Kind und Psyche: 7 Anzeichen für Probleme

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Pandemie und den Kontaktbeschränkungen. Viele Jugendliche erkranken an Depressionen, Angstzuständen oder entwickeln Hyperaktivität. Grund dafür sind die beschränkten Kontakte zu anderen Jugendlichen und geringe Möglichkeiten, einen Ausgleich zu schulischen Pflichten zu finden. Inwiefern Kinder und Jugendliche auf die Pandemie reagieren, hängt von ihren Fertigkeiten, Kompetenzen und ihrem Temperament ab. Das Ende der Pandemie bedeutet allerdings nicht das Ende der psychischen Probleme. Viele Kinder und Jugendliche spüren die Defizite auch nach dem Lockdown. Diese Warnzeichen helfen Eltern, psychische Probleme des Kindes zu erkennen, Veränderungen richtig einzuordnen und Lösungen bei Auffälligkeiten zu finden.

Weiterlesen

1. Veränderung der Persönlichkeit während der Pandemie

Kind kuschelt mit Mutter © Getty Images/Catherine Falls Commercial
1|7

Bei Verstimmungen, depressiven Phasen und anderen Auffälligkeiten sollten Eltern darauf achten, wie lange die Veränderung anhält. Oft verschwindet sie nach ein paar Tagen von selbst. Macht sich die Störung allerdings über mehrere Tage oder gar Wochen bemerkbar, deutet dies auf ein ernsteres Problem hin.

Häufige Probleme von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie sind:

  • Schlafstörungen
  • Sozialer Rückzug
  • Angstzustände
  • Depressionen
  • Stress
  • Interessensverlust

Kommt die Veränderung öfters und in Phasen vor, könnte dies ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Depression sein. Eltern sollten hierbei nicht zögern, eine*n Kinderarzt*Kinderärztin und in der Folge eine*n Spezialist*in für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu kontaktieren.

2. Häufigkeit des Problems und besondere Zeitpunkte

Kind sitzt traurig vor Fenster © Getty Images/portishead1
2|7

Um das Problem besser einschätzen zu können, sollten Eltern relativ genau registrieren, wann und wie oft die Störungen auftreten. Ein Kalender kann helfen, die Phasen detailliert anzugeben.

Zudem ist es während Corona besonders wichtig, den Kindern einen geregelten Alltag zu ermöglichen. Feste Mahlzeiten, Schul- und Lernzeiten können helfen, die Symptome zu erkennen und Auslöser zu finden.

3. Stärke des Problems wahrnehmen

Mutter und Kind führen Kalender © Getty Images/Halfpoint Images
3|7

Um das Problem besser einschätzen zu können, sollten Eltern allein oder gemeinsam mit dem Kind die Störung beurteilen. Hierbei steht die persönliche Meinung im Fokus – das Problem kann beispielsweise auf einer Skala von Eins bis Zehn beurteilt werden. Die Eins wäre hierbei eine geringe Belastung, während Zehn das maximale Ausmaß beschreibt. Andere benutzen beispielsweise lieber das Ampelsystem. Rot ist hierbei besonders kritisch, gelb beschreibt die Mitte, bei grün ist alles in Ordnung.

4. Corona: Belastung für Psyche von Kind und Eltern

Vater und Kind streiten auf Couch © Getty Images/bymuratdeniz
4|7

Wie stark belasten Auffälligkeiten und Störungen das Kind selbst oder die ganze Familie? Besonders wenn das Kind und die Familie ausgegrenzt werden oder der Alltag nicht mehr gewohnt ablaufen kann, kann es in Familien zu Streit und Problemen kommen.

Während der Pandemie leiden nicht nur Kinder unter den erschwerten Bedingungen. Auch Eltern zeigen sich frustriert und deprimiert und haben Ängste. Kinder nehmen diese Emotionen wahr, oft gehen die psychische Gesundheit der Erwachsenen und der Zustand der Kinder miteinander einher.

5. Auslöser der Symptome erkennen

Kind deprimiert beim Home Schooling © Getty Images/Carol Yepes
5|7

Manche Störungen sind von besonderen Situationen und Reaktionen abhängig. Die Belastung kann dann durch verschiedene Handlungen reduziert werden:

  • Ist der Auslöser bekannt, sollte dieser für eine gewisse Zeit gemieden werden.
  • Eltern wissen bereits, wie sie handeln müssen, um schwere Phasen zu durchbrechen und zu überstehen.

Manchmal können sich gewisse Muster allerdings abnutzen und dem Kind oder Jugendlichen nicht mehr weiterhelfen. Eltern sollten sich nicht zusätzlich belasten, sondern professionelle Hilfe einfordern.

Häufige Ursachen während der Pandemie sind:

  • Verlust der Routinen
  • Fehlende soziale Kontakte
  • Unsichere Zukunftsperspektive
  • Erhöhter Medienkonsum
  • Keine oder nur wenige Erfolgserlebnisse

6. Das Umfeld bemerkt die Veränderung

Kind spricht mit Sportlehrerin © Getty Images/KatarzynaBialasiewicz
6|7

Auch andere Bezugspersonen wie Großeltern, Erzieher*innen oder Lehrer*innen bemerken die Probleme des Kindes und machen sich Sorgen. Ein Austausch über das Verhalten des Kindes und dessen Auffälligkeiten kann auf andere oder neue Auffälligkeiten hinweisen.

Je nach Umgebung kann das Kind andere Probleme entwickeln. Eltern sollten die Augen offenhalten und versuchen, Situationen neu zu bewerten.

7. Lösung der Probleme finden

Kind beim Therapeuten © Getty Images/SDI Productions
7|7

Eltern suchen oft allein die Lösung der Probleme. Es empfiehlt sich, schnell Unterstützung zu suchen und Hilfe anzunehmen. Expert*innen können Kindern helfen, die Probleme zu lösen. Meist sind Kinder- und Jugendärzt*innen die ersten Ansprechpartner*innen.

Aktualisiert: 13.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin