Barfuß laufen ist gesund

Füße barfuß am Strand © rawpixel

Barfuß auf einer Wiese oder einem weichen Waldboden laufen – für unsere Füße gibt es nichts Besseres. Allerdings laufen die meisten Menschen heutzutage nur noch selten barfuß, fast immer stecken unsere Füße in Schuhen. Durch das Tragen des falschen Schuhwerks können jedoch Fußfehlstellungen wie Platt- oder Senkfüße entstehen. Warum barfuß laufen gesund ist, was Sie beim Joggen ohne Schuhe beachten sollten und ob Barfußschuhe eine gute Alternative zum Barfußlaufen darstellen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum ist barfuß laufen gesund?

Jahrtausendelang sind Menschen barfuß gelaufen – erst in der jüngsten Vergangenheit ist es zur Normalität geworden, fast immer Schuhe zu tragen. Doch das bekommt unseren Füßen gar nicht gut: Oftmals passen die Schuhe nämlich nicht richtig oder belasten die Füße durch eine enge Spitze oder einen hohen Absatz. Selbst flache Schuhe sind häufig zu eng geschnitten.

Häufiger barfuß laufen ist also gut für die Füße und den Körper. Durch das regelmäßige Barfußlaufen:

  • wird die Fußmuskulatur gestärkt
  • werden die Füße besser durchblutet
  • wird Verletzungen durch falsches Schuhwerk vorgebeugt

Das Tragen des falschen Schuhwerks kann zudem die Entstehung von Fußfehlstellungen begünstigen. Regelmäßiges Barfußlaufen ist deswegen für eine gesunde Entwicklung der Füße wichtig.

Fußfehlstellungen vorbeugen

Beim Barfußlaufen muss sich der Fuß immer wieder an die Unebenheiten des Bodens anpassen. Dadurch wird die Fußmuskulatur ständig trainiert. Da die Fußmuskeln das Längs- und Quergewölbe des Fußes tragen, beugt eine kräftige Muskulatur der Entstehung von Fußfehlstellungen wie Platt-, Senk- und Spreizfüßen oder einem Hallux valgus vor.

Vor allem Kinder sollten so viel wie möglich barfuß laufen, um ihre Fußmuskulatur zu kräftigen und eine korrekte Zehenstellung zu entwickeln. Doch auch Erwachsene können durch regelmäßiges Barfußlaufen ihre Fußmuskulatur noch trainieren. Bereits vorliegende Fußfehlstellungen können jedoch nur dann behoben werden, wenn sie durch eine unterentwickelte Muskulatur hervorgerufen werden.

Barfuß oder in Laufschuhen joggen?

Ob es gesünder ist, anstelle von Laufschuhen barfuß oder in speziellen Barfußschuhen joggen zu gehen, ist noch nicht abschließend geklärt. Einerseits ermöglicht der direkte Kontakt der Fußsohlen zum Fußboden es dem Gehirn, bestimmte Informationen, wie Druck, Gewicht oder Spannung, die auf dem Fuß lasten, zu analysieren und durch eine veränderte Haltung zu korrigieren.

Andererseits können Laufschuhe auch dazu beitragen, bestimmte Fehlhaltungen zu korrigieren und eine Belastung der Sehnen und Bänder zu verringern.

Barfußschuhe sind ein Mittelweg: Sie haben eine sehr dünne Sohle, die Zehen befinden sich in einzelnen Kammern. So kann die Fußmuskulatur gestärkt werden. Gleichzeitig sorgt die Sohle dafür, Verletzungen durch rauen Untergrund oder Scherben und Steinen vorzubeugen.

Richtige Lauftechnik ist wichtig

Möchte man barfuß oder in Barfußschuhen joggen gehen, sollte man es in jedem Fall langsam angehen lassen. So können sich Fußmuskulatur und Sehnen allmählich aufbauen beziehungsweise sich an die neue Beanspruchung anpassen. Auch die Haut an der Fußsohle wird dicker.

Zu Beginn sollte man maximal 20 Minuten pro Tag barfuß oder in Barfußschuhen joggen. Mit der Zeit können Sie die Trainingshäufigkeit und die Trainingsdauer langsam steigern. Die komplette Anpassung der Sehnen und Muskeln kann mehrere Monate dauern. Mit Fußgymnastik können Sie Ihre Füße bei der Umstellung unterstützen.

Tipps zu Barfußschuhen

Wenn Sie sich extra Barfußschuhe anschaffen wollen, lassen Sie sich in einem Sportgeschäft Tipps zur richtigen Lauftechnik geben: Wenn Sie in den Schuhen nämlich weiterhin mit der Ferse zuerst auftreten, kann die Belastung für die Gelenke deutlich höher sein als in gewöhnlichen Laufschuhen. Deswegen sollte in Barfußschuhen die Belastung eher auf dem Mittel- und Vorderfuß liegen.

Achten Sie beim Kauf zudem darauf, dass der Bereich für die Zehen nicht zu eng geschnitten ist. Generell sollten Barfußschuhe qualitativ hochwertig sein.

Kann barfuß laufen auch ungesund sein?

Unter bestimmten Umständen sollte man lieber nicht barfuß laufen:

  • Personen mit Arthrose in den Zehengelenken sollten besser auf das Barfußlaufen oder das Laufen oder Joggen mit Barfußschuhen verzichten, da dieses die Gelenke zusätzlich belastet.
  • Auch Personen mit Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus sollten nicht barfuß laufen, da gegebenenfalls Empfindungsstörungen am Fuß vorliegen können und so kleinere Verletzungen schlechter bemerkt werden.
  • Ebenso sollten Menschen mit einer Insektengiftallergie nicht länger barfuß laufen oder dabei zumindest besondere Vorsicht walten lassen.

Vorsicht vor Scherben und Steinen

Leider können Sie nicht überall gefahrenlos barfuß laufen. Auf der Straße drohen Verletzungen durch Scherben, Metallteile oder andere spitze Gegenstände. Laufen Sie deswegen besser nur auf Wiesen oder im Wald barfuß. Doch auch hier ist man vor Scherben nicht immer geschützt. Zusätzlich drohen Verletzungen durch Dornen oder spitze Steine.

Überlegen Sie deswegen vorher genau, wo Sie unbesorgt barfuß laufen können. Gut geeignet sind neben dem eigenen Garten auch gepflegte Sportanlagen wie beispielsweise ein Fußballplatz. Hier sollten Sie jedoch vorher abklären, ob Sie auf dem Rasen laufen dürfen. Daneben gibt es mittlerweile auch spezielle Barfuß-Wanderwege, auf denen Sie unbesorgt spazieren gehen können.

Barfußpfad: Ein Erlebnis für die Füße

Wenn Sie bei sich in der Umgebung keine Möglichkeit zum Barfußlaufen haben, können Sie über einen Ausflug zu einem Barfußpfad nachdenken. Barfußpfade sind speziell angelegte Wege mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten – beispielsweise mit flachen Steinen, großen Kieseln, feinen Kieseln, Sand, Lehm oder Holz. Oft ist auch ein Abschnitt dabei, in dem die Besucher durch flaches Wasser gehen können.

Der Besuch eines Barfußpfades ist ein Erlebnis für Körper und Geist. Durch das Laufen auf den verschiedenen Untergründen wird zum einen die Fußmuskulatur trainiert, zum anderen wirkt ein solcher Besuch entspannend und befreiend auf den Geist. Informieren Sie sich, wo bei Ihnen in der Nähe der nächste Barfußpfad ist und probieren Sie es einfach einmal aus.

Barfußlaufen entspannt

Es muss nicht immer autogenes Training sein – auch Barfußlaufen ist eine effektive Methode, um Körper und Geist zu entspannen. Machen Sie einen kleinen Spaziergang und wählen Sie einen Weg mit verschiedenen Bodenbelägen aus. Achten Sie beim Laufen ganz genau darauf, was Ihre Füße empfinden. In den Fußsohlen sitzen viele Nervenenden, sodass wir über die Füße deutlich mehr wahrnehmen können, als wir vermuten.

Gehen Sie auf den Zehenspitzen, der Ferse, der Fußinnen- und der Fußaußenkante und spüren Sie, wie sich Ihre Empfindungen dabei verändern. Auf diesem Weg können Sie durch Barfußlaufen ganz einfach Stress und innere Spannung abbauen.

Aktualisiert: 27.07.2021 - Autoren: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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