Warum Dehydration krank und dick macht

Mann trinkt Wasser © istockphoto, jacoblund

Verdauungsprobleme, schlechte Haut, Blasen- und Nierenschwäche, Müdigkeit, Kopfweh – das sind nur einige der negativen Folgen, die Dehydration auf unseren Körper haben kann. Wasser ist für uns fast genauso wichtig wie die Luft, die wir atmen. Deshalb sollte man eine ausreichende Wasserzufuhr (mindestens zwei Liter pro Tag) nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir nennen Ihnen 11 Gründe, warum Sie die Folgen einer Dehydration besser vermeiden sollten.

Durst als letztes Warnsignal der Dehydration

Wussten Sie, dass die Dehydration, die umgangssprachlich auch Dehydrierung genannt wird, bereits einsetzt, bevor Sie Durst verspüren? Die beste Art, dem entgegenzuwirken, ist den ganzen Tag über kleine Schlucke Wasser zu sich zu nehmen. Am besten sollte man immer ein Glas Wasser greifbar in der Nähe haben. 

Eine Definition, ab wann man von Dehydration spricht, gibt es nicht. 

Anzeichen einer Dehydration

Erste Symptome, die darauf hinweisen, dass man dehydriert ist, sind: 

  • Kopfweh 
  • Schwindel 
  • Verstopfung 
  • gelblicher Urin
  • Müdigkeit 
  • Appetitlosigkeit

Ab einem Flüssigkeitsverlust von über 20 Prozent des normalen Wasserhaushaltes kann eine starke Dehydration schnell lebensgefährlich werden. In solchen Fällen muss häufig intravenös eine Elektrolyt-Lösung verabreicht werden, die mit besonders vielen Mineralstoffen versetzt ist. 

Kinder und Dehydration

Vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen besteht schnell die Gefahr einer Dehydration, da diese oftmals noch nicht kommunizieren können, dass sie Durst haben. 

Besondere Vorsicht gilt, wenn Ihr Kind sich mehrere Male übergeben hat oder an Durchfall leidet, da Babys dadurch viel Flüssigkeit verlieren und gleichzeitig häufig die Aufnahme von Flüssigkeit oder Nahrung gänzlich verweigern. 

Bei Verdacht auf eine Dehydration Ihres Kindes sollten Sie regelmäßig verschiedene Getränke anbieten und im Zweifelsfall sofort einen Termin mit dem Kinderarzt vereinbaren.

Senioren und Dehydration

Insbesondere ältere Menschen sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Trotz sinkendem Durstempfinden müssen wichtige Organe, wie beispielsweise die Niere, ständig mit Flüssigkeit versorgt werden, um zuverlässig arbeiten zu können.

Gerade in Pflegeheimen ist die Dehydration von Patienten ein häufiges Problem. Durch Schluckstörungen, Inkontinenz oder fehlende Motorik besteht die Gefahr, dass sich ältere Menschen nicht mehr alleine um ihren Wasserhaushalt kümmern können.

Dehydrationsprophylaxe ist gerade in Pflegeheimen deshalb ein wichtiges Thema. Patienten sollen lernen, wieder eigenständig zu trinken. Dazu werden Lieblingsgetränke ermittelt und jede Form von Hydratation sollte vom Pflegepersonal dokumentiert werden.

In schwerwiegenden Fällen von Dehydration sollte mit einem Arzt über Formen der künstlichen Flüssigkeitszufuhr gesprochen werden.

Wasser bevorzugt

Häufig besteht der Irrglaube, dass süße Getränke wie Säfte, Limonade oder Tee uns genauso gut mit Flüssigkeit versorgen, wie das Mineralwasser tut. Diese Annahme ist jedoch nicht richtig.

Im Gegenteil: Wenn in Getränken zusätzlicher Zucker und zusätzliches Salz enthalten sind, werden wertvolle Wassermengen verbraucht, um sie wieder aus dem Körper zu spülen. Wer trotzdem nicht auf seinen Kaffee verzichten möchte, sollte ein zusätzliches Glas Wasser für jede Tasse Kaffee zu sich nehmen.

11 Gründe, warum Sie mehr trinken sollten 

  1. Trägheit besiegen: Wasser ist die wichtigste Energiequelle des Körpers. Dehydration verlangsamt die Enzym-Tätigkeit im Körper. Dadurch kommt es zu Müdigkeit und Trägheit. Wer morgens schlecht aus dem Bett kommt, der sollte versuchen, direkt nach dem Aufstehen zwei Gläser Wasser zu trinken. Dies hilft dem Blutkreislauf, in Schwung zu kommen, und ist zudem viel gesünder, als Kaffee auf leeren Magen zu trinken.
  2. Bluthochdruck senken: Normalerweise besteht unser Körper aus 92 Prozent Wasser. Durch Dehydrierung wird das Blut dickflüssiger und sorgt für mehr Widerstand, während es durch den Körper fließt. Dies führt dann zu Bluthochdruck.
  3. Asthma und Allergien vorbeugen: Das vom Körper produzierte Histamin nimmt durch starke Dehydration exponentiell zu. Ein zu hoher Histamingehalt im Blut führt häufig zu einer Histaminintoleranz oder kann Asthmaanfälle begünstigen.
  4. Hautkrankheiten mildern: Dehydration hindert die Haut an ihrer natürlichen Entgiftung. Diese ist notwendig, um Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Dermatitis entgegenzuwirken. Auch Hautalterung und Hautverfärbungen können vermindert werden.
  5. Hohes Cholesterin-Level vermeiden: Wenn der Körper dehydriert ist, produziert er mehr Cholesterin, um die Zellen daran zu hindern, Wasser zu verlieren. Zuviel Cholesterin im Blut kann unter anderem zu Arteriosklerose führen. Daher sollte man vor allem bei einem hohen Cholesterin-Wert darauf achten, ausreichend zu trinken.
  6. Verdauungsstörungen verhindern: Zu wenig Wasser und Mineralstoffe können zu einer Reihe von Krankheiten führen. Dazu gehören Magengeschwüre, Magenschleimhautentzündung und Sodbrennen.
  7. Nieren- und Blasenprobleme lindern: Werden Nieren und Blase zu selten mit Wasser durchgespült, bietet sich dort eine Angriffsfläche für verschiedene Bakterien. Dies kann zu Blasenentzündungen, Infektionen und Schmerzen führen.
  8. Verstopfung lösen: Liegt eine Dehydration vor, ist der Dickdarm die Stelle, aus der zuerst Wasser entzogen wird. Das führt dazu, dass sich Essensreste dort viel langsamer voranbewegen, als wenn der Dickdarm mit ausreichend Flüssigkeit versorgt ist.
  9. Gelenkschmerzen aufheben: Der Knorpel zwischen den Gelenken besteht überwiegend aus Wasser. Bei einer langfristigen Dehydration wird der Knorpel geschwächt und es kommt zu Gelenkschmerzen und Gelenksteife.
  10. Gewichtszunahme vermeiden: Ohne Flüssigkeitszufuhr fahren Zellen schnell in den Ruhestand und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Viele neigen dann dazu, mehr zu essen, obwohl ihr Körper nur durstig ist.
  11. Vorzeitigem Altern vorbeugen: Wenn der Körper dehydriert ist, altert sein größtes Organ, die Haut, schneller. Sie fällt zusammen und wirkt schneller fahl und alt.

Der menschliche Körper besteht aus Wasser

Während der Wasseranteil bei einem Neugeborenen im Körper fast 80 Prozent beträgt, sinkt der Wasseranteil des Körpers im Laufe des Lebens bis auf 45 Prozent herab. Bei Männern ist der Wasseranteil im Körper meistens höher, denn Muskelmasse enthält mehr Wasser als Fettgewebe.

Weitere Bestandteile des Körpers und ihr jeweiliger Wassergehalt:

  • Gehirn: 75 % Wasser
  • Blut: 92 % Wasser
  • Knochen: 22 % Wasser
  • Muskeln: 75 % Wasser 

Abnehmen dank Wasser

Wasser trinken beschleunigt den Stoffwechsel und lässt einen schneller "satt" werden. Man isst automatisch weniger, wenn man viel Wasser trinkt.

Genügend Flüssigkeitszufuhr soll nachweislich dabei helfen, Gewicht zu verlieren. Wer vor jeder Mahlzeit zwei Gläser Wasser trinkt, hat weniger Appetit und kann so leichter abnehmen. Eine Studie der Universität Birmingham fand heraus, dass übergewichtige Probanden bis zu 5 Kilo in 12 Wochen verlieren konnten, wenn sie einen halben Liter Wasser vor jeder Mahlzeit tranken.

Kaltes Wasser fördert zusätzlich den Stoffwechsel für mindestens eine halbe Stunde. Auch wenn es verlockend ist, sollte man jedoch bei starker Hitze im Sommer vermeiden, zu kaltes Wasser zu trinken. Kaltes Wasser sendet dem Gehirn das Signal, die Körpertemperatur eher hochzufahren als umgekehrt. Warmes Wasser ist besonders gut geeignet, um den Körper zu entgiften. Die lauwarme Temperatur des Wassers löst Giftstoffe ideal aus den Zellen.

Wer auf zuckerhaltige Getränke verzichtet und nur Mineralwasser trinkt, kann weitere Kalorien einsparen und so schneller abnehmen.

Mit oder ohne Kohlensäure?

Bei der Frage nach der Art des Mineralwassers scheiden sich die Geister: still, leicht oder stark prickelnd? Kohlensäure soll die Durchblutung fördern und die Geschmacksnerven reinigen. Nichtsdestotrotz ist Kohlendioxid ein natürliches Gift, das schnell über die Lunge nach draußen gelangen muss. Es ist in geringen Maßen ungefährlich, fordert die Organe jedoch zusätzlich bei ihren täglichen Aufgaben.

Aktualisiert: 18.04.2017 – Autor: Lena Kaarow

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