Was ist Dysmorphophobie?

Das Wort kommt aus dem griechischen von dys = miss-, morphe = Gestalt, äußere Erscheinung, phobios = Furcht, Angst, also die "Furcht vor Missgestalt". Dysmorphophobie ist eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen meinen stark entstellt zu sein. Dabei ist der vermeintliche Mangel für andere entweder kaum oder sogar gar nicht zu bemerken. Aufgrund ihrer Angst überprüfen Dysmorphophiker ständig den vermeintlichen Defekt – mindestens eine Stunde pro Tag. 35 Prozent denken sogar mehr als acht Stunden am Tag daran. Sie kontrollieren sich ständig im Spiegel, haben das Gefühl, von allen angestarrt zu werden und machen sich laufend Gedanken zum Beispiel: wie findet mich meine Umwelt oder warum habe ich nur diesen Makel? Der ganze Alltag dreht sich um das angebliche mangelhafte Aussehen, irgendwann treten dann zwanghafte Verhaltensweisen auf.

Selbstunsicherheit und Minderwertigkeitgefühle

Dysmorphophiker erleben sich selbst als ausgesprochen unattraktiv, entstellt oder hässlich. Die Lebensfreude schwindet mehr und mehr, neue Ängste wie beispielsweise die Angst vor einer Beziehung kommen dazu. Die Betroffenen verfallen häufig in Depressionen. Oft trauen sie sich nicht mehr aus dem Haus und ziehen sich immer mehr vom sozialen Leben zurück. Für andere Menschen sind diese Verhaltensweisen nicht nachvollziehbar, da sie den Grund nicht kennen und auch nicht nachvollziehen können. Ob vorstehende Zähne oder X-Beine – alles kann als Mangel empfunden werden. Falten im Gesicht, die Form der Nase oder des Mundes, dünnes Haar bei Männern, dicke Oberschenkel – die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Von Dysmorphophobie betroffen

Menschen zwischen 15 und 30 Jahren sind am häufigsten betroffen; Männer und Frauen zu gleichen Teilen. Über die Hintergründe einer solchen Störung ist bisher nicht viel bekannt geworden, dass diese psychische Erkrankung zu nachhaltigen sozialen, beruflichen und sonstigen Beeinträchtigungen führt, ist jedoch jedermann einleuchtend. Wer unter einer Dysmorphophobie leidet, kann sich meistens ohne ärztliche Hilfe nicht mehr selbst befreien. Eine psychotherapeutische Behandlung kann bei der Beseitigung der Störung helfen.

Aktualisiert: 30.03.2017

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