Herz-Check: Ärztliche Untersuchungen

Arzt macht Herz-Check bei älterem Mann © istockphoto, vadimguzhva

Ob Sie an einer koronaren Herzkrankheit leiden, kann Ihr Arzt anhand einer Reihe von einfachen Untersuchungsmethoden feststellen. Erste Aufschlüsse geben zum Beispiel eine Puls- und Blutdruckmessung, das Abhorchen mit dem Stethoskop sowie eine detaillierte Beschreibung der Symptome. Um den Zustand Ihres Herzens und Ihrer Herzkranzgefäße noch genauer beurteilen zu können, sind jedoch häufig weitere Untersuchungen nötig. Hierzu zählen das Elektrokardiogramm, das Echokardiogramm und die Angiographie.

Elektrokardiogramm (EKG): Erfassung elektrischer Herzimpulse

Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Dazu werden am Oberkörper des Patienten kleine Elektroden befestigt, die über Kabel die elektrischen Impulse des Herzens an ein EKG-Gerät weiterleiten. Das EKG informiert den Arzt über früher abgelaufene Herzinfarkte und kann einen akuten Herzinfarkt nachweisen, aber nicht ausschließen. Auch kann ein EKG Herzrhythmusstörungen erfassen.

  • Das normale Ruhe-EKG ist allerdings nicht sehr empfindlich für die meisten bedeutenden Herzerkrankungen. Es ist beispielsweise nicht besonders aufschlussreich bei belastungsabhängigen Beschwerden.
  • Eine Variante ist das Belastungs-EKG mittels Fahrrad-Ergometer oder Laufband. Der Patient wird dabei kontrolliert soweit belastet, wie es ihm ohne Schmerzen möglich ist. Aber auch das Belastungs-EKG ermöglicht keine absolute Aussage: Es hat eine Treffsicherheit von etwa 80 Prozent, damit kann die Aussage bei jedem fünften Patienten unzutreffend sein.
  • Manchmal ist zusätzlich noch ein Langzeit-EKG erforderlich. Denn oftmals treten Herzrhythmusstörungen gerade dann auf, wenn der Patient nicht beim Arzt an ein EKG-Gerät angeschlossen ist. Das Gerät für ein Langzeit-EKG ist tragbar und wird dem Patienten für mindestens 24 Stunden angelegt. So kann die Funktion des Herzens während eines ganz normalen Tages- und Nachtverlaufes aufgezeichnet und überprüft werden.

Ultraschalluntersuchung: Echokardiogramm

Ein Echokardiogramm ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Der Ultraschall wird vom Gewebe reflektiert, sodass die Bewegung und die Struktur des Herzens sichtbar gemacht werden.

Das Echokardiogramm liefert zum Beispiel wichtige Informationen über vorliegende Herzklappenfehler und Abnormalitäten bei der Herzkontraktion. Krankhafte Veränderungen an den Herzkranzgefäßen können mittels der Echokardiographie jedoch bisher nicht erkannt werden.

Auch bei der Echokardiographie besteht die Möglichkeit, eine Belastungsuntersuchung durchzuführen, die sogenannte Stress-Echokardiographie. Durch die Gabe eines kreislaufwirksamen Medikaments wird der Sauerstoffverbrauch des Herzens gesteigert, sodass beispielsweise eine Durchblutungsstörung der Herzmuskulatur identifiziert werden kann.

Radiologische Untersuchung: Angiographie

Die Angiographie stellt die genaueste Methode zur Beurteilung der Herzkranzgefäße dar. Unter örtlicher Betäubung wird dem Patienten ein langer, dünner Schlauch (Katheter) in eine Arterie in der Leistengegend eingeführt und bis zum Herzen und den Herzkranzgefäßen vorgeschoben.

Über den Katheter wird dann ein Röntgenkontrastmittel in die zu untersuchende Herzregion gespritzt, um anschließend mithilfe von Röntgenaufnahmen die Herzkranzgefäße beurteilen zu können. Auf dem Röntgenfilm ist genau sichtbar, ob, wie viele und wo sich Gefäßverengungen befinden.

Aktualisiert: 15.10.2018 – Autor: medipresse / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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