Basilikum – das königliche Gewürz

Basilikum © TesaPhotography

Basilikum ist ein beliebtes Gewürz, das unter anderem in der italienischen Küche in Form von Pesto oder als dekorative Verzierung von Pizza und Pasta zum Einsatz kommt. Auch in der hiesigen Küche findet das Gewürz häufig Verwendung und bei vielen Menschen hat der Topf mit der Basilikum-Pflanze einen festen Platz auf der Fensterbank. Aber wie gesund ist Basilikum? Ist das Gewürz wirklich krebserregend? Alles Wichtige über Inhaltsstoffe von Basilikum und seine mögliche Wirkung auf die Gesundheit erfahren Sie hier.

Wirkstoffe und Heilwirkung von Basilikum

Hauptinhaltsstoffe von Basilikum sind ätherische Öle. Sie kommen innerhalb der verschiedenen Geruchsvarietäten in sehr unterschiedlicher Zusammensetzung vor. Die wichtigsten Aromastoffe sind: 

  • Cineol
  • Linalool
  • Citral
  • Estragol
  • Eugenol und
  • Methylcinnamat

Hinzu kommen noch Substanzen wie Campher (Kampfer), Ocimen, Geraniol, Methyleugenol und Zimtsäureester.

Daneben enthält Basilikum verschiedene Vitamine, vor allem Vitamin A, C, D und Vitamin E. Auch Mineralstoffe wir Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen sind in dem Gewürz enthalten.

Inhaltsstoffe variieren nach Sorte

Das bei uns erhältliche Europäische Basilikum enthält vor allem Linalool und Cineol, während die osteuropäischen Sorten mehr Eugenol aufweisen. Nach Zitronen duftende Sorten enthalten vor allem Citral, und das Zimt-Basilikum verdankt sein Aroma einem in ihm enthaltenen Zimtsäureester.

Stark estragolhaltige Sorten haben einen süßen Geschmack und Geruch nach Anis oder Lakritze (Thai-Basilikum, Anis-Basilikum, Neuguinea-Basilikum).

Basilikum: gesund oder krebserregend?

Wie beim Estragon und einigen anderen Kräutern und Gewürzen gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch in Bezug auf Basilikum Verbrauchern den Rat, das Lebensmittel nur zum Würzen zu verwenden, da das in Basilikum enthaltene Estragol und Methyleugenol in Tierversuchen eine erbgutschädigende und krebsauslösende Wirkung hat.

Allerdings weisen noch keine Untersuchungen auf eine Gesundheitsgefährdung des Menschen hin, und man hat herausgefunden, dass nur ein kleiner Teil der Aromastoffe in einen Tee-Aufguss gelangt. Dennoch könnte ein übermäßiger Verzehr von Basilikum ungesund sein und sollte daher vermieden werden – genaue Empfehlungen zur Menge gibt es allerdings nicht.

Nach Einschätzung des BfR wird das Risiko, durch den Verzehr von Basilikum an Krebs zu erkranken, wegen der relativ kleinen Aufnahmemenge als eher gering eingeschätzt, solange das Kraut nur gelegentlich in der Küche eingesetzt wird.*

Dürfen Schwangere Basilikum essen?

Schwangeren Frauen und stillenden Müttern wird vom Verzehr nicht abgeraten, sie sollten aber vorsichtshalber besonders darauf achten, Basilikum in Maßen zu essen. In der Schwangerschaft ist der übermäßige Verzehr von Basilikum noch aus einem weiteren Grund nicht ratsam: Das enthaltene ätherische Öl Campher kann – in hohen Mengen – Krämpfe in der Gebärmutter verursachen und Wehen auslösen.

Bei einem normalen Konsum ist jedoch nicht davon auszugehen, dass eine bedenkliche Menge erreicht wird – auch während der Schwangerschaft spricht also nichts dagegen, gelegentlich Basilikum und Pesto zu genießen.

Basilikum als Küchenkraut mit gesunder Wirkung

Basilikum wirkt appetitanregend, fördert die Fettverdauung und hilft bei Magenverstimmungen. Wegen seines scharfen, pfefferartigen Geschmacks sollte Basilikum nur sparsam dosiert werden. 

Das ätherische Basilikum-Öl wird übrigens auch gegen Insektenstiche, nervöse Schlaflosigkeit und Migräne eingesetzt. Bei Migräne und Kopfschmerzen gilt zudem auch das Kauen von frischen Basilikumblättern als wirksames Hausmittel, da die ätherischen Öle sich dabei in den Atemwegen entfalten können.

Zudem wirkt Basilikum entzündungshemmend und antibakteriell. Die Pflanze beinhaltet die gleichen Enzyme, die dich auch in entzündungshemmenden Medikamenten, wie etwa in Ibuprofen, finden.

5 Fakten über Basilikum (Infografik)

5 Fakten über Basilikum – © istockphoto, Nataliia Mysak

Basilikum in der Küche: Wozu passt es?

Basilikum wird oft roh und frisch gegessen, kommt aber auch getrocknet zum Einsatz. Es passt zu Fisch, Kräutersaucen, Fleisch, Geflügel, Rührei und Kartoffeln. Vor allem der Geschmack von Gemüsesuppen und Salaten wird durch die Zugabe von frischem Basilikum verfeinert, und es wird zur Herstellung vieler Kräuteröle und Essigsorten genutzt.

In der italienischen Küche findet man Basilikum vor allem als unverzichtbaren Bestandteil des Pesto und von Tomatengerichten – die Auswahl an entsprechenden Rezepten ist enorm. Darüber hinaus eignet sich Basilikum als diätetisches Gewürz, da es das Salz ersetzen kann.

Basilikum pflanzen und selbst anbauen

Das ganze Sommerhalbjahr hindurch kann man die frischen Blätter des Basilikums für die Küche ernten. Dazu sollte man die ganzen Triebspitzen abschneiden, damit die Pflanze nicht zu früh blüht und sich besser verzweigt. Ab Juni öffnen sich an den Triebspitzen der Basilikum-Pflanze die in Scheinquirlen angeordneten weißen bis rosa Blüten.

Die Mannigfaltigkeit der Basilikum-Arten ist sehr groß. Es gibt 60 Varietäten von unterschiedlicher Pflanzen- und Blattgröße, Farbe (grün- und rotlaubig) und Aroma. Grundsätzlich sind die grünen, großblättrigen Sorten robuster und für unser Klima besser geeignet, während die zierlicheren Sorten ein feineres Aroma besitzen.

Basilikum braucht im Garten eine geschützte Stelle in humusreichem Boden, die nicht austrocknet. Diese Pflanze ist sehr kälteempfindlich, weshalb man dieses Gewürz in kalten, verregneten Sommern besser auf die Fensterbank stellt. Der beste Erntezeitpunkt des Basilikums liegt kurz vor der Blüte.

Am besten konserviert man die Blätter durch Einfrieren, denn das Trocknen ist mit großen Einbußen im Aroma verbunden.

Herkunft und Geschichte von Basilikum

Das vermutlich aus Indien stammende Basilikum (Ocimum basilikum) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler. In seinem Ursprungsland erfreute sich dieses Kraut schon Jahrtausende lang einer großen Wertschätzung, bevor es in den Mittelmeerraum gelangte.

Sein Name stammt von den griechischen Worten "basileus" und "ozein" ab, was "König" und "riechen" bedeutet und wahrscheinlich auf den außerordentlich aromatischen Geruch dieser Pflanze zurückzuführen ist. Die deutsche Bezeichnung "Königskraut" weist ebenfalls auf diesen Namensursprung hin.

Seit dem 12. Jahrhundert ist die Basilikum-Pflanze auch in Mitteleuropa bekannt. Daneben ist dieses Gewürz heute in ganz Asien, Mittel- und Südamerika (insbesondere Kalifornien) verbreitet.

Quellen und weitere Informationen

Bundesinstitut für Risikobewertung: Estragol- und Methyleugenolgehalte in Lebensmitteln verringern.

Aktualisiert: 18.04.2019 – Autor: Anke Dorl; überarbeitet: Kristina Klement

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?