Was ist ein Rezeptor?

Das Wort Rezeptor leitet sich von dem lateinischen Wort recipere ab, was "aufnehmen" oder "empfangen" bedeutet. Ganz einfach erklärt könnte man einen Rezeptor als Andockstelle einer Zelle, typischerweise der Zelloberfläche, bezeichnen. Wenn Botenstoffe, Proteine oder Hormone den Rezeptor erreichen, lösen sie ein spezifisches Signal in der Zelle aus. Als Metapher wird häufig das Bild von Schlüssel (Botenstoff) und Schloss (Rezeptor) gewählt – nur wenn beide zusammen passen, kommt es zur Reaktionsauslösung.

Rezeptor: Sinneszellen im Körper

Jeder Rezeptor reagiert nur auf einen einzigen spezifischen Reiz – wie das erste Glied einer Kette unserer Sinne funktioniert der Rezeptor als eine Art biologischer Sensor. Ist der Reiz stark genug, wird er umgeleitet in ein Aktionspotential und erreicht so das zentrale Nervensystem.

Man unterscheidet zwischen primären Sinneszellen, die selbst Aktionspotentiale generieren (zum Beispiel die Berührungs-Rezeptoren der Haut), und sekundäre Sinneszellen, die nicht selbstständig Aktionspotentiale ausbilden (wie etwa die Geschmacks-Rezeptoren).

Membranrezeptor und Kernrezeptor

An der Oberfläche von Biomembranen findet man die sogenannten Membranrezeptoren. Neben der Übertragung von Signalen erfüllen die Rezeptoren hier zusätzlich die Funktion, Substanzen in eine Zelle hinein zu transportieren. Auf diese Weise können aber auch Viren in eine Zelle gelangen.

Unabhängig davon fungieren spezielle Proteine als Kernrezeptoren. Ein Kernrezeptor ist die Anlegestelle für bestimmte Hormone – der Rezeptor nimmt auch hier das Signal auf und wandelt es um, was sich auf die Produktion bestimmter Proteine auswirkt.

Rezeptoren sind hochspezialisiert

Da jeder Rezeptor nur auf einen einzigen Reiz ausgelegt ist, ist ein hochspezialisiertes System notwendig, um uns einen Sinneseindruck wahrnehmen zu lassen. Um beispielsweise eine Berührung spüren zu können, muss die Haut mit Rezeptoren für Kälte, Wärme, Druck und Schmerz ausgestattet sein.

Jeder Temperatur-Rezeptor gibt ständig Informationen über die Körpertemperatur an das Zentralnervensystem weiter. Dabei kann er Temperaturen unter 10 Grad oder über 45 Grad in der Regel nicht mehr verwerten; hier greifen die Schmerz-Rezeptoren.

Aktualisiert: 25.09.2018 – Autor: Daniela Heinisch

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?