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Hashimoto-Thyreoiditis - wenn der Körper die Schilddrüse angreift

Schilddrüsenuntersuchung bei Frau mit Hashimoto-Thyreoiditis © istockphoto, Zinkevych

Der japanische Arzt Hakaru Hashimoto veröffentlichte 1912 seine Entdeckung, die er in der Schilddrüse von vier Frauen gemacht hatte: Das Gewebe war von weißen Blutkörperchen durchsetzt - Zellen, die nicht dorthin gehören -, es zeigte einen Umbau von Drüsen- in Bindegewebe und eine Schrumpfung. Damit hatte Hashimoto erstmalig die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung beschrieben.

Ursachen: Wie entsteht diese Krankheit?

Hashimoto beschrieb in seiner Veröffentlichung genau die Merkmale, die typisch sind für diese Art der Schilddrüsenerkrankung. Die weißen Blutkörperchen sind Lymphozyten, die immer dort vorkommen, wo das Immunsystem des Körpers aktiv ist. Manchmal ordnet der Körper auch eigenes Gewebe als fremd ein und schickt seine Abwehrkräfte (Autoantikörper) dorthin in den Kampf.

Dadurch wird - in diesem Fall in der Schilddrüse - eine Entzündung in Gang gesetzt (Thyreoiditis), welche die Zellen und damit ihre Funktion zerstört. Die einzelnen Drüsen werden durch faserreiches Gewebe ersetzt, wodurch die Schilddrüse schrumpft. Je länger die Krankheit andauert, desto weniger funktionierende Zellen bleiben übrig und es kommt zu einer Unterfunktion. Oft führen erst ihre Symptome den Arzt auf die richtige Spur. Es gibt auch Formen, bei denen die Schilddrüse eher an Größe zunimmt; es kommt allerdings ebenfalls zu einem Funktionsverlust.

Wer ist betroffen?

Warum weiß man noch immer nicht genau – aber es sind bis zu 10-mal mehr Frauen als Männer betroffen und zwar meist im mittleren Lebensalter. Nicht selten liegen auch andere Krankheitsbilder vor, bei denen der Körper gegen eigenes Gewebe ins Feld zieht (z.B. Bronzehautkrankheit, Diabetes, Zöliakie). Diese werden auch als Autoimmunerkrankungen bezeichnet.

Die Hashimoto-Thyreoiditis tritt familiär gehäuft auf; in den letzten Jahren hat man entdeckt, dass bei Erkrankten bestimmte Gene besonders häufig gefunden werden.

Aktualisiert: 18.07.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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