Schädigt Rauchen die Zähne?

Dass Rauchen der Lunge und dem Herz-Kreislaufsystem schadet und auch Krebs auslösen kann, ist heute dank gesundheitlicher Aufklärung sowie Warnhinweisen auf den Zigarettenpackungen allgemein bekannt. Dass starker Tabakkonsum aber auch die Zähne in Gefahr bringt, wissen nur die wenigsten.

Gelbe Zähne durch Rauchen

Das Nikotin im Tabak hinterlässt einen gelben oder braunen Raucherbelag auf den Zähnen. Die Farbpigmente dringen so tief in Zahnschmelz und Dentin ein, dass die Verfärbung durch gründliches Zähneputzen nicht mehr beseitigt werden kann. Viele Betroffene nehmen dann Behandlungen wie eine professionelle Zahnreinigung oder ein Zahn-Bleaching in Kauf, um ihr weißes Lächeln zurück zu gewinnen.

Wer allerdings anschließend das Rauchen nicht unterlässt, der wird nur kurz seine Freude an den weiß strahlenden Zähnen haben. Denn durch das Nikotin in Zigaretten dunkeln die Zähne schnell wieder nach.

Falls einige Raucher Zahnimplantate benötigen, sollten sie sich über Zahnersätze aus Zirkonkeramik informieren. Diese sind weniger anfällig für Verfärbungen als andere Zahnprothesen.

Schmerzempfindliche Zähne durch Rauchen

Die Verfärbung des äußeren Zahnschmelzes ist bei starken Rauchern nur ein kosmetisch sichtbares Detail. Besorgniserregend ist ebenso eine amerikanische Langzeitstudie der Boston University, nach der eine Wurzelbehandlung bei Rauchern statistisch rund 70 Prozent häufiger vorkommt als bei Nichtrauchern.

Rauchen hat zudem einen stark zerstörerischen Effekt auf die Mundhöhle. Rauchen begünstigt Zahnbettentzündungen (Parodontitis) und kann sogar Mundhöhlenkrebs verursachen. Auch der Wundheilungsprozess nach kieferchirurgischen Eingriffen schreitet in vielen Fällen langsamer voran als bei Nichtrauchern.

Vermehrte Zahnfleischentzündung bei Rauchern

In der Mundhöhle lagert sich der Zigarettenqualm auf Zähnen und Zunge ab. Über die Mundschleimhäute gelangt das krebserregende Nikotin in die Blutbahn, wodurch sich die Adern zusammenziehen. Darum gilt Rauchen als allgemein schädigend für die Durchblutung im Körper. Für den Mund-und Rachenraum hat dies erhebliche Folgen:

Da ihr Zahnfleisch schlechter durchblutet ist, sind Raucher anfälliger für bakterielle Entzündungen (Parodontitis) in der Mundhöhle. Hier kommt hinzu, dass aufgrund der verengten Blutgefäße, Entzündungsherde oft sehr schwer erkannt werden weil das typische Zahnfleischbluten ausbleibt. Parodontitis wird dann oft verspätet behandelt. Dadurch kann es zu Schädigungen der gesamten Zahnhalteapparatur kommen.

Verlust der Zähne

Infolge von Parodontalerkrankungen weisen Raucher viel häufiger lockere Zähne auf als Nichtraucher. Zudem gelten Raucher als besonders anfällig für Karies.

Greifen diese Irritationen auf den Kieferknochen über, kann dies den Verlust einzelner Zähne bedeuten. Zudem besteht die Gefahr des Knochenschwunds innerhalb des Kieferapparats.
Vor allem starke Raucher leiden häufig unter Entzündungen entlang des Zahnfleischsaumes rund um Zahnimplantate. Wird nicht rechtzeitig behandelt, kann sich die künstliche Zahnwurzel lösen und muss entfernt werden.

Krebsgefahr für Mundhöhle und Rachen

Das Risiko, an Mundhölen-und Rachenkrebs zu erkranken, ist bei Rauchen um ein Vielfaches erhöht. Der Tabakkonsum kann bösartige Veränderungen der Mundschleimhaut hervorrufen, welche sich zu Vorstufen von Mundhöhlenkrebs entwickeln. Diese zeichnen sich häufig durch weiße Flecken (Leukoplakien) im Gaumen ab. Außerdem sind Raucher gefährdet für Kehlkopfkrebs und Speißeröhrenkrebs.

Dies gilt auch für alle weiteren Organe, die beim Rauchen in direkten Kontakt mit dem Tabakqualm kommen. Dies betrifft vor allem die Lunge. Wer bereits wenige Zigaretten pro Woche qualmt, setzt sich der Gefahr aus, an Lungenkrebs zu erkranken.

Ein Rauchstopp lohnt sich

Auch wer bereits lange Zeit am Glimmstengel hängt, hat die Chance der Krebsgefahr zu entkommen. Bereits drei bis fünf Jahre nach einem Rauchstopp, nimmt das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken deutlich ab. Nach 20 Jahren gilt es sogar als genauso gering, wie das eines Nichtrauchers.

Auch typische Begleiterscheinungen des Rauchens wie Entzündungen der Zahnfleischtaschen, der Abbau des Kieferknochens oder störender Mundgeruch lassen mit der Zeit im Anschluss an einen Rauchstopp nach.

 

Aktualisiert: 25.09.2018 – Autor: Initiative proDente e.V.; Miriam Erb

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