Wozu wird Atropin verwendet?

Die Damen des Barock benutzten Atropin, um für die Männerwelt attraktiver zu werden. Sie träufelten es sich in die Augen, was dazu führte, dass sich die Pupillen weiteten. Dunkle Augen galten in dieser Zeit nämlich als begehrenswert. Hiervon kann der lateinische Name der Pflanze abgeleitet werden, aus der Atropin gewonnen wird: Atropa Belladonna, Tollkirsche. Atropa leitet sich von der griechischen Göttin Atropos ab, die den Lebensfaden zerschneidet. Belladonna steht für "Schöne Frau". Der Name Tollkirsche könnte daher stammen, dass Menschen, welche die glänzenden schwarzen Beeren verzehren, sich wie "toll" (verrückt) verhalten.

Wirkung von Atropin

Heutzutage kennt man den genauen Wirkungsmechanismus von Atropin, und es kommt in diversen Gebieten der Medizin zum Einsatz. Seine Wirkung entfaltet Atropin im System des Parasymphatikus. Dort hemmt es die Wirkung von Acetylcholin, ein Überträgerstoff der Nervenerregung.

In der Augenheilkunde wird es weiterhin zur Pupillenerweiterung verwendet, allerdings nicht aus kosmetischen Gründen. Augenärzte können dadurch den Augenhintergrund untersuchen. Weiterhin wird Atropin bei Krämpfen der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt sowie zur Behandlung von Inkontinenz eingesetzt.

Da Tollkirschen extrem giftig sind, ist Atropin verschreibungs- und apothekenpflichtig.

Aktualisiert: 20.08.2012

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