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Klimaanlagen und ihre Wirkung auf die Gesundheit

Klimaanlage im Auto © Karolina Grabowska / Kaboompics

Wie angenehm, aus brütender Hitze in ein wohltemperiertes Kaufhaus zu flüchten oder im Auto ein kühlendes Gebläse einzuschalten, während anderen das Hemd schweißnass am Rücken klebt - Klimaanlagen können das Leben nicht nur im Sommer erleichtern. Doch ganz unproblematisch sind sie nicht. So angenehm die kühle Luft an einem heißem Sommertag ist, so unangenehm können die von der Luft einer Klimaanlage ausgelösten Beschwerden sein.

Gesundheitlicher Nachteil von Klimanlagen

Viele Menschen, die zum Beispiel im Büro regelmäßig klimatisierter Luft ausgesetzt sind, klagen über Beeinträchtigungen: zu starke Zugluft, zu viel Kälte, zu trockene Schleimhäute. In der Folge treten vermehrt Krankheiten auf, an erster Stelle Erkältungen, Probleme mit den Bronchien und Nebenhöhlen und erhöhte Infektanfälligkeit. Auch gereizte Haut und Schleimhäute, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen werden der klimatisierten Luft zugeschrieben.

Und immer wieder kursieren Meldungen, dass Klimaanlagen bei mangelnder Wartung auch zu Killern mutieren: Insbesondere die durch Legionellen verursachte Legionärskrankheit kann zu einer schweren, potenziell tödlichen Lungenentzündung führen.

Die Klimaanlage stinkt? Reinigen hilft.

Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze führen in den Filtern und Rohren der Klimaanlagen ein unbemerktes und ungestörtes Eigenleben. Sie sammeln und vermehren sich und werden mit dem Luftstrom direkt in den menschlichen Organismus geschleudert. Bei hoher Feuchtigkeit freuen sich vor allem die Schimmelpilze. Hohe Feuchtigkeit entsteht u.a. durch Kondenswasser, wenn heiße Luft abkühlt. Klimaanlagen müssen mindestens einmal jährlich fachmännisch gewartet werden – nur durch eine solche Klimaanlagenwartung können technische und hygienische Mängel rechtzeitig behoben werden.

Klimaanlage macht krank

Selbst wenn die Klimaanlage optimal gewartet wird, kann sie Nachteile haben: Bei Außentemperaturen von 30 oder 40 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit kommt jeder ins Schwitzen. Im klimatisierten und damit kühlen Büro, Restaurant oder Hotelzimmer holt man sich dann leicht eine Erkältung – der abrupte Wechsel zwischen hohen und niedrigen Temperaturen stresst das Immunsystem und schwächt die Abwehrzellen. Der Schweiß kühlt plötzlich ab, die trockene Luft reizt zusätzlich die Schleimhäute der oberen Luftwege – viele Virenarten haben ein leichtes Spiel und der steife Nacken lässt nicht lang auf sich warten. Darüber hinaus wird auch das Herz-Kreislauf-System stark belastet.

Um gerade im heißen Sommer abrupte Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollten Klimaanlagen also nicht zu kühl eingestellt werden – mehr als 6 °C sollte der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen nicht betragen. Halten Sie notfalls auch im Sommer eine Jacke griffbereit.Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass Klimaanlagen dick machen. Was sich wie ein Aprilscherz anhört, wird wie folgt begründet: In immer gleich und wohltemperierten Innenräumen schwitzt und fröstelt man seltener - und verbraucht damit weniger Energie.

Klimaanlagen blockierten außerdem gerade im Sommer den natürlichen Sommerdiät-Mechanismus, mit dem die Hitze dafür sorgt, dass unser Appetit weniger wird.

Klimaanlagen in Auto regelmäßig warten

Im Auto gehören Klimaanlagen mehr und mehr zum Standard: Wenn sich in der Sonne ein Auto schnell auf 50 Grad und mehr aufheizt, ist man nicht nur für die eigene Abkühlung dankbar, sondern auch dafür, dass man seine frischen Lebensmittel unversehrt nach Hause transportieren kann. Doch Vorsicht, wenn ihr ein modriger Geruch entströmt. Was nämlich für Büroräume gilt, sollte auch im Mikrokosmos Auto beachtet werden: Der Innenraumluftfilter, durch den auch die Luft der Klimaanlage geblasen wird, sollte etwa einmal pro Jahr gewechselt werden, damit Erreger und Pollen sich nicht im Auto breit machen können.

Problematisch ist hier vor allem der Verdampfer im Armaturenbrett. Hier wird das Kondenswasser, das bei der Kühlung automatisch entsteht, gesammelt und verdampft. In der feuchten Umgebung fühlen sich die Mikroorganismen besonders wohl. Verdampfer müssen gereinigt und am besten desinfiziert werden.Im Auto ist eine Temperatur von 23 bis 27 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 35 bis 65 Prozent ideal zum Fahren.

Trockene Luft im Flugzeug

Die Luft im Flugzeug ist besonders trocken, gerade auf langen Strecken leiden viele Passagiere an gereizten Augen. Dies betrifft vor allem die Passagiere der First Class: Da die Fluggäste hier nicht ganz so dicht zusammen sitzen, feuchten sie auch die Luft beim Ausatmen weniger stark an. Während die Luftfeuchtigkeit in der Economy Class etwa 16 % beträgt, liege sie in der Business Class nur bei etwa 10 % – angenehm sind Werte zwischen 40 und 60 %. In einer Flughöhe vonzehn Kilometern ist bei circa 52 Grad Minus die Außenluft aber sehr trocken. Bevor sie in die Kabine kommt, wird die Frischluft angewärmt – doch sie durch Klimaanlagen auch anzufeuchten, ist nicht praktikabel:

Ein Jumbo-Jet müsste zusätzlich eine Tonne Wasser mitführen, um einen spürbaren Effekt zu erzielen. Und das kostet Treibstoff. Außerdem könnte Kondenswasser die elektrischen Anlagen stören. Es ist daher ratsam, viel Wasser oder Saft (keine Alkohol!) zu trinken und bei Bedarf künstliche Tränen in die Augen zu tropfen. Die Luft im Inneren der Flugzeuge wird je nach Flugzeugtyp durchschnittlich 30 mal pro Stunde ausgetauscht. Ein Teil der verbrauchten Luft wird jedoch nicht nach außen befördert, sondern nach einer speziellen Aufbereitung über Filter wieder in die Maschine geblasen. Auch hier können sich Keime, vor allem Viren, im Innenraum des Flugzeugs ausbreiten.

Das Risiko, sich auf diese Weise eine Infektion zuzuziehen, ist allerdings gering. Bei immungeschwächten Patienten kann es jedoch zu Problemen kommen. Im Zweifel sollte ein Arzt konsultiert werden. Besonders sorgfältig sollten Organtransplantierte eine Flugreise planen.

Aktualisiert: 23.06.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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