Kreislaufprobleme nach Sport & Co. – was tun?

Frau mit Kreislaufproblemen nach Sport
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Kreislaufprobleme können beispielsweise nach dem Sport, bei Wetterfühligkeit oder nach dem Aufstehen auftreten. Die Behandlung von Kreislaufproblemen richtet sich dann stets nach der zugrunde liegenden Ursache. Wichtigstes Ziel ist es, den Kreislauf zu stabilisieren. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, können Sie bei Kreislaufproblemen selbst Ihren Puls und – sofern Sie über ein Messgerät verfügen – Ihren Blutdruck kontrollieren. Denn häufig steckt ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) hinter den Beschwerden. Was kann man tun, um den Kreislauf in solchen Fällen wieder in Schwung zu bringen, gibt es Hausmittel, die bei Kreislaufproblemen schnell helfen und wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Kreislaufprobleme nach dem Sport: Bewegung schrittweise beenden

Etwas Bewegung bringt den Kreislauf normalerweise in Schwung – einige Menschen klagen jedoch auch über Kreislaufprobleme nach oder während des Sports.

Eine Ursache für Kreislaufprobleme nach dem Sport kann ein falsches Verhalten nach dem Ende des Trainings darstellen. Während der Belastung werden die Blutgefäße in der Muskulatur stark erweitert, damit die Muskeln optimal mit Sauerstoff versorgt werden können. Wird die Bewegung abrupt abgebrochen – beispielsweise, wenn man nach dem Joggen einfach stehen bleibt – kann es passieren, dass größere Blutmengen in den Beinen versacken und das Gehirn nicht mehr genügend durchblutet wird. Die Folge sind beispielsweise Schwindel, Ohrensausen oder Schweißausbrüche.

Um Kreislaufprobleme nach dem Sport – insbesondere nach dem Joggen – zu vermeiden, sollten Sie deswegen darauf achten, die Bewegung immer schrittweise zu beenden. Gehen Sie beispielsweise nach dem Joggen noch ein paar Schritte spazieren. Durch die Bewegung der Muskeln wird der Rückstrom des Blutes zum Herzen nämlich gefördert und ein plötzlicher Blutdruckabfall verhindert.

Auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist während und nach dem Sport sehr wichtig.

Wenn Sie beim Sport immer wieder an Kreislaufproblemen leiden, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie sich beim Training zu stark belasten. Dann ist es empfehlenswert, den Umfang und die Intensität des Trainings zu reduzieren. Ansonsten sollten Sie sich einmal gründlich ärztlich untersuchen lassen.

Kreislaufprobleme nach dem Schwimmen

Ein Sonderfall sind Kreislaufprobleme nach dem Schwimmen. Hier wirkt zusätzlich der Wasserdruck auf den Körper, wodurch das Blut in die Regionen gedrückt wird, die sich weniger tief im Wasser befinden.

Um gesundheitlichen Beschwerden nach dem Schwimmen vorzubeugen, sollten Sie das Wasser im Idealfall in einem flachen Bereich im Gehen verlassen. So kann das Blut besser in die Beinregion zurückfließen. Ist dies nicht möglich, sollte das Becken auch über eine Trittleiter langsam verlassen werden. Generell kann es helfen, möglichst horizontal zu schwimmen, sodass sich der gesamte Körper näher an der Wasseroberfläche befindet.

Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft entgegenwirken

Daneben kommt es während der Schwangerschaft zu einer Erweiterung der Blutgefäße, wodurch das Blut schneller in den Beinen versacken kann. Dies kann insbesondere morgens beim Aufstehen zu Kreislaufproblemen führen. Deswegen sollten sich Frauen während der Schwangerschaft unbedingt Zeit beim Aufstehen nehmen. Manchen Schwangeren hilft es auch, vor dem Aufstehen ein Glas Wasser zu trinken.

Wetterbedingte Kreislaufbeschwerden verhindern

Höhere Temperaturen, Luftdruckveränderungen oder eine hohe Luftfeuchtigkeit können bei wetterfühligen Menschen gesundheitliche Probleme auslösen. Um wetterbedingten Kreislaufproblemen vorzubeugen, empfiehlt es sich, bei Wind und Wetter regelmäßig an die frische Luft zu gehen. Bereits durch einen kleinen Spaziergang lernt der Organismus, sich besser an Temperaturschwankungen anzupassen. Bei akuten Beschwerden können Wechselduschen hilfreich sein, da sie die Durchblutung ankurbeln.
 

5 Fakten über Kreislaufprobleme (Infografik)

5 Fakten über Kreislaufprobleme – © iStock.com/TopVectors

Kreislaufprobleme – wann zum Arzt?

Kommt es sehr häufig zu Kreislaufproblemen oder treten starke Beschwerden, wie eine Ohnmacht, auf, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Auch wenn eine Grunderkrankung besteht oder regelmäßig Medikamente eingenommen werden, die Kreislaufbeschwerden begünstigen können (beispielsweise Betablocker oder Antidepressiva) sollte ein*e Arzt*Ärztin aufgesucht werden, um eventuelle Unverträglichkeiten oder Dosisanpassungen abzuklären.

Wichtig ist darüber hinaus, ob die Kreislaufprobleme nur in bestimmten Situationen, etwa beim Aufstehen, auftreten. Dann wird im Rahmen der Diagnose der sogenannte "Schellong-Test" durchgeführt, bei dem der Blutdruck vor und nach dem Aufstehen gemessen und verglichen wird.

Besteht der Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung, können beispielsweise eine Blutuntersuchung oder eine Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall oder ein Belastungs- oder Langzeit-EKG dabei helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Verhaltensweisen und Hausmittel: Das hilft schnell bei Kreislaufproblemen

Es gibt einige Maßnahmen und Hausmittel, die sich bei Krauslaufproblemen bewährt haben:

  • Übergießen Sie einige getrocknete Pfefferminzblätter mit kochender Milch. Lassen Sie die Milch fünf Minuten lang ziehen und trinken Sie sie anschließend in kleinen Schlucken.
  • Trinken Sie eine Tasse Salbei- oder Rosmarintee, das wirkt kreislaufanregend.
  • Bei akuten Kreislaufproblemen sollten Sie sich hinsetzen oder hinlegen und die Beine hochlagern.
  • Auch kühle Umschläge können helfen, die Kreislaufschwäche zu beheben.
  • Bei Kreislaufproblemen durch langes Stehen können Sie auf den Zehenspitzen wippen und die Wadenmuskulatur anspannen, um den Blutfluss anzuregen.

Blutdrucksteigernde Medikamente können bei niedrigem Blutdruck kurzfristig gegen Kreislaufprobleme eingesetzt werden. Diese sollten allerdings erst nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden.

8 Tipps, um Kreislaufprobleme zu verhindern

Wenn Sie ab und zu an Kreislaufproblemen leiden, können Sie diese meist gut selbst bekämpfen. Wir stellen Ihnen acht einfache Tricks vor:

  1. Bringen Sie Ihren Kreislauf mit Wechselduschen in Schwung.
  2. Achten Sie darauf, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (mindestens zwei Liter pro Tag). Dies verhindert, dass das Blut verdickt.
  3. Treiben Sie regelmäßig Sport, um ihr Herz-Kreislauf-System zu trainieren. Achten Sie aber darauf, die Sporteinheiten langsam und schonend ausklingen zu lassen.
  4. Verzichten Sie auf Rauchen, da Nikotinkonsum die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt.
  5. Vorsicht bei üppigen Essen in Verbindung mit Alkohol. Schweres Essen sorgt dafür, dass die Verdauungsorgane stärker durchblutet werden und Alkohol weitet die Blutgefäße und senkt so den Blutdruck. Beides kann eine Minderversorgung des Gehirns mit Blut zur Folge haben.
  6. Vermeiden Sie schnelles Aufstehen, um das Versacken des Blutes in den Beinen zu verhindern. Vor allem morgens sollten Sie sich erst einmal kurz auf die Bettkante setzen, bevor Sie aus dem Bett springen. Alternativ können Sie den Kreislauf im Liegen durch ein wenig Morgengymnastik in Schwung bringen.
  7. Nehmen Sie genügend Kochsalz zu sich, da dieses den Blutdruck erhöht. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kochsalzkonsum im normalen Bereich bleibt, denn zu viel Salz kann dem Körper schaden.
  8. Essen Sie täglich ein paar Walnüsse, diese wirken sich stabilisierend auf den Kreislauf aus.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
I99

Aktualisiert: 10.11.2022
Autor*in: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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