FUNKE Gesundheit Logo

Was hatte Louis Pasteur mit der Milch zu tun?

Milch © Pezibear (Pixabay)

Café au lait, Cappuccino, Wiener Melange, Kakao, Latte macchiato - was haben all diese Getränke gemeinsam? Die Milch ist es, die hier den Ton angibt. Milch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel. Durch ein spezielles Verfahren, die Pasteurisation, wird sie für eine begrenzte Zeit relativ keimfrei und so auch bedingt haltbar gemacht. Der Begriff "pasteurisieren" als Synonym für "durch Erhitzen konservieren", ist so fest in unserem Sprachgebrauch verankert, dass wir über seine Herkunft meist gar nicht mehr nachdenken.

Louis Pasteur (1822-1895)

Das Verfahren und in Folge die Namensgebung "Pasteurisation" gehen auf den französischen Physiker, Chemiker und Bakteriologen Louis Pasteur zurück. Der Wissenschaftler erkannte, dass winzig kleine, einzellige Lebewesen, sogenannte Mikroorganismen, sich bei Fäulnis und Gärung vermehren bzw. spalten. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich ihre erste Bezeichnung: "Spaltpilze". Heute bezeichnet man sie als "Bakterien" oder "Mikroben". Bei Erhitzung von 62 bis 85 Grad Celsius werden diese Mikroorganismen weitgehend vernichtet. Höhere Temperaturen (= "Sterilisation"), dienen zwar der Keimfreiheit, zerstören aber bei empfindlichen Lebensmitteln auch wichtige Vitamine und Proteine. Viele Nahrungsmittel, die frisch nur kurze Zeit haltbar sind, werden heute pasteurisiert. Dazu gehören Limonaden, Fruchtsäfte und Bier, die ohne Wärmeerhitzung schneller verderben würden.

Louis Pasteur ist heute weltbekannt, wurde jedoch auch schon zu Lebzeiten mit Ruhm und höchsten Auszeichnungen bedacht. 1883 gelang es ihm, einen Impfstoff gegen Milzbrand herzustellen. Später entwickelte er Schutzimpfungen gegen Hühnercholera und die Tollwut. Louis Pasteur gilt als Wegbereiter der "aktiven Immunisierung".

Aktualisiert: 06.11.2013

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?