Gelenkschmerz - was tun? Patientenratgeber bei Arthrose

Mann mit Gelenkschmerzen im Ellenbogen © istockphoto, horillaz

Jede kleinste Bewegung schmerzt. Schon das Aufstehen wird zur Qual. Eine Arthrose beeinträchtigt nicht selten den gesamten Tagesablauf der Betroffenen. Fängt die Krankheit zunächst mit Bewegungsschmerz an, so kann dies zu Ermüdungs- oder Belastungsschmerz bei Beanspruchung - in schweren Fällen zu chronischen Schmerzen auch im Ruhezustand führen.

Fünf Millionen Menschen leiden an Schmerzen im Gelenkbereich. Ursache ist oft eine Arthrose, eine abnutzungsbedingte Gelenkerkrankung, die hauptsächlich im fortgeschrittenen Alter - in einigen Fällen aber bereits bei 40-Jährigen - auftreten kann. Die Initiative Stark gegen den Schmerz klärt auf, was bei ersten Anzeichen von Gelenkschmerzen zu tun ist.

Frühzeitig einen Arzt aufsuchen

Verspüren Sie erste Anzeichen von Schmerzen in den Gelenken, sollten Sie nicht zögern einen Arzt aufzusuchen. Denn eine frühe Diagnose erhöht die Chancen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen – eventuelle Folgeschäden können so vermindert werden. Je früher die Therapie beginnt, desto geringer ist außerdem die Gefahr, dass die Schmerzen für den Rest des Lebens bleiben.

Symptome einer Arthrose sind Gelenkschmerz, Anlaufschmerz, der nach einigen Bewegungen verschwindet, Ermüdungsschmerz nach längerer Belastung, Knacken oder Knirschen im Gelenk, Hitzegefühl bei Belastung, Schwellungsgefühl ohne eine wirklich sichtbare Schwellung und abnehmende Gelenkbeweglichkeit.

Eine Arthrose kann überall im Körper entstehen, wo Gelenkknorpel vorhanden ist. Am häufigsten betroffen sind die Wirbelsäule, das Knie und die Hand gefolgt von der Hüfte, Fuß- und Zehgelenken, der Schulter und dem Ellenbogen.

Nicht abwimmeln lassen

Fordern Sie von Ihrem behandelnden Arzt eine individuelle Therapie ein. Lassen Sie sich nicht mit Sätzen abspeisen wie "im Alter hat jeder diese Schmerzen" oder "das muss man halt aushalten".

Heute gibt es vielfältige Therapiemöglichkeiten, sowohl physikalische wie medikamentöse Behandlungen, die Schmerz-Patienten sinnvoll helfen. Niemand muss unter seinen Schmerzen leiden. Suchen Sie sich einen Spezialisten, der Ihre Beschwerden Ernst nimmt.

Für genügend Bewegung sorgen

Ist eine Arthrose diagnostiziert, finden Sie sich nicht mit ihrer Krankheit ab und versuchen Sie nicht durch möglichst wenig Bewegung und Schonhaltung die Schmerzen zu vermeiden. Bleiben Sie mobil! Auch wenn die Knorpelschäden an den Gelenken nicht wieder rückgängig gemacht werden können, so kann der Arthroseverlauf zumindest verlangsamt oder sogar gestoppt werden.

Mit regelmäßiger und gezielter Bewegung kann jeder Patient selbst etwas gegen die Schmerzen tun. Denn durch die Bewegung wird im Gelenk Gelenkschmiere produziert, die zum Teil in den Gelenkknorpel gelangt. Die Gelenkschmiere dient der Nährstoffversorgung des Gelenkknorpels und wirkt im Gelenk reibungsmindernd und als Flüssigkeitsstoßdämpfer.

Ein guter Muskelaufbau schützt außerdem die Gelenke vor Über- und Fehlbelastungen und entlastet diese. Radfahren, Schwimmen, Walking oder Wandern sind bei Arthrose von Hüft- und Kniegelenken besonders geeignete Sportarten, da sie die Gelenke in Bewegung halten, dabei aber nicht überlasten.

Therapiemaßnahmen bei Schmerzen

Mit physikalischen Therapiemaßnahmen wie Kälte- und Wärmeanwendungen kann man sehr gute Erfolge bei der Schmerzlinderung erzielen. Bedenken Sie aber, dass alle Anwendungen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden sollten.

  • Bei akuten Schmerzen, die durch eine Entzündung verursacht werden, kann eher Kälte helfen. Hierfür können Sie zum Beispiel Eiswürfel in eine Plastiktüte füllen, und damit mehrmals 30 Sekunden lang den schmerzenden Bereich behandeln.
  • Wärme hilft eher bei andauernden, chronischen Schmerzen, denn sie wirkt entkrampfend und muskelentspannend. Bei Gelenkerkrankungen steigert Wärme auch die Stoffwechselprozesse im Gewebe. Die Beweglichkeit der Gelenke wird erhöht.
  • Aber auch Medikamente gehören zu einer sinnvollen Schmerztherapie, denn niemand muss seine Schmerzen aushalten.
  • Außerdem ist für eine sinnvolle Bewegungstherapie und eine natürliche Bewegungsausübung Schmerzfreiheit wichtig. Forscher haben eine neue Generation von Schmerzmitteln entwickelt, sogenannte selektive COX-2-Hemmer, die Schmerzen gezielt bekämpfen und wesentlich verträglicher für den Magen sind als herkömmliche Medikamente.

Einfache Tipps für den Alltag

Schon einfache Maßnahmen helfen den Betroffenen, die Beschwerden einzudämmen: Reduzieren Sie, wenn nötig Ihr Körpergewicht, denn jedes Kilo zuviel belastet Hüft- und Kniegelenke. Tragen Sie keine schweren Sachen. Vermeiden Sie längeres Stehen und Sitzen. Tragen Sie flache Absätze und bevorzugen Sie weiche stoßdämpfende Sohlen.

Aktualisiert: 23.12.2015 – Autor: Initiative Stark gegen den Schmerz

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