Antibiotikaresistenz

Beim Vorliegen einer Antibiotikaresistenz ist ein Antibiotikum gegenüber einem bakteriellen Infektionserreger wirkungslos. Dies kann einerseits auf natürliche Resistenzen zurückzuführen sein, andererseits kann es sich aber auch um eine erworbene Resistenz handeln. Für die Bakterien gehört die Erwerbung solcher Resistenzeigenschaften zum Überlebenskampf. Die verbreitete Anwendung von Antibiotika durch den Menschen führt daher auch zu einem zunehmenden Auftreten von entsprechenden Resistenzen bei Bakterien.

Formen der Antibiotikaresistenz

Folgende Formen der Antibiotikaresistenz existieren:

  • Produktion von Eiweißen, die die Antibiotika außer Gefecht setzen.
  • Veränderung des Zellwandaufbaus, sodass die Antibiotika nicht mehr eindringen können.
  • Transport der eingedrungenen Antibiotika aus der Zelle.
  • "Umprogrammierung" der Antibiotika.

Hierbei ist die Entwicklung einer Resistenz stark davon abhängig, welches Bakterium auf welches Antibiotikum trifft. Der Angina- und Scharlach-Erreger beispielsweise (Streptococcus pyogenes) ist bis heute nicht resistent gegen Penicillin, während verschiedene Staphylococcen-Arten hingegen innerhalb von zehn Jahren vollständig penicillinresistent geworden sind.

Folgen der Antibiotikaresistenz

Im schlimmsten Fall kann das Auftreten einer Antibiotikaresistenz dazu führen, dass ein Patient an einer normalerweise harmlosen Infektion sterben kann. Dabei sind insbesondere Infektionskrankheiten, die von Fernreisenden eingeschleppt werden, oftmals problematisch, da in diesen Ländern Antibiotikaresistenzen vermehrt auftreten.

Vor allem Spanien und Frankreich, sowie viele andere süd- und auch osteuropäische Länder beherbergen mittlerweile eine hohe Antibiotikaresistenzrate bestimmter Bakterien besonders gegen Penicilline und gegen die Antibiotika-Gruppe der Makrolide.

Behandlungen mit Antibiotika

Vergleichende Länderstudien zeigen, dass sich die Anzahl resistenter Bakterien je nach Häufigkeit und Verschreibungsart eines Antibiotikums deutlich unterscheiden. Dies sollten Ärzte berücksichtigen und nicht allzu leichtfertig ein Antibiotikum verschreiben. In Deutschland fand man in einer Studie heraus, dass in 50 bis 70 Prozent der untersuchten Fälle Antibiotika hinsichtlich Auswahl, Dosierung oder Behandlungsdauer falsch angewendet wurden.

Dieses kann aus Mangel an Qualifikation aber auch durch falsches therapeutisches Sicherheitsbedürfnis eines Arztes geschehen, und es wird durch die breite Verfügbarkeit von Antibiotika mit relativ wenig Nebenwirkungen leicht gemacht. Doch nur wer Antibiotika rational einsetzt, kann Resistenzen vermeiden, die zu teuren, komplizierten und riskanten Therapien führen.

Tipps zum Schutz gegen Bakterien:

  • Auf Reisen Wasser abkochen, da die meisten Bakterien bei Temperaturen von 80 Grad Celsius absterben.
  • Bei einer Krankheit nicht die Erwartungshaltung entwickeln, unbedingt ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen.
  • Die Dosierung eines Antibiotikums nicht eigenständig verändern oder die Therapie eigenmächtig verlängern, sowie angebrochene Packungen nicht bei "Bedarf" verwenden.
  • Die Therapie mit einem Antibiotikum nicht eigenständig verkürzen. Man kann bei Beschwerdefreiheit keinesfalls davon ausgehen, dass alle Krankheitserreger schon besiegt sind. Die letzten übrig gebliebenen Bakterien können sich wieder vermehren, und es kann zu einer erneuten Infektion kommen, gegen die nur die Einnahme eines stärker wirksamen Antibiotikums hilft.
  • Genauso wenig sollte man die Therapie mit einem Antibiotikum eigenmächtig unterbrechen. Dies kann sonst dazu führen, dass sich die übrig gebliebenen Erreger erneut vermehren, was zu einem meist noch schlimmeren Rückfall führen kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass nach einer "Therapiepause" die übrig gebliebenen Keime Strategien zum Überleben entwickelt haben, das heißt Resistenzen, durch die das Antibiotikum wirkungslos wird.
  • Falls die Befürchtung besteht, sich im Urlaub infiziert zu haben, sollte umgehend ein Hausarzt aufgesucht und ihm die Situation geschildert werden.

Aktualisiert: 27.03.2019 - Autor: Udo Schmidt

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