Die Welt des Cognacs

Cognac im Glas © Steve Buissinne

Cognac ist so berühmt, dass er oft als Synonym für die Gattung Weinbrand benutzt wird. Erfahren Sie mehr über dieses einzigartige edle Getränk, das die Genießer der ganzen Welt fasziniert. Cognac wird durch das Brennen von Wein einer bestimmten Region nach festgelegten Regeln hergestellt. Daher ist Cognac ein Weinbrand der besonderen Art.

Woher kommt der Cognac?

Das Herkunftsgebiet des Cognacs liegt im Südwesten, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Bordeaux. Die Gegend heißt "Charente" nach dem Hauptfluss der Region. Den Namen für das Getränk gab die Hauptstadt der Charente, die Stadt Cognac. Klimatisch ist die Charente durch das relativ kühle Atlantikklima geprägt.

Aus den dort angebauten Trauben wird ein Wein mit ungefähr acht Volumenprozent hergestellt. Dieser wird über die Wintermonate in einer traditionellen Brennblase destilliert. Durch seine besondere Herstellungsweise und das doppelte Brennen des Weines wird Cognac zu einem unvergleichbar komplexen, reifen Produkt von circa 40 Volumenprozent Alkohol.

Warum ist der Cognac seinen Preis wert?

Cognac unterliegt weitgehend festgelegten Produktionsbestimmungen. Aus 10 Fässern Wein erhält man etwa ein Fass Cognac. Nur das Herzstück des zweiten Brandes, das "coeur", also das Reinste und Beste, wird für die Cognacgewinnung verwandt. Cognac muss mindestens zweieinhalb Jahre beim Hersteller im Holzfass gelagert werden. Die meisten Cognacs sind aber weitaus älter, unter Umständen sind auch Bestandteile von über 50- oder 100-jährigen Cognacs aus der Schatzkammer, dem "Paradis", enthalten.

Pro Jahr verdunstet in den Fässern der Erzeuger circa vier Prozent der Cognacmenge. Dieser "Anteil der Engel" (la part des anges) entspricht in etwa der nach Deutschland exportierten Menge Cognac pro Jahr. Das junge Destillat, "Eau-de-vie" genannt, wird in Holzfässern aus "Limousin"- oder "Troncais"-Eiche eingelagert. Dieses Holz gibt dem Cognac die richtige Atmung und Tannine (Gerbstoffe). In vielen Cognac-Häusern arbeiten heute eigene Fassküfer, "tonneliers" genannt.

Die Rebsorten und die Böden

Im guten Cognac spürt man die Frucht der Trauben. In der Charente wird zu 90 Prozent die weiße Rebsorte "Ugni Blanc" angepflanzt. Sie wird von den Winzern auch "St. Emilion" genannt, entspricht aber der italienischen Trebbiano-Sorte. Ferner werden die Rebsorten "Colombard" und "Folle Blanc" verwendet.

Guter Cognac schmeckt jedoch nicht nur nach Wein, er besitzt eine brillante, ausdrucksvolle Fülle mit einer champagnerhaften Finesse, die er insbesondere durch die Kreideböden erhält. Die Klassifikation des Cognacs nach den Herkünften erfolgt in Abhängigkeit des Kreidegehaltes im Mutterboden. Es besteht folgende Einteilung der Güte:

  • (1) Grande Champagne: circa 35 Prozent Kreidegehalt
  • (2) Petite Champagne: circa 25 Prozent Kreidegehalt
  • (3) Borderies: circa 15 Prozent Kreidegehalt
  • (4) Fins Bois
  • (5) Bons Bois
  • (6) Bois Ordinaires

"Fine Champagne" bedeutet, dass mindestens 50 Prozent aus der "Grande Champagne", der übrige Teil aus der "Petite Champagne" stammt. Die Herkunftsgebiete liegen zum Teil ringförmig um die "Grande Champagne". Je weiter entfernt der Wein von diesem Kern gewachsen ist, umso schneller reift er in der Regel und um so fruchtiger fällt der Cognac aus.

Die Altersstufen beim Cognac

Das Alter des Cognacs bei der Herstellung wird offiziell nach folgender Einteilung eingestuft:

  • "V.S." (Very Spezial, 3 Sterne): mindestens zweieinhalb Jahre Fassreife
  • "V.S.O.P." (Very Superioir Old Pale, "VO", 5 Sterne): mindestens viereinhalb Jahre Fassreife
  • "X.O." (Extra Old, Napoleon, "Vielle Reserve"): mindestens sechseinhalb Jahre Fassreifung

Oft werden Cognacs länger als die gesetzlichen Mindestlagerbestimmungen gelagert. Die Qualitätsbezeichnung eines Cognacs bezieht sich immer auf das jüngste Destillat in der Zusammenstellung.

Cognac-Genuss

Cognac kann nahezu unbegrenzt gelagert werden. Trinken Sie ihn zimmertemperiert. Bei 18 bis 20 Grad Celsius entfaltet er am besten seinen Duft und Geschmack. Benutzen Sie unbedingt tulpenförmige Cognacgläser. Genießen Sie Cognac zum Beispiel als Digestif oder beim Lesen der Zeitung oder eines guten Buches.

Aktualisiert: 12.01.2018 – Autor: Sandra Baumann

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