Fibromyalgie

Fibromyalgie-Patient beim Arzt © istockphoto, AlexRaths

Die Fibromyalgie zählt zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Rheuma) und äußert sich vor allem durch starke Muskelschmerzen. Oft quälen sich die Betroffenen über viele Jahre mit den schlimmsten Schmerzen, laufen von Arzt zu Arzt und werden mit ihrer Erkrankung nicht ernst genommen. Das auch als generalisierte Tendomyopathie, myofasziales Schmerzsyndrom oder Fibrositis-Syndrom bezeichnete Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische, nicht entzündliche Rheuma-Erkrankung ungeklärter Ursache.

Fibromyalgiesyndrom: Quälende Muskelschmerzen

Fibromyalgie zeichnet sich durch einen generalisierten Schmerz aus, der ausschließlich die Weichteile befällt, ohne dass man Veränderungen an Gelenken oder Knochen findet. Das bedeutet leider auch, dass weder im Labor noch in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen etc.) diagnostische Hinweise zu finden sind – das führt dazu, dass Betroffene oft nicht ernst genommen werden und es lange dauert, bis die richtige Diagnose gestellt ist.

An Fibromyalgie erkranken etwa 0,7 bis 3,2 Prozent der Bevölkerung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, Frauen häufiger als Männer und zwar in einem Verhältnis von 6:1.

Ursachen: Wie entsteht Fibromyalgie?

Die Ursache der Fibromyalgie ist bislang ungeklärt. Verschiedene Theorien vermuten unter anderem Autoimmunmechanismen sowie psychogene Ursachen. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändert ist und eine stärkere Entzündungsreaktion bei Betroffenen besteht.

Offensichtlich besteht auch ein Zusammenhang zu diversen Hormonaktivitäten. So kann eine Schlafstörung (mit fehlender Tiefschlafphase) sowohl eine weitere hormonelle Dysbalance als auch Störungen im Immunsystem nach sich zu ziehen, die ihrerseits die Symptomatik der Fibromyalgie erklären. Fest steht jedoch, dass ein auslösendes Ereignis hierfür nicht festzumachen ist.

Symptome: Wie äußert sich Fibromyalgie?

Herausragendes Symptom ist der den ganzen Körper umfassende generalisierte Schmerz, der von einer Reihe zusätzlicher Störungen begleitet ist. Hierzu zählen hauptsächlich:

  • Müdigkeit
  • Morgensteifigkeit
  • Schlafstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Kopfschmerzen

Vegetative Begleitsymptome sind:

  • kalte Hände und Füße
  • eine starke Schweißneigung
  • Zittern
  • Gleichgewichtsstörungen
  • funktionelle Herz-/ Kreislaufstörungen
  • gastrointestinale Störungen (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom)
  • Blasen- und Mastdarmstörungen

Des Weiteren kann man nicht selten psychische Störungen wie beispielsweise Depressionszustände beobachten. Ob diese primär der Erkrankung als solche zuzuschreiben sind oder aber sich sekundär aufgrund des oft langwierigen Krankheitsverlaufes mit meist verspätet gestellter Diagnose entwickeln, ist bislang nicht geklärt.

Diagnose: Wie stellt man Fibromyalgie fest?

Wenn Sie mindestens drei Monate Schmerzen in drei verschiedenen Körperbereichen haben, sollten Sie sich auf Fibromyalgie untersuchen lassen.

Diagnostisch ausschlaggebend sind die bei der klinischen Untersuchung zu lokalisierenden sogenannten schmerzhaften Druckpunkte (die Tenderpoints). Sie liegen im Übergangsbereich von Muskeln und Sehnen im Bereich der Nacken- und Lendenregion, des Schulter- und Beckengürtels sowie an Knie und Ellenbogen. Sind 11 der 18 Tenderpoints druckempfindlich, ist eine Fibromyalgie wahrscheinlich.

Laborchemische Untersuchungen sowie bildgebende Verfahren sind in der Regel unauffällig und sollten nur zum Ausschluss möglicher anderer Erkrankungen durchgeführt werden. Differentialdiagnostisch kommen unter anderem alle anderen folgende Erkrankungen in Frage:

  • rheumatischen Erkrankungen
  • das Chronic Fatigue Syndrome
  • Arzneimittelnebenwirkungen
  • Osteoporose
  • Infektionskrankheiten und diverse bösartige Erkrankungen

Aktualisiert: 11.05.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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