Richtig trinken in der Schwangerschaft

Schwangere Frau trinkt Wasser © istockphoto, michaeljung

Während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig, denn die werdende Mutter muss nicht nur ihr Ungeborenes mit Flüssigkeit versorgen, sondern hat auch selbst einen erhöhten Bedarf. Doch nicht nur die Trinkmenge ist entscheidend: Einige Getränke sollten in der Schwangerschaft vermieden werden, wohingegen andere einen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten können. 

Flüssigkeitsmangel vermeiden

Das Blutvolumen einer Schwangeren vergrößert sich im Laufe der Schwangerschaft um bis zu zwei Liter, damit der kindliche Kreislauf und die Plazenta (Mutterkuchen) ausreichend mit Blut versorgt werden können.  Zudem trägt die Fruchtwassermenge von bis zu zwei Litern zum erhöhten Flüssigkeitsgehalt im Körper bei.

Um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, sollten Sie daher während der Schwangerschaft besonders darauf achten, die generell empfohlene Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern pro Tag nicht zu unterschreiten. Idealerweise nehmen Schwangere täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich.

Schwangerschaft: Gesunde Getränke

Die Auswahl der richtigen Getränke ergänzt eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft. Um den Mineralstoffhaushalt auszugleichen, sollten Sie bei Mineralwasser auf folgende Inhaltsstoffe achten:

  • Natrium: Natriumarmes Mineralwasser (unter 20 Milligramm Natrium pro Liter) sollte bei bestehendem Bluthochdruck sowie bei Schwangerschaftsbluthochdruck (Präeklampsie) bevorzugt werden. Außerdem beugt es der Entstehung von Wassereinlagerungen (Ödemen) vor, da Natrium im Körper Wasser bindet.
  • Eisen: Schwangere haben wegen der erhöhten Blutmenge einen gesteigerten Eisenbedarf, deshalb sollten Sie nach Möglichkeit Mineralwasser ohne die Aufschrift "enteisent" wählen.
  • Kalzium: Kalzium ist wichtig für die Knochenbildung und die Entwicklung der Zahnanlagen beim Ungeborenen, daher sollte das Mineralwasser mindestens 200 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten.
  • Magnesium: Ein Magnesiummangel kann zu Muskelkrämpfen führen und erhöht das Risiko für frühzeitige Wehen und Fehlgeburten. Ein magnesiumreiches Mineralwasser hilft, den Tagesbedarf von 300-400 Milligramm pro Tag zu decken.

Ob Sie stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser vorziehen, ist Geschmackssache, jedoch kann Sprudelwasser das in der Schwangerschaft häufig auftretende Sodbrennen verstärken. Weitere geeignete Durstlöscher sind Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte.

Besser verzichten: Ungeeignete Getränke

Alkoholische Getränke sollten tabu sein, denn es gibt keinen sicheren Grenzwert für einen unbedenklichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Da Alkohol ein Zellgift ist und durch die Plazenta zum Kind gelangt, kann schon der Konsum geringer Mengen zu schweren geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen beim Embryo führen.

Auch Koffein erreicht das Ungeborene durch die Plazenta und führt in hohen Mengen zu einem verringerten Geburtsgewicht des Kindes. Hinzu kommt, dass Koffein die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung hemmt und so einen Eisenmangel begünstigen kann. Schwangeren wird deshalb empfohlen, nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag zu trinken. Zudem sollte Cola, schwarzer Tee, Kakao und dunkle Schokolade nur in Maßen genossen werden.

Vorsicht bei Softdrinks

Auf Energydrinks sollten Sie wegen der zusätzlich enthaltenden anregenden Stoffe wie Taurin und Guarana besser ganz verzichten, da deren Unbedenklichkeit noch nicht erwiesen werden konnte.

Vorsicht geboten ist auch bei bitteren Softdrinks wie Tonic Water und Bitter Lemon: Diese enthalten Chinin, das wehenanregend wirkt und beim Neugeborenen entzugsähnliche Symptome wie nervöses Zittern auslösen kann.

Aktualisiert: 29.10.2018 – Autor: Jana Wittkowski

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