Sind Tomaten gesund?

Tomaten © congerdesign

Nicht nur, dass die Tomate sich in einem Rot präsentiert, wie es schöner kaum sein kann, sie kann darüber hinaus auch noch mit vielen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen punkten. Und nicht nur das: Der in Tomaten enthaltene Pflanzenstoff Lycopin soll zahlreichen Erkrankungen vorbeugen können. Wir verraten, welche gesunden Inhaltsstoffe und wie viele Kalorien in der Tomate stecken, wie man Tomaten lagern und zubereiten kann und ob grüne Tomaten giftig sind.

Gesunde Tomaten: Nährwert und Kalorien

Tomaten sind sehr gesund, denn sie enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe, zum Teil in sehr hoher Konzentration. Besonders mit den Vitaminen A und E sowie mit Kalium können Tomaten punkten. Vitamin A spielt nicht nur für das Sehvermögen eine wichtige Rolle, sondern ist auch an der Bildung neuer Zellen beteiligt. Vitamin E wirkt hingegen zellschützend. Kalium benötigt der Körper vor allem für die Weiterleitung von Signalen zwischen Muskeln und Zellen.

 Auf 100 Gramm Tomaten entfallen unter anderem:

  • 813 Mikrogramm Vitamin E
  • 114 Mikrogramm Vitamin A
  • 57 Mikrogramm Vitamin B1
  • 25 Mikrogramm Vitamin C
  • 250 Milligramm Kalium
  • 10 Milligramm Magnesium

Tomaten bestehen zu 94 Prozent aus Wasser. Deshalb kommen 100 Gramm Tomaten nur auf 17 Kilokalorien (kcal) beziehungsweise 71 Kilojoule. Auch Kohlenhydrate sind in Tomaten enthalten: 2,6 Gramm auf 100 Gramm. Zum Vergleich: Kartoffeln enthalten auf dieselbe Menge 15 Gramm Kohlenhydrate.

Neben den bereits genannten Inhaltsstoffen ist vor allem ein Pflanzenstoff in Tomaten gesund: das Lycopin.

Lycopin in Tomatenprodukten

Der Tomate wird ein Schutz vor koronaren Herzerkrankungen, Arteriosklerose und Schlaganfällen zugeschrieben. Ursache dafür ist die Substanz Lycopin, ein spezielles Carotinoid mit antioxidativen Eigenschaften. Dieser sekundäre Pflanzenstoff, der die Zellmembranen schützen soll, findet sich vor allem in roten Früchten und Gemüsen, so zum Beispiel nicht nur in Tomaten, sondern auch in Wassermelonen, rosa Grapefruit und Guaven. Carotinoide sind für unseren Organismus deswegen so wichtig, weil sie dazu beitragen, die sogenannten "freien Radikale" zu bekämpfen, die auf Dauer zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können.

Zudem weisen Versuche mit Tieren darauf hin, dass Lycopin die Bildung krebserregender Stoffe, sogenannter Nitrosamine, im Darm behindert. Auch auf die Abwehrkräfte sollen sich Carotinoide positiv auswirken, da sie die Aktivität bestimmter Killerzellen des Immunsystems erhöhen.

Da Carotinoide fettlöslich sind, sollte dies bei der Zubereitung der Nahrung entsprechend beachtet werden. Ein paar Tropfen Olivenöl können hier bereits ausreichend sein.

Interessant ist, dass Lycopin aus Tomatenpüree oder Tomatensaft um ein mehrfaches besser vom Körper aufgenommen wird als aus frischen Tomaten. Das ist kein Paradoxon, sondern dadurch erklärbar, dass sich das relativ hitzebeständige Lycopin erst bei höheren Temperaturen voll entfaltet (die bei der Herstellung von Saft oder Püree erreicht werden) und dann vom Körper wesentlich besser resorbiert werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt den Gehalt an Lycopin in Tomaten und verschiedenen Tomatenprodukten, wobei sich der Gehalt je nach Sorte der Tomaten unterscheiden kann:

Tomatenprodukt Lycopingehalt (in mg pro 100 g)
Tomate (roh) 3 - 7
Tomatensaft 10
Tomatenpüree 14
Ketchup 12,5
Tomatensoße 11
Tomatenpaste 60

Sind grüne Tomaten giftig?

Unreife grüne Tomaten sollten übrigens in rohem beziehungsweise unverarbeiteten Zustand nicht verzehrt werden, da sie das giftige Alkaloid Tomatidin (entspricht dem Solanin der Kartoffel) in hohem Anteil enthalten. Dieses kann Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenschleimhaut-Entzündungen oder Krämpfe hervorrufen.

Bereits der Verzehr einiger weniger grüner Tomaten kann zu ernsten Vergiftungserscheinungen führen. Solanin ist hitzebeständig, weshalb auch Kochen nicht zu einer Verringerung des giftigen Stoffes führt.

Unbedenklich sind hingegen spezielle Tomatensorten, deren Früchte auch im reifen Zustand grün bleiben. Auch hier nimmt der Solaningehalt im Laufe des Reifungsprozesses ab.

Tomate: Obst oder Gemüse?

Die Frage, ob es sich bei der Tomate um Obst oder Gemüse handelt, lässt sich nicht leicht beantworten. Denn die Pflanze erfüllt sowohl Kriterien, die in der Botanik für Obst gelten, als auch solche für Gemüse. So sind Tomaten einjährig, was als Kennzeichen von Gemüse gilt. Gleichzeitig sind Tomaten auch im rohen Zustand so weich, dass man sie problemlos essen kann, was auch für Obst gilt.

Die botanische Bezeichnung für Tomaten geht deshalb einen Mittelweg zwischen Obst und Gemüse: Die Tomate ist ein sogenanntes Fruchtgemüse. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Tomate aber dennoch häufig als Gemüse bezeichnet.

4 Fakten über Tomaten (Infografik)

4 Fakten über Tomaten – © rawpixel

Tomaten einfrieren und lagern

Frische Tomaten lassen sich aufgrund ihres hohen Wassergehalts nicht einfrieren – beim Auftauen sorgt dies dafür, dass das Fruchtgemüse matschig wird. Alternativ kann man Tomaten einkochen und beispielsweise als Soße in Beuteln oder Dosen einfrieren.

Beim Lagern von Tomaten sollten Sie folgende Tipps beachten:

  1. Tomaten sind kälteempfindlich und gehören deshalb nicht in den Kühlschrank, auch nicht ins Gemüsefach. Sie sollten bei Zimmertemperatur am besten an einem dunklen Platz aufbewahrt werden. So kann sich das Aroma am besten entwickeln.
  2. Tomaten nicht gemeinsam mit anderen reifen Gemüsesorten wie zum Beispiel Salatgurken lagern. Das rote Fruchtgemüse gibt ein natürliches Reifegas (Ethylen) ab, das Gurken leicht weich werden lässt.
  3. Äpfel, die ebenfalls Ethylen produzieren, sorgen umgekehrt fürs Nachreifen von Tomaten. Dabei hilft auch, sie ins Sonnenlicht zu legen.
  4. Frische Tomaten innerhalb von maximal sieben Tagen aufbrauchen. Licht, Wärme und Sauerstoff verringern sonst den Gehalt an Nährstoffen.

Tomaten zubereiten

Tomaten sind lassen sich äußerst vielfältig zubereiten: ob roh, beispielsweise in Salaten oder in Form von Tomate-Mozzarella-Spießen, gekocht in Form von Saucen oder in der Pfanne oder im Ofen als Teil von Aufläufen, Pizzabelag oder Pastagerichten – Tomaten sind in jeder Form lecker und gesund.

Vor der Zubereitung sollte man die Tomaten gründlich waschen und den Stiel plus Stielansatz herausschneiden. Möchte man Tomaten schälen, ist es am einfachsten, die Haut über die gesamte Tomate streifenförmig einzuritzen und die Tomaten anschließend für circa 20 Sekunden in kochendes Wasser zu geben.

Nimmt man die Tomaten anschließend heraus und schreckt sie mit kaltem Wasser ab, lässt sich die Haut leicht mit einem Messer abziehen.

Tomate, Goldapfel, Liebesapfel

Kultiviert wurde das Nachtschattengewächs ursprünglich in Südamerika, wo es in Mexiko den Azteken auch als Heilpflanze diente. Den Anbau der Tomate in unseren Breiten verdanken wir den spanischen Eroberern, die sie mit der Kartoffel nach Europa gebracht haben.

Nicht nur ihre Arten, sondern auch ihre Namen sind zahlreich: Ihre Entdecker, die indianischen Ureinwohner, nannten sie "tumatle". In Italien bezeichnet man sie ihrer ursprünglich gelben Farbe wegen als "pomodoro", was verheißungsvoll "Goldapfel" bedeutet. Aber auch Liebes-, Paradiesapfel und Paradeiser sind Namen, die der Frucht bereits Vorschusslorbeeren einbringen.

Durch jahrhundertlange Züchtungen haben sich die geschätzten 2.500 verschiedenen Tomatensorten zu einem vielseitigen Lieblingsgemüse in fast allen Küchen dieser Welt entwickelt.

Aktualisiert: 30.08.2021 - Autor: Nathalie Blanck; überarbeitet: Jasmin Rauch

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