Clementine und Mandarine

Clementinen und Mandarinen
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Orange, saftig und gesund: Mandarinen und Clementinen haben im Spätherbst und Winter bei uns Hochsaison. Die runden Zitrusfrüchte gelten als Vitamin-C-Booster und süße Alternative zur Orange. Doch was steckt wirklich im süßen Winterobst? Wie viele Kalorien enthalten die beiden Früchte, mit welchen Vitaminen können sie punkten und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Mandarine und einer Clementine? Das und mehr erfahren Sie im Folgenden.

Unterschied zwischen Mandarine und Clementine

Besonders groß ist der Unterschied zwischen Mandarinen und Clementinen nicht. Denn streng genommen ist "Mandarine" ein Oberbegriff für verschiedene Arten von Zitrusfrüchten, zu denen auch die Clementine zählt. Die gewöhnliche Mandarine ist dabei die Ursprungsart, deren Herkunft in China zu verorten ist. Von den damaligen ranghohen Beamten, den sogenannten "Mandarinen" erhielt sie vermutlich auch ihren Namen – gegebenenfalls, weil diese orangefarbene Kleider trugen oder auch, weil Mandarinen in dieser Zeit vor allem in höheren sozialen Schichten gegessen wurden.

Heute sind im Handel neben der Mandarine selbst noch einige neuere Züchtungen erhältlich. Die Clementine ist davon die bekannteste. Also ist eine Clementine eine Unterart der Mandarine. Benannt wurde die Frucht nach ihrem Entdecker, dem französischen Mönch Frère Clément.

Gängige Mandarinensorten sind:

  • Mandarine: Mandarinen sind besonders aromatisch und saftig, enthalten jedoch auch recht viel Säure. Die Schale der Mandarine ist gelb bis hellorange und lässt sich gut entfernen. Mandarinen enthalten viele Kerne.
  • Clementine: Clementinen sind eine Kreuzung aus Bitterorange (Pomeranze) und Mandarine. Sie sind meist sehr süß und enthalten wenige Kerne. Die Schale ist dünn und lässt sich schlecht schälen.
  • Tangerine: Diese sehr kleine Mandarinensorte enthält ebenfalls wenige Kerne und ist von leuchtendem Orange. Sie enthält wenig Säure. Tangerinen werden besonders oft in Form von leicht gezuckertem Dosenobst angeboten und werden deshalb häufig in Mandarinenkuchen verwendet.
  • Satsuma: Satsumas haben ihren Ursprung in Japan. Sie enthalten besonders wenige Kerne. Sie sind sehr saftig und säurearm, aber wenig aromatisch. Sie haben eine glatte Schale, die sich leicht entfernen lässt.

Wer lieber kernlose Mandarinen isst, sollte also besser zu Clementinen oder anderen Unterarten greifen. Zwar sind diese oft auch nicht vollständig kernlos, aber sie enthalten deutlich weniger Kerne als klassische Mandarinen.

Clementine und Mandarine: Kalorien und Nährwerte

Clementinen und Mandarinen sind recht kalorienarm. Während Mandarinen auf circa 50 Kilokalorien (kcal), beziehungsweise 209 Kilojoule, pro 100 Gramm kommen, liefern Clementinen 46 Kilokalorien, beziehungsweise 193 Kilojoule pro 100 Gramm. Eine normalgroße Mandarine enthält also circa 25 Kilokalorien.

Beide Mandarinensorten bestehen zu circa 85 Prozent aus Wasser. 100 Gramm Mandarinen enthalten circa 10 Gramm Kohlenhydrate, pro Frucht sind das etwa 4,5 Gramm. Clementinen enthalten pro 100 Gramm etwa 9 Gramm Kohlenhydrate.

Gesunde Inhaltsstoffe

Sowohl Mandarinen als auch Clementinen sind gesund, wobei sich der durchschnittliche Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen zum Teil leicht unterscheidet.

Diese Tabelle vergleicht einige Inhaltsstoffe von Clementine und Mandarine pro 100 Gramm in Milligramm:

Inhaltsstoffe Clementine Mandarine
Vitamin C 30 mg 30 mg
Vitamin E 0,3 mg 0,32 mg
Vitamin B1 0,07 mg 0,06 mg
Vitamin A 0,05 mg 0,02 mg
Kalium 180 mg 150 mg
Kalzium 35 mg 33 mg
Magnesium 11 mg 11 mg
Phosphor 20 mg 20 mg

Mandarinen und Clementinen haben damit einen hohen Vitamin-C-Gehalt, auch wenn sie entgegen der landläufigen Meinung nicht zu den Spitzenreitern gehören. Zum Vergleich: Eine Orange enthält pro 100 Gramm knapp 50 Milligramm Vitamin C und Erdbeeren sogar circa 60 Milligramm.

Dennoch ist der Vitamin-C-Gehalt in Mandarinen und Clementinen nicht zu unterschätzen. Das Vitamin unterstützt das Immunsystem und wirkt, ebenso wie Vitamin E, zellschützend. Vitamin B1 dient vor allem dem Energiestoffwechsel, während Vitamin A das Zellwachstum fördert und eine wichtige Rolle bei der Funktion der Augen spielt.

Magnesium und Kalium wirken sich unter anderem positiv auf die Funktion des Herzmuskels aus, Kalzium sorgt für starke Knochen und Zähne. Phosphor dient der Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes im Körper sowie dem Aufbau von Zellwänden.

Wertvoller Pflanzenstoff in Mandarinen

Die unterschiedlichen Mandarinensorten enthalten den sekundären Pflanzenstoff D-Limonen. Dieses Terpen wirkt antioxidativ und damit zellschützend. Zudem wird dem Stoff eine antikanzerogene, also krebshemmende Wirkung zugesprochen. Tatsächlich konnten im Labor und in Tierversuchen positive Auswirkungen von D-Limonen auf das Tumorwachstum festgestellt werden. Bei Versuchen mit Ratten wurde zudem ein blutdrucksenkender Effekt von D-Limonen nachgewiesen. Welche Wirkung D-Limonen auf den Menschen hat, ist noch nicht genauer untersucht.

5 Fakten über Mandarinen (Infografik)

5 Fakten über Mandarinen – © iStock.com/letterberry

Was sollte man beim Kauf von Mandarinen beachten?

Mandarinen und Clementinen sind in Deutschland das ganze Jahr über erhältlich. Hauptsächlich haben sie jedoch von November bis Februar Saison . Das liegt daran, dass in diesem Zeitraum die Früchte in Israel, der Türkei, Spanien und Italien geerntet werden.

Frische Mandarinen oder Clementinen haben eine festsitzende Schale. Fühlt sich die Schale locker an, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Früchte zu lange gelagert wurden. Auch sollten sich an der Abrissstelle des Stiels noch keine braunen Ränder gebildet haben.

Beide Zitrusfrüchte sollte man in reifem Zustand kaufen, da sie nicht nachreifen. Einige grüne Stellen an der Schale deuten dabei nicht darauf hin, dass die Frucht unreif ist. Sie sind vielmehr ein natürlicher Bestandteil des Reifungsprozesses. Die orangene Farbe bildet sich, wenn das Chlorophyll in der Schale abgebaut wird. Dies geschieht durch Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Sind die Unterschiede zu gering, können grüne Flecken auf der Schale zurückbleiben, auch wenn die Mandarine oder Clementine reif ist. Im Gewächshaus können diese Temperaturunterschiede auch künstlich herbeigeführt werden.

Konventionell produzierte Mandarinen und Clementinen werden nach dem Ernten mit Chemikalien behandelt. Diese sollen verhindern, dass die Früchte schnell schimmeln oder austrocknen. Bei Früchten mit der Kennzeichnung "unbehandelt" wurde auf die Verwendung solcher Chemikalien verzichtet, was auch bei Bio-Obst der Fall ist. Bei letzterem werden jedoch auch keine Pflanzenschutzmittel beim Anbau eingesetzt.

Mandarinen aus der Dose

Eine einfachere Alternative ist der Kauf von bereits filetierten Mandarinen aus der Dose. Bei diesen wird die Haut durch ein Bad in stark verdünnter Salzsäure entfernt. Diese wird durch ein anschließendes Bad in Natronlauge neutralisiert und mögliche Reste werden anschließend abgespült. Da die Salzsäure zudem der Magensäure ähnelt, ist der Genuss von Mandarinen aus der Dose völlig unbedenklich. Allerdings sind diese in aller Regel gezuckert und haben somit mehr Kalorien als das frische Obst.

Verzehr und Zubereitung

Kauft man chemisch behandelte Mandarinen oder Clementinen, sollte man diese vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung immer mit warmem Wasser abwaschen. Zusätzlich empfiehlt es sich, nach dem Schälen der Früchte die Hände zu waschen, bevor man die Früchte verzehrt, um keine Chemikalien von den Händen auf das Obst zu übertragen.

Viele Menschen zupfen die weiße Haut sowie die weißen Fäden am Fruchtfleisch lieber weg . Die weiße Mittelschicht der Fruchtwand, das sogenannte Mesokarp, kann bei Mandarinen und Clementinen aber bedenkenlos mitgegessen werden. Auch die Kerne von Mandarinen und ihren Unterarten können, wie bei allen Zitrusfrüchten, verzehrt werden.

Will man die Mandarinen filetieren, sprich das Fruchtfleisch komplett von der Haut trennen, schneidet man zunächst das obere und das untere Ende der Frucht ab. Anschließend stellt man die Mandarine oder Clementine auf die Schnittkanten und ritzt mit einem scharfen Messer Spalten in die Schale, wobei man möglichst dicht vor dem eigentlichen Fruchtfleisch stoppen sollte. Dann kann man die Schale in Streifen abziehen. Die einzelnen Mandarinenstücke können nun an den sichtbaren Linien eingeschnitten und die Fruchtstücke so herausgetrennt werden. Dabei sollte man nicht komplett durch die Mitte der Frucht schneiden.

Mandarinen und ihre Züchtungen lassen sich vielfältig verwenden: Ob im Kuchen, im Müsli, als süße Ergänzung in Salaten oder Suppen, als Dessert mit Schmand oder als Marmelade.

Reissalat mit Mandarinen – Rezept

Mandarinen eignen sich für eine Vielzahl von Rezepten. Dieser leckere Reissalat mit Mandarinen ist exotisch, gesund und kann je nach Geschmack auch vegan zubereitet werden.

Zutaten für vier Portionen:

  • 2 Paprika
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 370 Gramm Dosenmandarinen oder frische Mandarinen
  • 280 Gramm Reis
  • 6 EL Mayonnaise (vegan)
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 EL Honig (alternativ: Agavendicksaft)
  • 4 EL Sojasauce
  • Je 2 EL Currypulver, Korianderpulver und Kurkuma
  • Salz, Pfeffer, Chilipulver

Kochen Sie den Reis nach Packungsanweisung und lassen Sie ihn leicht abkühlen. In der Zwischenzeit können Sie die Paprika, die Frühlingszwiebeln und die Mandarinen in kleine Stücke schneiden und anschließend alles mit dem Reis vermischen.

Vermengen Sie Mayonnaise, Apfelessig, Honig und Sojasauce und geben Sie die Mischung zum Reis. Mit den Gewürzen verrühren und mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken. Lassen Sie den Reissalat vor dem Servieren mindestens dreißig Minuten an einem kühlen Ort ziehen, damit sich das Aroma voll entfalten kann.

Mandarinen und Clementinen lagern

Bei wärmeren Temperaturen trocknen Mandarinen und Clementinen schnell aus. Deshalb sollte man sie im Idealfall an einem kühlen, trockenen Ort lagern, beispielsweise in der Speisekammer oder im Keller, und nicht luftdicht verpackt.

Zudem sollten Sie Druckstellen bei den Früchten vermeiden. So bleiben die Zitrusfrüchte mehrere Wochen frisch. Bei Zimmertemperatur halten sie hingegen nur wenige Tage.

Aktualisiert: 25.04.2022
Autor*in: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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