Lupinen: So gesund sind Lupinenmehl, Samen & Co.

Lupinen-Samen © iStock.com/undefined undefined

Lupinen sind Hülsenfrüchte und vielfältig einsetzbar. Produkte aus der bei uns heimischen Pflanze erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – auch wegen ihrer gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Denn Lupinen liefern uns pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Was Sie über das vielseitige Superfood wissen sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Was sind Lupinen?

Seit sage und schreibe 4.000 Jahren werden Lupinen bereits vom Menschen angebaut. Die Pflanzen werden auch als Lupinenbohne, Feigbohne oder Wolfsbohne bezeichnet. Aus den Hülsenfrüchten der Pflanzen, den sogenannten Lupinensamen, wird Lupinenschrot oder Lupinenmehl gewonnen. Diese dienen, ähnlich wie Soja, als vielseitiges und besonders eiweißreiches Lebensmittel.

Es gibt verschiedene Lupinensorten – neben den wilden Lupinen auch speziell für den Verzehr gezüchtete Arten. Während wilde Lupinen nur nach einer entsprechenden Verarbeitung essbar sind, können die für den Verzehr gezüchteten Lupinen-Sorten gleich verwendet werden.

Süßlupine und Lupinenmehl

Süßlupine und Lupinenmehl – © iStock.com/emer1940 und iStock.com/HeikeRau

Lupinen – gesund oder giftig?

Wilde Lupinen enthalten Bitterstoffe, die zum Teil giftig sind – die sogenannten Alkaloide. Aus diesem Grund müssen sie vor dem Verzehr erst umständlich entbittert werden. Andernfalls drohen tödliche Gesundheitsschäden, etwa ein Atemstillstand.

Deshalb wurden Lupinen ohne diese giftigen Stoffe gezüchtet, die sogenannten Süßlupinen. Heutzutage werden die folgenden Sorten angebaut:

  • Gelbe Lupine
  • Weiße Lupine
  • Blaue Süßlupine

Ihre Samen können direkt für die Lebensmittelherstellung verwendet werden, denn sie enthalten keine gefährlichen Bitterstoffe – stattdessen sind sie reich an Protein und anderen wertvollen Stoffen.

Allerdings enthalten Lupinensamen auch sogenannte Lektine, die den Sauerstofftransport in unserem Blut stören. Sie werden aber durch eine Weiterverarbeitung der Samen – etwa Einweichen oder Kochen – unschädlich gemacht.

Ein gesundheitliches Risiko beim Verzehr von Lupinen-Produkten besteht jedoch für Personen, die unter einer Erdnussallergie leiden. Bei ihnen ist die Gefahr groß, dass sie auch auf Lupinen allergisch reagieren. Somit sollten sie besser auf den Verzehr entsprechender Lebensmittel verzichten.

Nährwerte und Inhaltsstoffe von Lupinen

100 Gramm Lupinensamen enthalten etwa 42 Gramm Eiweiß und 250 Kilokalorien (kcal) – das entspricht etwa 1.057 Kilojoule. Zudem sind sie reich an Ballaststoffen, die wichtig für eine gesunde Darmflora sind. Mit 6 Gramm pro 100 Gramm ist der Fettgehalt von Lupinen vergleichsweise gering. Zudem ist der Anteil von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren hoch.

Zu den gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen von Lupinen gehören:

  • Eisen: Dieses Spurenelement ist notwendig für den Sauerstofftransport von den Lungen zu den Körperzellen.
  • Kalium: Kalium wird benötigt, um Nervenimpulse an Muskeln (wie beispielsweise das Herz) weiterzugeben. Darüber hinaus reguliert es den Elektrolythaushalt des menschlichen Organismus.
  • Kalzium: Der Mineralstoff ist wichtig für die Stabilität von Knochen und Zähnen, die Zellfunktionen und die Blutgerinnung.
  • Lysin: Diese essentielle Aminosäure wird von unserem Körper für den Aufbau anderer Aminosäuren benötigt. Da wir Lysin nicht selbst bilden können, müssen wir es mit der Nahrung aufnehmen. Für das Funktionieren unseres Bewegungsapparates ist Lysin ebenfalls von Bedeutung. Darüber hinaus fördert die Aminosäure die Zellteilung.
  • Magnesium: Genau wie Kalium ist Magnesium wichtig für die Funktionen von Nerven und Muskeln. Außerdem wird es beim Aufbau von Knochen- und Zahnsubstanz benötigt.
  • Phosphor: Der Mineralstoff stabilisiert den pH-Wert, also den Säuregehalt, unseres Blutes, ist Bestandteil der DNA in den Zellkernen und wird für Knochen und Zähne sowie den Energiehaushalt benötigt.
  • Vitamin A: Der Vitalstoff spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von Zellen und Geweben. Außerdem ist er für eine gesunde Sehkraft vonnöten. Als Antioxidans reduziert er oxidativen Stress durch Schadstoffe in unserer Nahrung und Umwelt. Damit trägt er zur Prävention schwerwiegender Erkrankungen wie Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen bei.
  • Vitamin B1: Es wird für den Stoffwechsel benötigt und hilft insbesondere beim Energiegewinn aus Kohlenhydraten, die wir mit der Nahrung aufnehmen.
  • Vitamin E: Auch Vitamin E wirkt antioxidativ. Es lindert entzündliche Prozesse und hat schützende Funktionen für unsere Blutgefäße und die Gedächtnisleistung.

Phytoöstrogene in Lupinen

Lupinen enthalten sogenannte Phytoöstrogene, das sind sekundäre Pflanzenstoffe. Die umgangssprachlich als "Pflanzenhormone" bezeichneten Phytoöstrogene sind wissenschaftlich umstritten. Manche Forschende glauben, dass sie beispielsweise Krebserkrankungen vorbeugen und bei Wechseljahrsproblemen helfen könnten, andere vermuten hingegen eine karzinogene, also krebsauslösende, Wirkung. Lupinen enthalten zwar auch Phytoöstrogene, allerdings 50-mal weniger als beispielsweise Soja.

Studien: Wie gesund sind Lupinen?

Noch ist die Studienlage leider recht dünn. Erste – vielversprechende – Erkenntnisse liegen jedoch bereits vor.

So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass Lupinen ein effektiver Lieferant von Polyphenolen sein könnten. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind bekannte Antioxidantien, die den Organismus bei regelmäßigem Verzehr vor schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs und Herzinfarkt schützen können.

Auch bei einem erhöhten Cholesterinspiegel könnte der Verzehr von Lupinen-Produkten ratsam sein. Erste Forschungsergebnisse legen nahe, dass Lupinen sowohl cholesterinsenkend wirken als auch das Arteriosklerose-Risiko senken könnten. Das würde bedeuten, dass Lupinen uns vor Herzkrankheiten schützen und Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen könnten.

Doch das ist noch nicht alles: In einer weiteren Studie zeigte sich, dass Lupinen möglicherweise Darmkrebs vorbeugen und den Blutdruck senken können. Darüber hinaus besteht Grund zur Annahme, dass Lupinen die Insulinsensitivität erhöhen könnten, was wiederum mit einem verringerten Diabetes-Risiko einhergehen würde. Auch eine positive Wirkung auf die Darmflora ist möglich.

Lupinen als Alternative zu Soja

Lupinen sind in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus von Lebensmittelherstellern gerückt. Das liegt zum einen an ihren wertvollen Inhaltsstoffen, zum anderen aber auch an ihrer Umweltverträglichkeit.

Im Gegensatz zur Hülsenfrucht Soja müssen Lupinen nicht aus weit entfernten Ländern importiert werden, sondern können hier bei uns angebaut werden. Deshalb werden sie auch als "Soja des Nordens" bezeichnet. Immer mehr Menschen achten darauf, soweit möglich regionale Lebensmittel zu essen. Sie greifen daher gern auf lupinenbasierte Produkte zurück. Zudem sind Lupinen immer frei von Gentechnik.

Lupinen sind im Anbau sehr anspruchslos. Aus diesem Grund gedeihen Lupinen nahezu überall – und das sogar ohne Dünger. Gleichzeitig bilden sie extrem starke und tiefe Wurzeln aus, die den Boden auflockern. Daher ist der Lupinenanbau sozusagen Erholung für den Boden. Auch deshalb gelten Lupinen als besonders umweltverträglich.

Was für Lupinen-Produkte gibt es?

Lupinen finden in einer Vielzahl von Produkten Verwendung:

  • Für VegetarierInnen und VeganerInnen besonders interessant ist Lupinen-"Vleisch", also Fleischersatz. So ist beispielsweise Lupinen-Geschnetzeltes erhältlich. Wer Lust auf einen Lupinen-Burger hat, kann zu entsprechenden Bratlingen greifen.
  • Lupinenmehl wird gern für pflanzliche Eiweißbrote verwendet. Lupinenhaltige Backwaren sind länger haltbar und haben eine verbesserte Konsistenz. Dennoch sollte Lupinenmehl nur zusätzlich zu herkömmlichem Mehl verwendet werden. Andernfalls ist sein Eigengeschmack zu präsent. Da Lupinen kaum Kohlenhydrate enthalten, die der Körper verwerten kann, dafür aber viele Ballaststoffe, reduziert das Mehl auch den Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr der Backwaren. Übrigens eignet sich das Mehl auch zur Herstellung eines Lupinen-Eiweiß-Shakes. Entsprechende Rezepte finden Sie im Internet.
  • Lupinen-Nudeln kann man fertig kaufen, aber mit Lupinenmehl auch selbst machen.
  • Als Milchersatz eignet sich Lupinen-Drink, der umgangssprachlich auch als Lupinen-Milch bekannt ist. Die Bezeichnung Milch ist juristisch jedoch "echter" Milch vorbehalten.
  • Lupinen-Flocken machen sich gut im Müsli oder als gesunder Snack zwischendurch.
  • Lupinen-Joghurt und Lupinen-Eis gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
  • Gleiches gilt für Lupinen-Aufstriche – auch diese können sowohl fertig gekauft als auch selbst hergestellt werden.
  • Lupinen-Kaffee schmeckt so ähnlich wie "echter" Kaffee, enthält aber kein Koffein.

Lupinen sind laktose- und glutenfrei. Das bedeutet aber nicht, dass das auch automatisch auf alle Lupinenprodukte zutreffen muss. Backwaren mit Lupinenmehl können durchaus auch glutenhaltige Getreidemehle enthalten. Im Zweifelsfall gibt ein Blick in die Zutatenliste Aufschluss. Oft wird deutlich sichtbar auf der Packung angegeben, wenn ein Produkt laktose- und/oder glutenfrei ist.

Aktualisiert: 15.02.2021 - Autor: Julia Heidorn, Medizinjournalistin, Ernährungsberaterin und Kosmetikerin

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