Mittel gegen Nagelpilz: Welche Medikamente und Hausmittel helfen?

Mittel gegen Nagelpilz gibt es viele. Seien es Medikamente oder Hausmittel: Wer unter hartnäckigem Nagelpilz leidet, hat oft schon einiges versucht, um die Pilzinfektion loszuwerden. Je nachdem, wie weit die Pilzsporen bereits in das Nagelbett vorgedrungen sind, wird die Behandlung äußerlich oder innerlich angewendet. Letztere wird in Form von Medikamenten durch den Arzt angeordnet. Sollten Sie unsicher sein, welche Art der Behandlung bei Ihnen notwendig ist, sollten Sie also immer einen Arzt konsultieren.

Was kann man tun, um Nagelpilz zu behandeln und welche Mittel helfen wirklich? Von Tabletten bis Teebaumöl haben wir Altbewährtes und Geheimtipps gegen Nagelpilz unter die Lupe genommen.

Generell gilt aber: Bei Nagelpilz sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um schnellstmöglich die passende Therapie zu beginnen. Hausmittel sollten nur unterstützend und in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden.

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Nagelpilz-Lack

Frau behandelt Nagelpilz mit Lack © Getty Images/Ivan Pantic
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Das beliebteste Mittel gegen Nagelpilz sind Nagellacke. Sie sind durchsichtig und enthalten meistens den Wirkstoff Ciclopirox, ein pilzabtötendes Mittel (Antimykotikum). Es ist beispielsweise in Batrafen®, MICLAST® oder Ciclopoli® enthalten. Ein anderer, häufig verwendeter Wirkstoff in Nagellack gegen Nagelpilz ist Amorolfin, das zum Beispiel in Loceryl® Nagellack enthalten ist.

Je nach Wirkstoff müssen die verschiedenen Lacke unterschiedlich lange und häufig angewandt werden. Der Lack sollte abends vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, damit er möglichst lange einwirken kann.

Vor der erneuten Anwendung müssen die Nägel gründlich mit Wasser abgewaschen werden. Ist der Nagelpilz-Lack nicht wasserlöslich, enthält das Set in der Regel Alkoholtupfer und Feilen, um befallene Teile des Nagels vorsichtig abzufeilen. Durch die aufgeraute Oberfläche kann der Nagel den Wirkstoff dann auch besser aufnehmen. Größere Teile sollten jedoch nur von einem Arzt oder einer Fußpflegekraft entfernt werden. Die Feilen sind nur zum einmaligen Gebrauch geeignet.

Salben und Cremes gegen Nagelpilz

Salben und Cremes gegen Nagelpilz © Getty Images/PhotoAlto/Odilon Dimier
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Bei Salben und Cremes gegen Nagelpilz kommen in der Regel die gleichen Wirkstoffe zum Einsatz wie in Lacken, meist Amorolfin. Ein weiterer Wirkstoff, der vor allem in Cremes und Salben verwendet wird, ist Bifonazol, das zum Beispiel in Canesten® Creme oder Antifungol® zum Einsatz kommt.

Viele Cremes gegen Nagelpilz enthalten auch eine Kombination aus einem pilzabtötenden Wirkstoff und Harnstoff. Dieser soll die Nagelplatte auflösen. Nach dem Auftragen solcher Salben muss der Nagel mit einem Verband abgedeckt werden.

Vor der erneuten Anwendung wird der Nagel in einem Fußbad weiter aufgeweicht, sodass anschließend die oberste Nagelschicht mit einem Spatel abgelöst werden kann. Dieser Prozess nennt sich Keratolyse. Er soll dazu beitragen, dass die Inhaltsstoffe der Creme oder Salbe ihre Wirkung besser entfalten können und der Nagel nach erfolgter Behandlung gesund nachwachsen kann. Nach dem Fußbad sollten die Füße gründlich abgetrocknet werden, um Restfeuchtigkeit zu vermeiden.

Tabletten bei Nagelpilz

Mann nimmt Tabletten gegen Nagelpilz © Getty Images/RuslanDashinsky
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Wenn die lokale Behandlung der Pilzinfektion allein nicht ausreicht, können zusätzlich Tabletten als sogenannte systemische Therapie gegen Nagelpilz eingesetzt werden. Üblicherweise werden sie angewendet, wenn über die Hälfte des Nagels oder mehr als zwei Nägel vom Pilz befallen sind. Auch wenn die Nagelwurzel betroffen ist, ist der Einsatz von Tabletten notwendig. Die Einnahmedauer beträgt zwischen sechs Wochen und drei Monaten.

Welcher Wirkstoff eingesetzt wird, entscheidet der Arzt anhand der Pilzart sowie möglicher Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Medikamenten. Häufig verwendete Wirkstoffe sind beispielsweise Griseofulvin oder Terbinafin. Andere Wirkstoffe sind in Kapselform erhältlich.

Teebaumöl gegen Nagelpilz

Frau nimmt Teebaumöl gegen Nagelpilz © Getty Images/Eric Audras
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Teebaumöl wird häufig als wirksames Hausmittel gegen Nagelpilz empfohlen. Tatsächlich wurde für Teebaumöl bei Untersuchungen im Labor eine antibakterielle sowie eine pilzabtötende (antimykotische) Wirkung nachgewiesen. Umfassende Untersuchungen zur Wirkung von Teebaumöl bei Nagelpilz liegen bisher jedoch nicht vor.

Möchte man Teebaumöl zur Linderung von Nagelpilz einsetzen, sollte man dreimal täglich einen Wattebausch mit dem Öl benetzen und den Nagel damit einreiben.

Olivenöl oder Kokosöl gegen Nagelpilz

Olivenöl gegen Nagelpilz © Getty Images/kazmulka
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Ähnlich wie Teebaumöl enthalten Kokos- und Olivenöl pilzabtötende und antibakterielle Inhaltsstoffe – jedoch in weitaus niedrigerer Konzentration. Seine Zehennägel bei Nagelpilz mit Öl einzureiben, kann also als unwirksame Methode der Behandlung angesehen werden.

Nagelpilz mit Essig behandeln?

Essig bei Nagelpilz © Getty Images/Michelle Lee Photography
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Das Gerücht, Nagelpilz könnte mit Essig, Apfelessig oder Essigessenz behandelt werden, hält sich hartnäckig. Gegen die Wirksamkeit sprechen jedoch zwei Argumente: Zum einen kann Essig nicht so tief in den Nagel eindringen, dass tiefergehender Nagelpilz wirksam bekämpft werden könnte. Zum anderen vermehren sich viele Pilze in saurem Milieu besonders gut. Im schlimmsten Fall kann eine Behandlung mit Essig den Nagelpilz also sogar verstärken.

Nagelpilz mit Natron behandeln?

Natron gegen Nagelpilz © Getty Images/Geo-grafika
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Oft werden auch Fußbäder mit Natron oder Backpulver empfohlen. Ähnlich wie Essig ist Backpulver oder das darin enthaltene Natron zur Behandlung von Nagelpilz jedoch nicht empfehlenswert. Im Gegenteil: Pilze fühlen sich in feuchter Umgebung wohl, nasse Füße durch ein Fußbad mit Natron können also die Vermehrung des Nagelpilzes eher beschleunigen.

Werden Natron oder Backpulver auf die Füße gestreut, soll dies Feuchtigkeit absorbieren und die Füße so trocken halten. Gegen den Nagelpilz helfen diese Hausmittel aber nicht.

Nagelpilz mit Laser behandeln

Nagelpilz mit Laser behandeln © Getty Images/peakSTOCK
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Die Laserbehandlung bei Nagelpilz ist eine recht neue Methode. Der Laserstrahl soll dabei die obersten Nagelschichten durchdringen und den Pilz abtöten. Eine Betäubung ist in der Regel nicht notwendig.

Häufig wird eine Laserbehandlung in Kombination mit einer lokalen Behandlung empfohlen, etwa, wenn die Einnahme von Tabletten nicht möglich ist. Da die Wirksamkeit der Laserbehandlung bei Nagelpilz noch nicht wissenschaftlich erwiesen wurde, wird die Therapie durch die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Einige private Krankenkassen tragen die Kosten, wenn die Therapie als medizinisch notwendig gilt. Pro Sitzung ist mit Kosten von mindestens 150 Euro zu rechnen.

Nagel abfräsen oder entfernen

Nagel abfräsen © Getty Images/Alina Vasylieva
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Den Nagel chirurgisch komplett zu entfernen, gilt mittlerweile als veraltete Methode. Befallene Stellen mit der Nagelschere abzuschneiden, ist hingegen ratsam, solange der Nagel dadurch nicht zu kurz wird. Die Nagelschere sollte anschließend gründlich desinfiziert werden.

Möchte man den Nagel mit einer Fräse abfeilen, sollte man dies von einer Fußpflegekraft oder einem Hautarzt vornehmen lassen. Die betroffenen Stellen sollte man zudem nur schneiden oder feilen, wenn gleichzeitig eine medizinische Behandlung erfolgt, da angeraute Stellen sonst ein Einfallstor für weitere Pilzsporen darstellen.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
B35.1

Aktualisiert: 25.06.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin