Die Augen – Wahrheiten und Irrtümer

Auge © istockphoto, boggy22

Unsere Augen zählen gemeinsam mit der Nase, den Ohren, der Zunge und der Haut zu unseren Sinnesorganen. Dank unserer Sinnesorgane können wir äußere Reize wahrnehmen. Diese werden von dem Sinnesorgan in elektrische Impulse umgewandelt und an unser Gehirn weitergeleitet. Unsere Augen ermöglichen uns das Wahrnehmen von Lichtreizen. Doch was ist gut für die Augen und was schadet ihnen? Wir haben für Sie die bekanntesten Wahrheiten und Irrtümer rund um unsere Augen zusammengestellt.

Lesen in der Dämmerung schädigt die Augen

Für unsere Augen ist schlechtes Licht anstrengend und es lässt sie deswegen beim Lesen schneller müde werden: Mit der Zeit wird der Blick verschwommen und die Buchstaben sind teilweise nur noch schwer zu erkennen. Möglicherweise kann es durch das Lesen bei schlechtem Licht auch zu Kopfschmerzen kommen.

Abhilfe kann das eigene Bett schaffen. Denn während des Schlafens können sich unsere Augen erholen. Zwar kann sich das Lesen bei Dämmerung kurzfristig negativ auf unsere Augen auswirken, Dauerschäden vom Lesen bei schummerigem Licht konnten bis jetzt aber nicht nachgewiesen werden.

Das Tragen einer Brille verschlechtert die Augen

Die Augen verschlechtern sich nicht, nur weil man eine Brille trägt. Doch vor allem bei Menschen, die erstmalig eine Brille tragen, kann das Aufsetzen der Brille dazu führen, dass das eigene Sehvermögen ohne Brille im Vergleich zu früher als schlechter wahrgenommen wird.

Der Grund dafür liegt in der vorher fehlenden Vergleichsmöglichkeit. Vor dem Kauf der Brille stellte die Intensität des Sehvermögens für den Betroffenen das Maximum an Sehkraft dar. Durch das Tragen der Brille wurde die maximale Sehkraft jedoch neu definiert. Wird die Sehhilfe abgesetzt, nimmt auch die maximale Sehkraft ab. Somit wird dem Betroffenen der Unterschied zwischen der optimalen Sehkraft und seiner natürlichen Sehstärke deutlich.

Karotten sind gut für die Augen

„Karotten sind gut für die Augen“, mit diesem Satz versuchen Eltern ihren Kindern Möhren schmackhaft zu machen. Aber stimmt diese Behauptung tatsächlich? Sicher ist, dass Karotten Beta-Carotin - eine Vorstufe von Vitamin A - enthalten. Wird dem Körper Fett zugeführt, kann dieser aus Beta-Carotin Vitamin A bilden, weshalb Beta-Carotin auch als Provitamin A bezeichnet wird. Dieses ist wesentlich für die Augen, hauptsächlich für das Sehen im Dunkeln.

Außer Karotten enthalten auch andere Obst- und Gemüsesorten Beta Carotin. Dazu gehören unter anderem Aprikosen, Honigmelonen, Mangos, Brokkoli, Tomaten oder Spinat. Wer sich also gesund und abwechslungsreich ernährt, riskiert keinen Mangel an Vitamin A. Zusätzliche Vitamin-A Präparate sind überflüssig, denn eine weitere Steigerung der Sehkraft ist durch sie nicht möglich.

Nahes Sitzen am Fernseher ist schlecht für die Augen

Zu nahes Sitzen am Fernseher hat langfristig keine negativen Folgen für die Sehkraft. Allerdings kann es durch zu nahes Sitzen am Fernseher zeitweise zu Augenbrennen oder ermüdeten Augen kommen.

Damit die Augen nicht zu stark beansprucht werden, sollte die Helligkeit im Raum dem Bildschirm angepasst werden. Übrigens: Wenn Kinder dazu neigen, sehr nah am Fernseher zu sitzen, kann eine Fehlsichtigkeit die Ursache sein. Sie sollten mit Ihrem Kind einen Termin beim Augenarzt ausmachen und die Sehschärfe überprüfen lassen.

Die Augen können beim Schielen stehen bleiben

Eltern ermahnen ihre Kinder häufig, nicht zu schielen – angeblich könnten ansonsten die Augen stehen bleiben. Allerdings konnte bis heute nicht nachgewiesen werden, dass dieser Fall tatsächlich eintreten könnte. Da sich Schielen aber beispielsweise auf die Entwicklung des räumlichen Sehens negativ auswirken kann, sollten Sie – sofern Ihr Kind häufiger schielt – einen Augenarzt aufsuchen.

Aktualisiert: 07.06.2016

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