Lifeline Logo

Adnexitis - die Entzündung von Eierstock und Eileitern

Frau leidet an Adnexitis © istockphoto, DeanDrobot

Viele Frauen empfinden eine Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane als äußerst belastend. Zu den Beschwerden gesellen sich oft auch Schamgefühle und die Angst vor Unfruchtbarkeit. Da eine Adnexitis nicht selten einen chronischen Verlauf nimmt, sollte der Besuch beim Frauenarzt auch bei geringen Symptomen nicht aufgeschoben werden.

Was ist eine Adnexitis und wer ist betroffen?

In Eileiter und Eierstock kann es zu entzündlichen Erkrankungen kommen, die fachsprachlich als Salpingitis (Salpinx = griech. für Trompete, an deren Form die Eileiter erinnern) und Oophoritis (Oo = griech. für „Ei") bezeichnet werden. Da bei einer Infektion fast immer beide Strukturen beteiligt sind, sprechen die Frauenärzte in der Regel von einer Adnexitis (Adnex = Anhang), also einer Entzündung der Anhangsgebilde der Gebärmutter.

Besonders im englischsprachigen Raum taucht auch oft der Begriff PID (pelvic inflammatory disease = Entzündungen des kleinen Beckens) auf. Darunter wird neben der Adnexitis auch die Entzündung der Gebärmutter (Endometritis) gefasst. Grund ist, dass die Infektion meist durch aus der Scheide aufsteigende Keime verursacht wird, die auf ihrem Weg dann alle im kleinen Becken gelegenen weiblichen Fortpflanzungsorgane befallen.

Die Adnexitis betrifft vorwiegend sexuell aktive Frauen von 15–25 Jahren; in dieser Altersgruppe erkranken schätzungsweise 1–2% der Frauen. Besonders betroffen sind Raucherinnen, Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Trägerinnen einer Spirale und Patientinnen, bei denen Scheidenspülungen oder Eingriffe im Bereich des Unterleibs (z.B. Ausschabungen) stattgefunden haben.

Wie entsteht eine Adnexitis?

Ursache ist eine Infektion, fast immer mit Bakterien. Keime können auf drei Wegen in Eileiter und Eierstöcke gelangen: von der Scheide aufsteigend (aszendierend), von Nachbarorganen wie Blinddarm oder Mastdarm "hinab"steigend (deszendierend) oder durch das Blut angeschwemmt (hämatogen):

  • Aszendierende Infektion: Dieser Infektionsweg ist mit Abstand der häufigste. In etwa zwei Drittel der Fälle liegt zunächst eine Infektion im unteren Genitaltrakt mit Chlamydien oder Gonokokken zugrunde. Durch die Entzündung werden die Barrieren z.B. am Muttermund des Gebärmutterhalses durchlässiger und diese und auch andere Keime können leichter eindringen. Sie führen zu einer Entzündung der Gebärmutterhalsschleimhaut (Endozervizitis), wandern dann durch die Gebärmutter und anschließend die Eileiter hoch. Ähnliches gilt für gynäkologische Eingriffe oder nach Geburten – auch dabei können die natürlichen Abwehrmechanismen beeinträchtigt sein und so Keimen der Weg bereitet werden.
  • Deszendierende Infektion: Sind benachbarte Organe entzündet, können sich die Erreger von dort ausbreiten: entweder - wenn z.B. der Blinddarm eng anliegt - durch direkten Kontakt oder über den Lymphstrom. Selten kann dies auch im Rahmen einer Operation (z.B. einer Blinddarmentfernung) passieren.
  • Hämatogene Infektion: Dieser Ausbreitungsweg über das Blut ist vergleichsweise selten. Zugrunde liegt dann in der Regel eine Infektion wie Tuberkulose, Mumps oder Grippe, die zu schweren Allgemeinsymptomen führen kann.

Aktualisiert: 28.07.2015 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?