Die häufigsten Kreuzallergien

Kreuzallergie: Obst als Allergieauslöser © rawpixel

Kreuzallergien treten immer häufiger in Verbindung mit Heuschnupfen lauf. Wer an einer Pollenallergie leidet, muss nicht nur auf Frühlingsspaziergänge verzichten – oft kann auch ein Biss in einen Apfel oder das Essen einer Erdnuss für Allergiker ernstzunehmende Konsequenzen nach sich ziehen. Denn bei ihnen reagiert das Immunsystem überempfindlich auf körperfremde Substanzen, die sogenannten Allergene. Da sich manche Allergene, beispielsweise die Allergene von Pollen, mit denen einiger Lebensmittel ähneln, kann es bei Allergikern zu sogenannten Kreuzallergien kommen. Oft sind es bestimmte Obst-, Gemüse- oder Nusssorten, die eine solche Kreuzallergie auslösen.

Heuschnupfen: Auslöser von Kreuzallergien

Heuschnupfen wird häufig auch als Pollenallergie bezeichnet, da er durch Pollen von Gräsern, Bäumen oder Kräutern ausgelöst wird. Je nachdem, welche Substanzen die Allergie hervorrufen, kann die Intensität der Symptome saisonal variieren:

  • Üblicherweise ist die Pollenbelastung in den Frühlings- und Sommermonaten am höchsten.
  • Bereits im Februar oder März erwachen die ersten Frühblüher, zu denen unter anderem die Erle und die Hasel gehören.
  • Im weiteren Jahresverlauf bereiten Allergikern vor allem die Pollen der Birke Probleme.
  • Die Blühperiode der Gräser hingegen reicht typischerweise von Mai bis August, sodass sich eine Allergie gegen Roggen oder Hafer manchmal erst in den Sommermonaten bemerkbar macht.

Eine der wohl am stärksten allergieauslösenden Substanzen ist der Beifuß. Dieses Wildkraut kann auch in geringen Mengen zu sehr starken Beschwerden führen.

Da die Allergie auf die Bronchien übergreifen und dort ein allergisches Asthma auslösen kann, sollten alle Fälle von Heuschnupfen professionell vom Allergologen behandelt werden. Dieser sollte auch überprüfen, ob der Heuschnupfen mit einer Kreuzallergie einhergeht.

Was ist eine Kreuzallergie?

Die Allergene von Pollen und manchen Lebensmitteln ähneln sich teilweise in ihrer chemischen Struktur. Da das Immunsystem die einzelnen Stoffe nicht immer voneinander unterscheiden kann, reagieren Pollenallergiker häufig auch sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel. Dies wird als "Kreuzallergie" oder "pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie" bezeichnet.

Allerdings treten Kreuzallergien nicht nur in Verbindung mit Heuschnupfen auf – auch andere Allergien kommen als Auslöser infrage.

Häufige Formen der Kreuzallergie

Welche Lebensmittel Beschwerden verursachen können, hängt von der Art der Allergie ab:

  • Häufig existiert eine Kreuzallergie zwischen Baumpollen sowie verschiedenen Obst-, Gemüse-, Nuss- und Kräuterarten.
  • Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, zeigt oft auch Beschwerden beim Verzehr von Stein- und Kernobst (zum Beispiel Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume oder Pfirsich), Erdbeeren, Tomaten, Haselnüssen oder Soja.
  • Eine Verwandtschaft besteht auch zwischen Beifußpollen und bestimmten Gewürzen, wie zum Beispiel Kümmel, Pfeffer oder Anis, aber auch mit Gemüse wie Paprika, Sellerie, Karotte oder Gurke.
  • Allergien gegen Gräserpollen rufen oft eine Überempfindlichkeit gegen andere Getreidesorten sowie verschiedene Obst-, Gemüse-, Nuss- und Gewürzarten hervor (zum Beispiel Roggen, Hafer, Melone, Kiwi, Erbsen, Erdnuss oder Pfefferminz).
  • Allergien gegen Hausstaub gehen häufig mit einer Kreuzreaktion auf Schalen- oder Krustentiere einher.
  • Auch sind Kreuzreaktionen zwischen ähnlichen Nahrungsmitteln möglich, beispielsweise zwischen verschiedenen Nuss-, Getreide- oder Fischsorten.
  • Bei einer Allergie gegen Penicillin kann es zu einer Kreuzallergie gegen eine bestimmte Gruppe der Antibiotika kommen.

Außerdem besteht eine Verbindung zwischen Kontakt- und Nahrungsmittelallergenen. Ein typisches Beispiel für eine Kontaktallergie ist die Latexallergie. Diese Allergieform geht häufig mit einer Allergie gegen Nüsse, Obst (zum Beispiel Avocado, Banane oder Kiwi) oder Gemüse (beispielweise Kartoffel, Sellerie oder Tomate) einher.

Wie macht sich eine Kreuzallergie bemerkbar?

Die Symptome einer Kreuzallergie treten in der Regel unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme auf und sind meist lokal auf den Mundbereich begrenzt.

Dabei können beispielweise folgende Symptome auftreten:

  • Schwellungen, Kribbeln oder Juckreiz der Mundschleimhaut
  • Bläschenbildung an den Lippen
  • Hautrötungen um den Mund herum

Nur selten greift die Allergie auf den gesamten Körper über. In diesen Fällen kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufkollaps, akute Atemnot oder sogar ein lebensbedrohlicher allergischer Schock.

Behandlung einer Kreuzallergie mit Antihistaminika

Medikamente können die Beschwerden einer Kreuzallergie lindern. Antihistaminika beispielsweise setzen die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin herab. Dieser wird bei einer allergischen Reaktion in hohem Maße ausgeschüttet und löst die typischen Symptome aus.

Antihistaminika sind je nach Wirkstoff als Nasenspray, Augentropfen, Tabletten, Sirup oder Tropfen verfügbar. Sie lindern nicht nur die Symptome der Kreuzallergie, sondern werden auch gegen Heuschnupfen eingesetzt. Gelegentlich können sie jedoch als Nebenwirkung Müdigkeit verursachen.

Hyposensibilisierung bei Kreuzallergien

Die Ursache einer Kreuzallergie nachhaltig bekämpfen kann nur eine sogenannte Hyposensibilisierung. Ziel dieser Behandlung ist es, das Immunsystem allmählich an die Allergene zu gewöhnen. Mehrere Jahre lang wird dem Patienten in regelmäßigen Abständen das spezifische Allergen – meist über eine Spritze – verabreicht. Dabei wird die Dosis im Laufe der Zeit erhöht.

Zwar ist diese Form der Therapie langwierig, kann aber der Allergieursache als einzig bekannte Methode entgegenwirken. Die Behandlung kann zu einer Besserung der Beschwerden oder sogar zum gänzlichen Abklang der Allergie führen. Zumindest wird jedoch die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessert.

Die Hyposensibilisierung kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern durchgeführt werden. Zu empfehlen ist diese Therapieform besonders für Patienten, die an Heuschnupfen leiden. Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um mit der Behandlung zu beginnen, da zu dieser Zeit die allgemeine Pollenbelastung niedrig ist.

Bei schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Asthma, sollte auf diese Art der Behandlung allerdings verzichtet werden.

Müssen Lebensmittel gemieden werden?

Bei einer Kreuzallergie ist ein gänzlicher Verzicht auf die allergieauslösenden Lebensmittel die sicherste Variante, um das Auftreten der Symptome zu vermeiden – denn manchmal können schon kleine Spuren des Allergens starke Beschwerden auslösen. Allerdings lassen sich auch durch Erhitzen oder längeres Einfrieren viele Lebensmittel verträglich machen.

Vor allem Obst und Gemüse kann durch Erhitzen "unschädlich gemacht" werden. Auch in Form von Mus, Saft, Marmelade oder Kuchen sind viele Obstsorten, wie etwa der Apfel, in der Regel auch für Allergiker verträglich.

Andere Allergene hingegen sind hitzebeständig. Dies gilt vor allem für Nüsse, Sellerie, Fisch, Soja sowie viele andere tierische Produkte. Diese Lebensmittel sollten im Falle einer Allergie gänzlich gemieden werden.

Oft treten die Beschwerden beim Verzehr der Lebensmittel vor allem dann auf, wenn die entsprechenden Pollen gerade Flugzeit haben. In diesem Fall kann ein saisonaler Verzicht auf die jeweiligen Nahrungsmittel sinnvoll sein.

Die Kreuzallergie stets im Blick behalten

Als Allergiker sollten Sie darauf achten, welche Nahrungsmittel Sie zu sich nehmen. Dabei steht stets die Frage nach den Inhaltsstoffen im Vordergrund. Gerade bei Fertigprodukten ist es manchmal erforderlich, die Inhaltsstoffe sehr gründlich zu lesen: So kann sich hinter Bezeichnungen wie "pflanzliches Öl" oder "Emulator Lecithin" beispielsweise Soja verstecken.

Um Alternativen zu den allergieauslösenden Lebensmitteln zu finden, empfiehlt sich das Aufstellen eines Ernährungsplans zusammen mit einem Ernährungsberater. Dieses Vorgehen ist besonders dann, wenn bestimmte Lebensmittel gänzlich gemieden werden sollten, ratsam, um einer Mangelernährung vorbeugen zu können.

Zudem sollten sich Allergiker in regelmäßigen Abständen vom Allergologen untersuchen lassen. Lebensmittelallergien können mit der Zeit schwächer werden oder ganz verschwinden. Mithilfe eines Allergietests kann ermittelt werden, ob die Allergie noch aktiv ist.

Auch das Führen eines Ernährungstagebuchs kann Aufschluss darüber geben, welche Lebensmittel schädlich sein könnten.

Immer dabei: das Notfallset

Wenn sich eine Allergie bestätigt hat oder es bereits zu schwerwiegenden Reaktionen gekommen ist, empfiehlt es sich, ein Notfallset bei sich zu tragen. Darin enthalten sind Antihistaminika, Kortison und ein Adrenalinspray.

Im Falle eines sogenannten allergischen Schocks, bei dem Betroffene in einen lebensbedrohlichen Schockzustand geraten, sollten die im Notfallset enthaltenen Medikamente sofort nach dem Rufen des Notarztes verabreicht werden.

Aktualisiert: 10.03.2017 – Autor: TB; überarbeitet: Silke Hamann

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