Barfuß laufen ist gesund

Füße barfuß am Strand © rawpixel

Barfuß auf einer Wiese oder einem weichen Waldboden laufen – für unsere Füße gibt es nichts Besseres. Allerdings laufen die meisten Menschen heutzutage nur noch selten barfuß, fast immer stecken unsere Füße in Schuhen. Durch das Tragen des falschen Schuhwerks können jedoch Fußfehlstellungen wie Platt- oder Senkfüße entstehen. Laufen Sie deswegen so oft wie möglich barfuß, beispielsweise in Ihrem Garten oder auf extra angelegten Barfußpfaden. Für das Laufen auf Asphalt können zum Schutz der Füße spezielle Barfußschuhe empfehlenswert sein. 

Barfuß laufen trainiert die Füße

Jahrtausende lang sind wir Menschen barfuß gelaufen – erst in der jüngsten Vergangenheit ist es zur Normalität geworden, fast immer Schuhe zu tragen. Doch das bekommt unseren Füßen gar nicht gut: Oftmals passen die Schuhe nämlich nicht richtig oder belasten die Füße durch eine enge Spitze oder einen hohen Absatz.

Das Tragen des falschen Schuhwerks kann die Entstehung von Fußfehlstellungen begünstigen. Regelmäßiges Barfußlaufen ist deswegen für eine gesunde Entwicklung der Füße wichtig. 

Fußfehlstellungen vorbeugen

Beim Barfußlaufen muss sich der Fuß immer wieder an die Unebenheiten des Bodens anpassen. Dadurch wird die Fußmuskulatur ständig trainiert. Da die Fußmuskeln das Längs- und Quergewölbe des Fußes tragen, beugt eine kräftige Muskulatur der Entstehung von Fußfehlstellungen wie Platt-, Senk- und Spreizfüßen oder einem Hallux valgus vor.

Vor allem Kinder sollten so viel wie möglich barfuß laufen, um ihre Fußmuskulatur zu kräftigen und eine korrekte Zehenstellung zu entwickeln. Doch auch Erwachsene können durch regelmäßiges Barfußlaufen ihre Fußmuskulatur noch trainieren. Bereits vorliegende Fußfehlstellungen können jedoch nur dann behoben werden, wenn sie durch eine unterentwickelte Muskulatur hervorgerufen werden.

Barfuß joggen statt in Turnschuhen?

Beim Laufen fühlt es sich oft nicht so an, doch Joggen mit Laufschuhen belastet unsere Gelenke stärker, als wenn wir barfuß laufen gehen. Das hat zumindest eine Studie amerikanischer Forscher ergeben. Die belastende Wirkung der Schuhe soll auf das Stützmaterial unter dem Fußgewölbe und den erhöhten Absatz zurückzuführen sein. Die Studie ergab, dass das Kniegelenk durch das Tragen von Laufschuhen um 37 Prozent stärker belastet wird, das Hüftgelenk sogar um 54 Prozent. 

Während beim Laufen in Sportschuhen die Belastung eher auf der Ferse liegt, werden beim Barfußlaufen der Vorder- und der Mittelfuß stärker beansprucht. Dadurch federt der Fuß den Aufprall besser ab und das Knie wird weniger belastet. Dieser Effekt tritt übrigens auch beim Tragen von speziellen Barfußschuhen auf. Diese schützen die Füße beim Laufen auf Asphalt vor Scherben oder spitzen Steinen. 

Richtige Lauftechnik ist wichtig

Wenn Sie barfuß oder in Barfußschuhen joggen gehen, sollten Sie langsam anfangen: Gehen Sie zunächst höchstens zweimal pro Woche laufen – am besten auf einer Wiese oder im Wald. Eine Trainingseinheit sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Der Körper muss sich nämlich erst an die neue Belastung gewöhnen. Mit der Zeit können Sie die Trainingshäufigkeit und die Trainingsdauer langsam steigern. 

Wenn Sie sich extra Barfußschuhe anschaffen wollen, lassen Sie sich in einem Sportgeschäft Tipps zur richtigen Lauftechnik geben: Wenn Sie in den Schuhen nämlich weiterhin mit der Ferse zuerst auftreten, kann die Belastung für die Gelenke deutlich höher sein als in gewöhnlichen Laufschuhen. Deswegen sollte in Barfußschuhen die Belastung eher auf dem Mittel- und Vorderfuß liegen. 

Personen mit Arthrose in den Zehengelenken sollten besser auf das Joggen mit Barfußschuhen verzichten. Durch die vermehrte Bewegung können sich die Beschwerden nämlich verschlimmern. Auch Diabetiker, Personen mit Durchblutungsstörungen oder speziellen Fußproblemen sowie Personen mit einer Insektengiftallergie sollten nicht länger barfuß laufen oder dabei zumindest besondere Vorsicht walten lassen. 

Barfußpfad: Ein Erlebnis für die Füße

Wenn Sie bei sich in der Umgebung keine Möglichkeit zum Barfußlaufen haben, können Sie über einen Ausflug zu einem Barfußpfad nachdenken. Barfußpfade sind speziell angelegte Wege mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten – beispielsweise mit flachen Steinen, großen Kieseln, feinen Kieseln, Sand, Lehm oder Holz. Oft ist auch ein Abschnitt dabei, in dem die Besucher durch flaches Wasser gehen können. 

Der Besuch eines Barfußpfades ist ein Erlebnis für Körper und Geist. Durch das Laufen auf den verschiedenen Untergründen wird zum einen die Fußmuskulatur trainiert, zum anderen wirkt ein solcher Besuch entspannend und befreiend auf den Geist. Informieren Sie sich, wo bei Ihnen in der Nähe der nächste Barfußpfad ist und probieren Sie es einfach einmal aus. 

Barfußlaufen entspannt

Es muss nicht immer autogenes Training sein – auch Barfußlaufen ist eine effektive Methode, um Körper und Geist zu entspannen. Machen Sie einen kleinen Spaziergang und wählen Sie einen Weg mit verschiedenen Bodenbelägen aus. Achten Sie beim Laufen ganz genau darauf, was Ihre Füße empfinden. In den Fußsohlen sitzen viele Nervenenden, sodass wir über die Füße deutlich mehr wahrnehmen können, als wir vermuten. 

Gehen Sie auf den Zehenspitzen, der Ferse, der Fußinnen- und der Fußaußenkante und spüren Sie, wie sich Ihre Empfindungen dabei verändern. Auf diesem Weg können Sie durch Barfußlaufen ganz einfach Stress und innere Spannung abbauen.

Vorsicht vor Scherben und Steinen

Leider können Sie nicht überall gefahrenlos barfuß laufen. Auf der Straße drohen Verletzungen durch Scherben, Metallteile oder andere spitze Gegenstände. Laufen Sie deswegen besser nur auf Wiesen oder im Wald barfuß. Doch auch hier ist man vor Scherben nicht immer geschützt. Zusätzlich drohen Verletzungen durch Dornen oder spitze Steine. 

Überlegen Sie deswegen vorher genau, wo Sie unbesorgt barfuß laufen können. Gut geeignet sind neben dem eigenen Garten auch gepflegte Sportanlagen wie beispielsweise ein Fußballplatz. Hier sollten Sie jedoch vorher abklären, ob Sie auf dem Rasen laufen dürfen. Daneben gibt es mittlerweile auch spezielle Barfuß-Wanderwege, auf denen Sie unbesorgt spazieren gehen können. 

Aktualisiert: 10.05.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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