Was ist ein Neuralrohrdefekt?

Unter dem Begriff Neuralrohrdefekt werden Fehlbildungen des Zentralnervensystems verstanden, die durch einen mangelhaften Verschluss des Neuralrohrs entstehen. Dieses ist die erste (röhrenförmige) Anlage des Nervensystems beim Embryo, aus dem sich Gehirn und Rückenmark entwickeln. Gegen Ende der ersten Schwangerschaftswoche schließt sich das Neuralrohr. Läuft dieser Vorgang nicht vollständig ab, können beim Ungeborenen Teile des Nervensystems unentwickelt bleiben und es kann zu schweren Störungen in der Entwicklung von Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule kommen. In Deutschland liegt das Risiko der Geburt eines Kindes mit Neuralrohrdefekt bei etwa 1 zu 1000.

Spina bifida

Spina bifida oder auch "offener Rücken" ist eine der beiden Hauptformen der Neuralrohrdefekte. Hierbei liegt ein Teil der Wirbelsäule offen. Je nach Größe der Öffnung, Lage und Umfang der Schädigung kann eine frühzeitige Operation spätere Behinderungen des Kindes minimieren.

Anenzephalie

Bei dieser Form des Neuralrohrdefektes bilden sich Schädel und Gehirn nicht richtig aus. Babys mit Anenzephalie werden entweder tot geboren oder sterben kurz nach der Geburt.

Ursache Folsäuremangel

Zur Vermeidung von Fehlbildungen und auch Fehlgeburten wird eine ausreichende Versorgung mit Folsäure, einem Vitamin der B-Gruppe, vor allem vor der Schwangerschaft empfohlen. Natürlich sollte aber auch während der Schwangerschaft kein Folsäuremangel entstehen.

Aktualisiert: 11.04.2012

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