Venenkissen: Sinnvolle Thromboseprophylaxe und Druckentlastung?

Venenkissen gibt es in Sanitätshäusern, bei Discountern und online zu kaufen. Die Kissen sollen den venösen Blutfluss unterstützen, die Bandscheiben und Waden entlasten und bei Wasser in den Füßen (Lymphödem) helfen. Wie sinnvoll ein Venenkissen wirklich ist und was zu beachten ist, lesen Sie hier.

Venenkissen
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Venenkissen können in verschiedenen Preisklassen, Farben und Formen erworben werden.

Venenkissen – vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Venenkissen oder auch Beinhochlagerungskissen sollen laut Angaben der Hersteller den Druck auf den Beinen lindern und Schmerzen reduzieren. Die Einsatzgebiete des Venenkissens sind vielseitig und können bei verschiedenen Beschwerden unterstützen:

  • Venenleiden/Venenschwäche: Das sauerstoffarme Blut fließt durch die Venen zurück zum Herzen. Bei einer Venenschwäche sind die Wände der Blutgefäße krankhaft erweitert. Die Venenklappen, welche für den Rückfluss des Blutes verantwortlich sind, schließen nicht mehr richtig. Die Folge: Das Blut bleibt in den Beinen stehen und verursacht verschiedene Probleme wie Schweregefühl, Schmerzen und Wassereinlagerungen in den Beinen.
  • Wasser in den Beinen: Wasser in den Beinen, auch Ödeme genannt, bilden sich wenn Wasser durch die Kapillaren in das Gewebe sickert. Dies führt zu wenig Wasser im Blutstrom – als Folge halten die Nieren weiteres Wasser zurück, um das Defizit auszugleichen. Dadurch kann mehr Flüssigkeit durch die Kapillaren sickern, was die Nieren zum verstärkten Rückhalt anregt. Die Folge: Kleine und große Schwellungen der betroffenen Region. Das Hochlagern der Beine soll die Venen entlasten und den Abfluss des überflüssigen Wassers fördern.
  • Thromboseprophylaxe: Eine Thrombose (Blutgerinnsel) ist ein vollständiger oder teilweiser Verschluss eines Gefäßes. Thrombosen entstehen, wenn innerhalb der Gefäße Blut gerinnt, meist handelt es sich um eine tiefe Beinvenenthrombose. Eine Thrombose kann auch in anderen Regionen des Herz-Kreislauf-Systems entstehen. Löst sich das Gerinnsel, kann dies durch den Körper wandern und eine gefährliche Lungenembolie auslösen.
  • Rückenschmerzen und Hüftschmerzen: Rückenschmerzen und Hüftprobleme können verschiedene Ursachen haben. Venenkissen können den Rücken besonders im Hohlkreuz entlasten.

Venenkissen werden bereits in der Physio- und Ergotherapie, in Krankenhäusern und im privaten Bereich eingesetzt. Ob das Venenkissen im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte mit einem*einer Arzt*Ärztin oder Expert*in im Sanitätshaus besprochen werden.

Venenkissen – das passiert beim Hochlagern:

Venenkissen nutzen das Prinzip der Schwerkraft: Durch die Hochlagerung der Beine erhöht sich die venöse Strömungsgeschwindigkeit. Der Druck innerhalb des Gefäßes kann dadurch reduziert werden, der Venenquerschnitt nimmt somit ab und der Rückfluss von Flüssigkeit aus dem Gewebe wird ebenfalls gefördert.

Die Beine können beispielsweise zirka 20 Minuten vor dem Anlegen eines Kompressionsverbandes oder im Rahmen unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten hochgelagert werden.

Venenkissen – Vorsicht bei Beschwerden

Um mögliche Probleme durch das Hochlagern mit einen Venenkissen zu vermeiden, sollten Personen mit einer bestehenden Herzinsuffizienz und arteriellen Durchblutungsstörung auf die Anwendung des Venenkissens verzichten. Auch Personen, die anfällig für Druckgeschwüre sind, sollten aufgrund des erhöhten Drucks und der Kräfte im Bereich des Steißbeins auf den Gebrauch von Venenkissen verzichten.

Fazit

Venenkissen können als Unterstützung bei Beschwerden helfen, sollten aber nicht als reine Therapiemethode benutzt werden. Anstatt eines Venenkissens eignen sich auch ein verstellbarer Lattenrost oder normale Kopfkissen. Wichtig: Die Beugung von Knie- und Hüftgelenk sollte einen Gelenkwinkel von 20 Grad nicht überschreiten. Bei anhaltenden Schmerzen und Symptomen sollte zudem ein*e zuständige*r Arzt*Ärztin kontaktiert werden.

Aktualisiert: 21.09.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin