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Wer entdeckte Morphin?

Bereits in der Antike war Opium, der getrocknete Saft aus Mohnkapseln, als Schmerzmittel bekannt. Doch wie viele Wirkstoffe in Rohopium enthalten sind, und warum gleiche Mengen Opium oft verschiedene Wirkungen erzielten, benötigte genauerer Analysen.

Geschichte des Morphins

Erst 1805 gelang die bahnbrechende Isolierung des wirksamen Prinzips des Opiums. Morphium wurde die schlafmachende Substanz vorerst genannt, nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume. Später gab man Morphium den Namen Morphin.

Johann Friedrich Gmelin beschreibt in seinem Buch "Geschichte der Pflanzengifte" aus dem Jahr 1777 die Wirkung von Opium folgendermaßen: "Durch die Nerven wirkt der Mohnsaft auf die Seele. Ein schwaches Gewicht versetzt das Gemüth in eine Ruhe und Heiterkeit, die, so lange diese Wirkung dauert, auch den heftigsten Schmerzen und niederdrückendstem Kummer trotzt."

Säuren und Basen

Zur Zeit der Entdeckung des Morphins waren nur Säuren als pflanzliche Wirkstoffe bekannt. Als nun der Paderborner Apothekergehilfe Friedrich Wilhelm Adam Sertürner (1783 - 1841) seine Entdeckung in Trommsdorffs Journal der Pharmazie veröffentlichte und gleichzeitig behauptete, Morphin sei eine alkalische Base, fanden seine Erkenntnisse keine Beachtung. Erst später wurde erkannt, dass mit Morphin der erste Vertreter einer Klasse von Stoffen entdeckt wurde: den Alkaloiden. Mehrere Alkaloide wurden seither aus dem Opium gewonnen, deren Mischungsverhältnis je nach Herkunft schwankt, was die unterschiedliche Wirkung gleicher Dosen Opium erklärt.

Wirkung von Morphin

Der stärkste Bestandteil des Opiums ist Morphin, ein hochwirksames, schmerzstillendes Betäubungsmittel, dessen Isolierung die Medizin, vor allem die Chirurgie revolutionierte. Bald jedoch wurde festgestellt, dass nicht nur bei Opium, sondern auch bei Morphin Suchtgefahr besteht. Da diese jedoch in der Dosierung, wie sie in der modernen Schmerzbekämpfung benötigt wird, kaum auftritt, ist Morphin nach wie vor die erste Wahl zur Bekämpfung schwerer und chronischer Leiden.

Friedrich Wilhelm Adam Sertürner arbeitete in seinen späteren Jahren als Apotheker in Einbeck und Hameln, wo er sich nebenbei weiteren Forschungen widmete. Im Alter von 58 Jahren starb Sertüner und wurde in der Bartholomäuskapelle in Einbeck bestattet. Auf seinem Grabstein ist zu lesen: "Durch die verdienstvolle Entdeckung des Morphiums wirkte er zum Segen vieler kranker Menschen."

Aktualisiert: 03.11.2017

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