Intakte Schilddrüse sorgt für gesunde Haut und Haare

Frau mit intakter Schilddrüse © lightstargod

Ausfallende Haare, brüchige Nägel oder trockene Haut: Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann auch die Schönheit darunter leiden. 

Auswirkungen einer Schilddrüsenstörung

"Fast die Hälfte aller Frauen mit einer Schilddrüsenstörung klagt über Haarausfall", so Privatdozent Dr. Reinhard Finke, Arzt für Innere Medizin und Endokrinologie. Wie der Berliner Schilddrüsenspezialist für das Forum Schilddrüse e.V. berichtet, kann eine Unterfunktion dieses wichtigen Organs ebenso häufig die Ursache von Haut- und Haarproblemen sein wie eine Überfunktion.

Das Mini-Organ Schilddrüse steuert nämlich nicht nur Herz, Kreislauf oder Körpertemperatur, sondern auch das größte Organ des menschlichen Körpers, die Haut. Gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, verändern sich deshalb auch die Haut und ihre "Anhangsgebilde". Diesen Fachausdruck verwenden Experten für Haare und Nägel, die beide "aus der Haut heraus" wachsen.

Kein Halt mehr in der Frisur

Wenn die Haare dünner und feiner werden, bemerken Frauen zunächst, dass die Frisur nicht mehr so hält, wie sie es gewohnt sind. Diese Zeichen sind oft typisch für eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose). Das Zuviel an Schilddrüsenhormon im Blut beschleunigt viele Vorgänge im Körper auf Hochtouren.

Neben den typischen Symptomen wie Gewichtsverlust, Nervosität, Schwitzen, schnellem Puls und Schlafstörungen wachsen auch die Haare schneller. Der Negativ-Effekt für die Schönheit: Sie fallen auch schneller aus, sind ebenso wie die Fingernägel dünner, feiner und manchmal brüchiger. Die Haut ist wärmer als sonst, kann leicht feucht oder schweißig werden, juckt bei Vielen schneller, ist gereizt oder gerötet.

Therapie der Überfunktion

Wer solche Erscheinungen an sich beobachtet, sollte die Schilddrüse untersuchen lassen, denn neben den kosmetischen Problemen kann eine Überfunktion ein ernstes Risiko für den ganzen Organismus bedeuten, so dass die Ursache dafür möglichst rasch gefunden und kuriert werden sollte.

Wird eine Überfunktion behandelt, können zwar auch manche der eingesetzten Medikamente gelegentlich Haarausfall auslösen; viel häufiger lässt jedoch die vorausgegangene Schilddrüsenstörung die Haare noch über eine gewisse Zeit ausfallen. Deshalb wichtig zu wissen: Je konsequenter die Behandlung angewendet wird, desto eher wachsen auch die Haare wieder. Finke gibt deshalb allen Betroffenen den Experten-Tipp: "Geduld ist hier sinnvoller als ein vorschnelles Absetzen der an sich notwendigen Arzneimittel."

Stumpfe Haare, raue Haut

Bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) stehe laut Finke der Haarausfall sogar an der Spitze der häufigsten Symptome: "Jeder zweite Patient beobachtet dies beunruhigt". Haut und Haare sind dann oft trocken, rau und nicht-fettend. Die Nägel können wie bei der Schilddrüsenüberfunktion brüchig werden, manchmal treten Längs- oder Querrillen auf, oder die Nagelplatte flacht sich ab.

Da bei der Unterfunktion der Körper eher "auf Sparflamme läuft", sinkt auch die Körpertemperatur: Die Haut wird kühl und blass, sieht manchmal auch geschwollen aus, vor allem an den Augenlidern. Weiterhin können ständige Müdigkeit, Frieren, Antriebslosigkeit oder ungewollte Gewichtszunahme bei gleich bleibender Ernährung dem Arzt wichtige Hinweise geben, um die Schilddrüse gründlich zu untersuchen.

Beim Arzt checken lassen

Nicht immer treten die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion jedoch deutlich zu Tage: Gerade diese Störung entwickelt sich oft schleichend und bleibt häufig über lange Zeit unentdeckt. Experten schätzen, dass etwa jeder Zehnte in der Bevölkerung betroffen ist, ohne davon zu wissen. Da Frauen insgesamt und Menschen über 45 Jahre häufiger davon betroffen sind als andere, sollte deshalb bei diesen Risikogruppen die Schilddrüsenfunktion gelegentlich auch ohne einen konkreten Anlass vom Arzt untersucht werden.

Aktualisiert: 25.04.2017 - Autor: Forum Schilddrüse e. V.

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