Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie)

Mann leidet an Prostatavergrößerung © istockphoto, Wavebreakmedia (Symbolfoto)

Praktisch kein Mann, der lange genug lebt, kommt um sie herum: die gutartige Vergrößerung der Prostata. Sie beginnt bereits ab dem 30. Lebensjahr und schreitet langsam fort. Beschwerden entwickeln sich erst Jahr(zehnt)e später. Geformt wie eine Kastanie liegt die Prostata auf deutsch Vorsteherdrüse genannt unter der Blase und umschließt die Harnröhre wie eine Faust. Vor der Pubertät ist sie klein und weitgehend inaktiv, mit etwa 20 Jahren erreicht sie ihre normale Größe.

Ursache einer vergrößerten Prostata

Der Auslöser einer Vergrößerung der Vorsteherdrüse ist ein hormonelles Ungleichgewicht: Ab dem 50. Lebensjahr wird in der Prostata das männliche Sexualhormon Testosteron vermehrt in das Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT) umgewandel,  was vermutlich den Gewebsumbau anregt.

Folgen der Vergrößerung der Prostata

Ab dem 40. bis 50. Lebensjahr verändert sich das Prostatagewebe. Die Muskel- und Bindegewebsschichten um die Harnröhre vermehren sich, die gutartige Geschwulst kann sogar in die Blase hineinwachsen. Man spricht von einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) oder auch einem Prostataadenom. Die Vergrößerung der Prostata engt die Harnröhre ein, wie eine Faust, die einen Strohhalm langsam zudrückt.

Die Folgen sind leicht auszumalen der Urin kann nicht mehr ungehindert abfließen: Der Druck beim Wasserlassen steigt; um diesen aufzubringen, vergrößern sich die Muskelzüge in der Blase (Balkenblase). Diese engen wiederum die Harnleitermündungen an, der Urin staut sich bis in die Nieren zurück.

Nach dem Wasserlassen bleibt ein Urinrest in der Harnblase (Restharn), was die Gefahr einer Blasenentzündung erhöht. Ist die Prostata so groß, dass sich der Blasenauslass gar nicht mehr öffnet, entsteht ein schmerzhafter Harnverhalt.

Wer ist von einer Prostatapyperplasie betroffen?

Die BPH ist bei älteren Männern sehr häufig, sodass man sie wenig charmant als Altherrenkrankheit bezeichnet.

Ärzte gehen davon aus, dass bei etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahren mikroskopische Veränderungen der Prostata nachweisbar sind. Bei der Hälfte davon ist die Vergrößerung bereits zu ertasten. Bei den Siebzigjährigen sind bereits 70 Prozent betroffen und bei den 80-Jähigen sind es 90 Prozent.

Wie äußert sich eine Prostatavergrößerung?

Ob und wie stark Symptome auftreten, ist sehr unterschiedlich. Manche Männer haben trotz vergrößertem Prostatagewebe keine Beschwerden, andere zeigen eine deutliche Symptomatik ohne nachweisbare Vergrößerung.

Typische Anzeichen einer Prostatavergrößerung sind:

  • Nachtröpfeln und dadurch feuchte Wäsche, Restharngefühl
  • abgeschwächter Harnstrahl, häufiger Harndrang mit geringen Urinmengen
  • Startschwierigkeiten oder Strahlunterbrechung beim Wasserlassen

Übrigens: Auch wenn die Prostata und ihr Sekret wichtige Funktionen beim Geschlechtsverkehr übernehmen, bedeutet eine BHP nicht, dass eine Impotenz damit verbunden sein muss.

Nicht immer sind es Prostataprobleme

Viele Männer glauben, ein Prostataproblem zu haben, weil sie nachts auf Toilette müssen. Nicht selten falscher Alarm, denn die wenigsten Männer werden durch Harndrang geweckt, sondern gehen zur Toilette, weil sie sowieso gerade wach sind. Der Grund? Im Alter ändert sich die Schlafstruktur ohne Krankheitswert wacht man vier- bis fünfmal nachts auf.

Davon abgesehen nimmt im Alter auch unabhängig von einer BPH die Kapazität der Harnblase ab, was häufigeres Wasserlassen zur Folge hat.

Aktualisiert: 11.10.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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