Was ist ein Circulus Vitiosus?

Unter einem Circulus Vitiosus wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein "Teufelskreis" (lat: circulus - Kreis, vitiosus - schädlich) verstanden. Es handelt sich dabei um einen Trug- oder Zirkelschluss, bei dem sich fehlerhafte Voraussetzung und falsche Folgerung gegenseitig bedingen. In der Medizin wird unter einem Circulus Vitiosus ein pathophysiologischer Prozess verstanden, bei dem sich zwei (oder mehr) gestörte Körperfunktionen wechselseitig beeinflussen und die Erkrankung dadurch aufrechterhalten oder beständig verstärken. Das Ganze ist also ein sich selbst erneuernder Krankheitsverlauf.

Ein Beispiel

Abführmittel oder Laxantien sind hilfreiche Medikamente bei einer Verstopfung. Aber: Abführmittel sollten nicht regelmäßig ohne ärztliche Anweisung angewendet werden.

Warum?

Bei regelmäßigem Gebrauch der meisten Abführmittel kommt es häufig zu einem Circulus Vitiosus, der zur Abhängigkeit von Abführmitteln führt. Verantwortlich dafür sind Wasser- und Elektrolytverluste. In diesem Zusammenhang spielt gerade der Verlust von Kalium eine bedeutende Rolle: ein Kaliumdefizit führt zu einer verminderten Darmtätigkeit, wodurch die Darmträgheit weiter verstärkt wird und damit erst recht eine Verstopfung verursacht.

Um dem Problem unerwünschter Kaliumverluste einschließlich der möglichen negativer Folgen zu umgehen, kann man zur Behandlung einer Verstopfung auf pflanzliche Quellmittel, Laktose, Laktulose oder das rein osmotisch wirksame Laxans Macrogol (Polyäthylenglykol) zurückgreifen.

Aktualisiert: 07.11.2013

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?