Hanföl und Leindotteröl

Hanföl und Leindotteröl in Flaschen © istockphoto, FikMik

Es liegt nicht am Wetter, den Genen oder dem Lebensstil. Der Grund, warum Eskimos und Japaner wesentlich seltener an Herz-Kreislauferkrankungen leiden als Europäer, liegt in ihrer Ernährungsweise. Durch ihre fischreiche Kost nehmen sie nämlich wesentlich mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich und schützen so ihr Herz. Wer es den Asiaten gleichtun will, muss jedoch nicht jeden Tag Fisch auf die Speisekarte setzen. Es reicht völlig aus, zwei fast schon vergessene Ölsorten ins heimische Gewürzregal aufzunehmen: Hanföl und Leindotteröl liefern nämlich ganz nebenbei jede Menge des wertvollen Fetts.

Hanföl und Leindotteröl: Wirkung mit Omega-3-Power

Sowohl Hanföl als auch Leindotteröl haben einen hohen Anteil an einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenölen zeichnen sie sich durch ein besonders vorteilhaftes Verhältnis von Omega-3 und Omega-6-Fetten aus. Dadurch ergeben sich positive Effekte auf die Blutfettwerte, die Durchblutung und das Herz. Außerdem können Hanföl und Leindotteröl vor Thrombosen und plötzlichem Herztod schützen und gegen hohen Blutdruck und chronische Entzündungen helfen.

Eine berauschende Wirkung hat Hanföl im Gegensatz zu Haschischöl übrigens nicht. Während Haschischöl aus dem Harz der Hanfpflanze gewonnen wird, welches relativ viel THC beinhaltet, wird Hanföl aus den Samen hergestellt, in welchen keine nennenswerten Mengen an THC enthalten sind.

Leindotteröl und Hanföl in der Küche

Die meisten gängigen Speiseöle sind geschmacklich eher neutral. Sie dienen in der Regel als Bratfett oder als Grundlage eines Salatdressings. Ganz anders verhält es sich mit Hanföl und Leindotteröl, die kalt gepresst hergestellt werden und dadurch einen ganz eigenen, typischen Geschmack haben. Leindotteröl zeichnet sich durch einen erbsigen, nach Wiese duftenden Geruch und leicht scharfen Geschmack aus. Im Vergleich zu Leinöl ist Leindotteröl jedoch wesentlich milder. Hanföl schmeckt hingegen kräuterartig bis nussig.

Durch ihren natürlichen Geschmack sind beide Öle eine interessante Bereicherung für Salate, Rohkost, Kartoffelgerichte, Soßen, Brotaufstriche und Pestos. Weder Leindotteröl noch Hanföl dürfen über 165° C erhitzt werden, da bei starker Wärme die Fettsäuren zerfallen und sich der Geschmack des Öls ändert. Zum Braten und Frittieren sind die Öle daher ungeeignet. Allerdings können sie zum Dünsten und Dämpfen verwendet werden. Zur Aufbewahrung sollten sie kühl und dunkel gelagert werden. Geöffnetes Leinöl verdirbt schnell und hält sich nur sechs bis acht Wochen. Hanföl hingegen kann auch nach dem Öffnen noch gut neun Monate lang verwendet werden.

Kosmetik: Hautpflege mit Hanföl und Leindotteröl

Hanföl und Leindotteröl pflegen nicht nur von innen, sondern werden auch in der Kosmetik eingesetzt. Aufgrund ihres hohen Gehalts an α-Linolensäure pflegen die beiden Öle Haut und Haare und sind daher beliebte Bestandteile von Cremes, Lotionen, Seifen und Kosmetika. Besonders eignet sich Kosmetik mit Leindotteröl und Hanföl zur Pflege von empfindlicher, rauer, trockener Haut. Die Fettsäuren verhindern dabei ein Austrocknen der Haut. Auch als Massageöl, Shampoo oder Pflegekur eignen sich die Öle, da sie über einen natürlichen Weichmacher verfügen.

Leindotteröl und Hanföl herstellen

Hanföl lässt sich aus den Samen der Hanfpflanze herstellen, welche in Europa schon seit 5000 Jahren als Nutzpflanze bekannt ist. Das Öl kann sowohl kalt als auch warm gepresst werden, wobei kalt gepresstes Hanföl meist hochwertiger und gesünder ist. Hanföl in Bio-Qualität ist meist kalt gepresst hergestellt. Leindotteröl wird aus den Samen des Leindotters gewonnen und ist daher nicht mit Leinöl zu verwechseln, welches aus Flachs hergestellt wird. Kalt gepresst haben beide Öle eine kräftige gelbe Färbung. Warm gepresstes Hanföl ist hingegen eher grünlich.

Rezepte mit Hanföl sowie Leindotteröl

Ein einfaches Hanföl-Rezept ist Spaghetti mit Hanföl-Tomatensoße. Dazu eine Packung Spaghetti mit einer Prise Salz al dente kochen. In der Zwischenzeit eine gewürfelte Zwiebel und eine gepresste Knoblauchzehe in einer Pfanne in 2 EL Hanföl glasig braten. Nun eine Packung passierte Tomaten in die Pfanne geben und vorsichtig erhitzen. Mit Salz, Pfeffer und Basilikum abschmecken. Die fertigen Spaghetti in ein Sieb geben und das Wasser abgießen. Anschließend sofort die Pasta zurück in den Topf kippen, einen Schuss Hanföl darüber geben und verrühren. Nun die Spaghetti mit der Tomatensoße auf zwei Tellern anrichten.

Aus Leindotteröl lässt sich per Rezept ganz leicht ein köstliches Dressing herstellen, das zu bunten Sommersalaten passt. Dazu eine kleine Chilischote und eine Knoblauchzehe fein hacken. Zusammen mit zehn EL Leindotteröl und fünf EL Balsamico-Essig in eine Schüssel geben und mit einer Gabel verrühren. Nun einen EL scharfen Senf und einen TL Honig hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, verrühren. Den Salat und nach Belieben Gemüse waschen, zerkleinern und in eine Salatschüssel geben. In einer beschichteten Pfanne ohne Öl eine Handvoll Pinienkerne anrösten. Die Kerne zusammen mit dem Dressing über den Salat geben, vermischen und servieren.

Aktualisiert: 27.02.2014 – Autor: Kristina Klement

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