Adnexitis - Diagnose und Komplikationen

Welche Beschwerden und Komplikationen können auftreten?

Die Palette möglicher Symptome reicht von starken Unterleibsschmerzen mit Fieber bei einer akuten Infektion bis hin zu einem leichten, immer wiederkehrendem Ziehen und Zyklusstörungen bei chronischen Verläufen. Die akute Adnexitis kann eine Blinddarmentzündung imitieren, ausgeschlossen werden muss auch eine Eileiterschwangerschaft. Typische Beschwerden, die aber nicht immer und nicht alle gemeinsam auftreten, sind im Einzelnen:

  • Akute Adnexitis: Am häufigsten sind plötzliche, starke Unterleibsschmerzen und Fieber über 38°C. Der Leib ist oft aufgetrieben und gespannt. Daneben kann es auch zu Scheidenausfluss mit unangenehmen Geruch, Übelkeit, Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang oder bei der Menstruation kommen. Manchmal treten auch Schmerzen beim Wasserlassen auf. Je länger die Infektion dauert, desto kranker fühlen sich die Patientinnen. Die Berührung bzw. Bewegung der Gebärmutter z.B. beim Geschlechtsverkehr oder bei der gynäkologischen Untersuchung schmerzt.
  • Chronische Adnexitis: Heilt die akute Entzündung z.B. wegen erfolgloser Therapie nicht aus oder führt die Ausheilung zu Narbenbildung und Verwachsungen, treten über Monate bis Jahre weiterhin oder immer wieder Beschwerden auf. So klagen Betroffene über Schmerzen im Unterbauch oder Rücken, insbesondere beim Geschlechtsverkehr oder bei der Regelblutung, über Verstopfung oder auch generelle Minderung ihrer Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Komplikationen im Akutstadium sind ein Übergreifen der Entzündung auf Nachbarorgane wie Blinddarm und Bauchfell, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann (akutes Abdomen). Gefürchtet und häufig ist die Gefahr, dass die Eileiter verkleben. Damit ist das Risiko für Bauchhöhlenschwangerschaften und für eine Unfruchtbarkeit (Sterilität) stark erhöht: Nach der ersten Adnexitis beträgt die Sterilitätsrate bereits 12%, jede weitere verdoppelt diese! Das bedeutet, dass nach vier Eierstockentzündungen die Wahrscheinlichkeit, auf normalem Weg schwanger zu werden, nahe Null liegt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst wird der Arzt Fragen zu Beschwerden und durchgemachten Erkrankungen stellen. Wichtig sind auch die Rauch- und Sexualgewohnheiten. Bei der frauenärztlichen Untersuchung mit dem Scheidenspiegel werden Abstriche für die mikroskopische Untersuchung und zum Anzüchten der Keime in einer Kultur entnommen. Bei der Tastuntersuchung lassen sich Gebärmutter und Eileiter oft als geschwollen tasten und sind druckschmerzhaft. Darüber hinaus wird Blut auf Entzündungszeichen untersucht; eine Ultraschalluntersuchung dient zum Ausschluss anderer Erkrankungen und dem Nachweis von Komplikationen wie einem Abszess. Besteht Verdacht auf eine Bauchhöhlenschwangerschaft, wird ein Schwangerschaftstest gemacht. Kann keine eindeutige Ursache für die Beschwerden festgestellt werden, wird evtl. eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt.

Aktualisiert: 05.01.2017
Autor*in: Dagmar Reiche

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