Ernährung bei Neurodermitis

Ernährung bei Neurodermitis © rawpixel

Das ständige Jucken bei Neuromdermitis (auch atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem genannt) ist zermürbend, jedoch können Betroffene selbst aktiv mithelfen, um eine Besserung der Symptome auch ohne Medikamente zu erzielen. Eine kombinierte Therapie bei Neurodermitis, die sowohl psychische Aspekte berücksichtigt – also dem Patienten hilft, sich zu entspannen und Stress abzubauen, der die Erkrankung fördert – als auch eine Veränderung der Lebensweise können helfen. Die Ernährung nimmt hierbei neben der Hautpflege eine wichtige Rolle ein – sowohl bei der Entstehung von Neurodermitis, als auch in der Therapie.

Vorbeugen ist besser als heilen

Besonders Eltern, die selbst Neurodermitiker respektive Allergiker sind oder aber auch Eltern, die bereits ein Kind mit Allergien haben, sollten vorbeugende Maßnahmen gegen Neurodermitis (endogenes Ekzem) ergreifen.

Den wichtigsten Beitrag zur Prävention beim neurodermitisgefährdeten Kind kann die Mutter leisten, indem sie ihr Baby stillt. Die Darmschleimhaut eines Neugeborenen ist durchlässiger für Allergene, als die eines Erwachsenen, wodurch es besonders in den ersten Lebensmonaten leicht zu Allergien kommt, wenn der Säugling zu vielen "fremden" Proteinen ausgesetzt wird. Aus diesem Grund sollten Mütter neurodermitisgefährdeter Kinder vier bis sechs Monate ausschließlich stillen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass mitunter sogar die Muttermilch allergieauslösende Proteine an das Baby weitergeben kann.

Aus diesem Grund kann eventuell eine allergenarme Kost der Mutter in der Stillzeit helfen, einer Neurodermitis respektive einer atopischen Dermatitis vorzubeugen. Allergieauslösende Lebensmittel sind hierbei:

Dies sollte jedoch nur in Absprache mit dem Arzt und unter Berücksichtigung der Nährstoffbedürfnisse von Mutter und Kind durchgeführt werden. Gegebenenfalls sollten zum Beispiel Jod- und Kalziumpräparate verabreicht werden, um keine Mangelerscheinungen entstehen zu lassen.

Neurodermitis: Vorbeugen in der Stillzeit

Für den Fall, dass die Mutter nicht stillen kann, sollte sie (falls es nur für einen kurzen Zeitraum ist) abgepumpte Muttermilch einfrieren oder, falls sie für längere Zeit nicht stillen kann, hypoallergene Säuglingsnahrung verwenden (Zusatzangabe HA auf der Verpackung). Diese ist zumeist aus Kuhmilchprotein hergestellt, das in seine Bausteine, die Aminosäuren zerlegt ist und dadurch weniger allergieauslösend ist als Säuglingsnahrungen aus herkömmlichem Kuhmilch- oder Sojaprotein.

Ab dem vierten bis sechsten Monat kann mit der Einführung der Beikost begonnen werden. Hierbei gilt eine einfache Regel: Jede Woche maximal ein neues Lebensmittel ausprobieren, das zunächst geschält und gekocht gegeben wird. Kommt es zu Symptomen von Neurodermitis, so wird das zuletzt "ausprobierte" Lebensmittel wieder weggelassen, bis die Beschwerden abklingen.

Im ersten Lebensjahr sollten zudem Lebensmittel mit hohem allergieauslösendem Potenzial ganz weggelassen werden, zum Beispiel

  • Kuhmilch
  • Eier
  • Weizen
  • Fisch
  • Sojaprodukte
  • Nüsse

Wenn die Erkrankung bereits aufgetreten ist

Eine spezielle Diät bei Neurodermitis gibt es nicht. Nur Lebensmittel, die erwiesenermaßen beim jeweiligen Neurodermitis-Patienten zu Unverträglichkeitsreaktionen führen, sollten weggelassen werden. Rigide Diätvorschriften (zum Beispiel ganz ohne tierisches Eiweiß) können zu Mangelerscheinungen führen und besonders bei Kindern irreversible Folgen haben.

Neurodermitis: Ursachen erkennen

Um herauszufinden, welche Lebensmittel im Zusammenhang mit Neurodermitis (endogenes Ekzem) nicht vertragen werden, kann der Arzt verschiedene Tests durchführen:

  • Zum einen gibt es Hauttests, wie den Pricktest, bei dem ein Tropfen Allergenlösung auf die Haut des Unterarms aufgetragen und an dieser Steller mit einer Nadel eingestochen wird. Bei dem Reibtest wird ein frisches Lebensmittel auf die Haut des Unterarms aufgerieben.
  • Zum anderen existieren labormedizinische Untersuchungen in Blut und Urin, die Hinweise auf mögliche Nahrungsmittelallergien geben können.

Leider ist keiner dieser Tests zu 100 Prozent zuverlässig, weshalb die Patienten zumeist selbst ausprobieren müssen, was ihnen bekommt und was nicht. Dabei können in Zusammenarbeit mit einem Arzt und einer Diätassistentin Suchdiäten durchgeführt werden, um die Beschwerden auslösenden Lebensmittel im Zusammenhang mit Neurodermitis ausfindig zu machen.

Neurodermitis: Was sonst noch helfen kann

Bei vielen Patienten kann die Gabe von Nachtkerzen- oder Borretschöl zu einer Besserung der Symptome von Neurodermitis führen. Diese Öle enthalten Gamma-Linolensäure, die positiv auf die Erkrankung wirken kann. Dagegen konnten Studien bisher nicht eindeutig beweisen, dass die Gabe von Fischöl bei Neurodermitis (atopische Dermatitis) hilft.

Die Ernährung bei Neurodermitis sollte ausgewogen sein, mit allen Lebensmitteln die vertragen werden. Das bedeutet (wenn diese Lebensmittel keine Allergien auslösen) möglichst täglich Milchprodukte, viele Vollkornprodukte, Gemüse und Obst, ein bis zwei Mal wöchentlich Fisch und nicht öfter als zwei bis drei Mal wöchentlich Fleisch und Wurstwaren essen. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollten bevorzugt verzehrt werden (zum Beispiel Sonnenblumenöl oder Olivenöl).

Lebensmittel, deren Zusammensetzung nicht genau bekannt ist, sollten besser gemieden werden. Werden Obst und Gemüse nicht gut vertragen, kann kurzes Andünsten die Verträglichkeit bei Neurodermitis erhöhen.

Aktualisiert: 08.03.2019

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