lässt sich fast ohne Einschränkung leben.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

In Deutschland stammen vier von fünf übertragenen Organen von hirntoten Patienten, die zu Lebzeiten ihre Einwilligung zur Organspende gegeben bzw. deren Angehörigen der Organentnahme zugestimmt haben. Solche Nieren werden über Transplantationszentren und letztlich über die zentrale Vermittlungsstelle Eurotransplant vermittelt.

Auch Lebendspenden sind möglich, meist von Eltern oder Geschwistern bzw. vom Lebenspartner. Voraussetzung ist eine hohe Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger, damit das fremde Organ nicht vom Körper abgestoßen wird.

Kriterien für die Vergabe von Spendernieren

Da der Bedarf an Spenderorganen weitaus höher ist als deren Zahl, bestimmen neben den Gewebeeigenschaften auch andere Kriterien, welcher Patient eine neue Niere erhält. Dazu gehören Wartezeit, Dringlichkeit, Erfolgsaussicht und Entfernung zwischen Organentnahme- und Transplantationsort.

Ist ein geeignetes Organ gefunden, wird der Empfänger sofort benachrichtigt. Deshalb muss dieser rund um die Uhr erreichbar sein. Um in die Warteliste aufgenommen zu werden, muss sich der Betroffene zahlreichen Untersuchungen unterziehen. Diese dienen dazu, den Gewebetyp festzustellen, das allgemeine Operationsrisiko zu bestimmen und Infektionsherde auszuschließen.

Nicht transplantiert wird bei Krebserkrankungen, die noch nicht geheilt sind, chronischen oder schweren akuten Infektionen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und schweren Erkrankungen, die eine Operation unmöglich machen.

Aktualisiert: 29.11.2013 – Autor: Dagmar Reiche

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