Was sind die Mendel'schen Gesetze?

Bei den Mendel'schen Gesetzen handelt es sich um grundlegende Gesetze der Vererbungslehre (Genetik). Unter Vererbung versteht man die Weitergabe von Merkmalen und Eigenschaften von Eltern auf nachfolgende Generationen. Der Augustinerpater, Lehrer und Genetiker Johann Gregor Mendel (1822 - 1884) war der erste Forscher, der die Regeln der Vererbung methodisch untersuchte, und wird als "Begründer der Vererbungslehre" bezeichnet. Dabei war ihm die Existenz von Genen und Chromosomen unbekannt. Seine Versuche führte er an Erbsen und Bohnen durch. Drei Gesetze gingen aus seinen Kreuzungsversuchen hervor, die 1865 unter dem Titel: "Versuche über Pflanzenhybriden" veröffentlicht wurden.

Uniformitätsgesetz

Kreuzt man zwei Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal, für das sie reinerbig sind, unterscheiden, so sind die Nachkommen in der ersten Tochtergeneration (F1- Generation) in Bezug auf dieses Merkmal untereinander gleich (uniform). 

Beispiel: Die Augenfarbe braun (B) ist dominant gegenüber der Augenfarbe blau (b). Ist ein Elternteil für die Augenfarbe braun reinerbig (BB) und das andere Elternteil für die Augenfarbe blau reinerbig (bb), hat man in der F1- Generation nur Nachkommen mit braunen Augen. Sie sind allerdings für das Merkmal Augenfarbe braun mischerbig (Bb).

Spaltungsgesetz

Kreuzt man die Individuen der F1- Generation unter sich, dann sind die Individuen der F2- Generation nicht mehr gleich, sondern spalten sich nach bestimmten Zahlenverhältnissen auf. Beim dominant- rezessiven Erbgang erhält man ein Verhältnis dominant zu rezessiv von 3:1. 

Beispiel: Beide Elternteile sind für die Augenfarbe braun mischerbig (Bb). Bei vier Kindern in der F2-Generation haben drei braune Augen, und eines blaue. Ein Kind ist für das Merkmal der Augenfarbe braun reinerbig, zwei sind mischerbig. Das Kind mit den blauen Augen ist für das Merkmal der Augenfarbe reinerbig.

Unabhängigkeitsgesetz

Kreuzt man Individuen der gleichen Art, die sich in mehreren Merkmalen reinerbig unterscheiden, so gelten für jedes Merkmal Uniformitäts- und Spaltungsgesetz. Neben den Merkmalskombinationen der Eltern treten in der F2- Generation neue Merkmalskombinationen auf.

Kleines Lexikon der Genetik

  • dominant: (lat. herrschen); merkmalsbestimmend
  • DNS: Desoxyribonukleinsäure, Speicherform der Erbsubstanz
  • Gen: Erbfaktor, Erbanlage
  • heterozygot: mischerbig
  • homozygot: reinerbig
  • rezessiv: (lat. zurückgehen); gegenüber dem dominanten Gen unterlegen

Aktualisiert: 12.01.2017

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?