Was ist bei Tieren der Unterschied zwischen Winterruhe, Winterschlaf und Kältestarre?

Frosch vor Kältestarre im Herbst
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Klirrende Kälte, Schneemassen und lange Winternächte: Gefiederte Tiere ziehen in den Süden, andere Vierbeiner bekommen kalte Füße, kehren der Welt den Rücken und ziehen sich für Wochen in ihren Bau zurück. Verschanzt und wohl genährt verschlafen sie einfach die ungemütliche Jahreszeit. Doch Winterschlaf ist nicht gleich Winterschlaf. Säugetiere in freier Wildbahn gehören wie Vögel zu den sogenannten gleichwarmen (homöothermen) Tieren und halten Winterruhe oder Winterschlaf, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Haustiere – außer Schildkröten – gehören nicht zu den Winterschläfern. Sie bleiben aktiv und bekommen als Frostschutz ein dickes Winterfell.

Winterschlaf

Welche Tiere halten Winterschlaf? Dazu gehören zum Beispiel:

  • Murmeltier
  • Siebenschläfer
  • Haselmaus
  • Hamster
  • Igel
  • Spitzmaus
  • Fledermaus

Tier, die in den Winterschlaf gehen, senken ihre Körpertemperatur drastisch ab, zum Teil bis auf null Grad, Fledermäuse sogar noch darunter. Der abgesenkte Stoffwechsel wird im Winterschlaf durch Oxidation von Fett stabil gehalten.

Wie der Stoffwechsel wird auch der Blutzuckergehalt und Blutdruck abgesenkt, Atmung, Herzschlag und Blutumlauf werden verlangsamt. Die Harnbildung wird je nach Tierart fast oder ganz eingestellt. Nur kleine Tiere bis zu acht Kilogramm Körpergewicht können so ungestraft im Winter schlummern.

Winterruhe

Größere Tiere, wie Dachs, Wasch- und Braunbär, aber auch das Eichhörnchen, halten Winterruhe, weil eine starke Absenkung der Körpertemperatur lebensgefährlich für sie wäre: Sie drosseln ihre Aktivität in der kalten Jahreszeit auf ein Minimum, um Kräfte zu sparen.

Winterruher senken ihre Körpertemperatur im Winter nur um wenige Grad ab, wachen häufig auf und nehmen Nahrung zu sich.

Kältestarre

Die sogenannte Kältestarre gibt es nur bei wechselwarmen Tieren wie: 

  • Fischen
  • Amphibien
  • Reptilien
  • Insekten

Wechselwarme Tiere halten ihre Körpertemperatur nicht konstant, sondern ändern sie mit der Umgebungstemperatur. Wenn es Frosch, Eidechse oder Hummel zu kalt ist, verfallen sie in eine Starre, die Kältestarre genannt wird. Im Gegensatz zu gleichwarmen Winterschläfern kann man kältestarre Tiere nicht durch äußere Reize wecken.

Was sind Sommerschläfer?

Übrigens gibt es neben Winterruhern, Winterschläfern und Kältestarren auch Sommerschläfer, vorwiegend in den Tropen und Subtropen, zum Beispiel das Mausopossum, den gelben Ziesel und die Kaktusmaus.

Aktualisiert: 01.11.2018
Autor*in: smog

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