Blaue Flecken: Symptom bei Corona?

Frau hat blauen Fleck auf dem Arm © iStock.com/lzf

Fieber, Husten, fehlender Geruchs- und Geschmackssinn: Diese Symptome zählen zu den typischen Beschwerden der Lungenkrankheit COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus verursacht wird. Doch Fallbeispiele aus Italien und den USA lassen vermuten, dass es auch auf der Haut sichtbare Anzeichen für die Viruserkrankung gibt – in Form von blauen Flecken.

Blaue Flecken und blaue Hautveränderungen durch Corona

Als erstes berichtete ein Arzt aus Italien über einen 13-jährigen Jungen, der an COVID-19 erkrankt war und blaue Flecken an den Füßen aufwies. Basierend auf diesem Fallbericht meldeten sich weitere Ärzte, die bei jungen Patienten ähnliche Beobachtungen gemacht hatten. Ein italienischer berichtete, dass bei 18 von 88 Patienten mit COVID-19 Hautveränderungen sichtbar waren. Bei einem Teil der Patienten zeigten sich Hautausschläge (erythematöser Ausschlag) am Rumpf während der Erkrankung, bei anderen erst im späteren Verlauf nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Inzwischen gibt es in den USA beispielsweise eine Datenbank, in die Ärzte Hautbefunde im Zusammenhang mit Corona sammeln sollen.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Erkennen der Symptome einer Coronavirus-Infektion.

Entscheidungshilfe bei Verdacht auf Corona-Infektion (Infografik)

 

Corona: Blaue Flecken sind noch kein gesichertes Symptom

Die Ergebnisse der Fallberichte müssen zum momentanen Zeitpunkt jedoch mit Vorsicht interpretiert werden und lassen keine generellen Rückschlüsse zu. Dafür sind die Fallzahlen einfach noch zu gering. Außerdem treten Hautveränderungen bei vielen viralen Infektionen auf und müssen nicht typisch für Corona sein.

Von anderen Viruserkrankungen wissen Ärzte, dass Infektionen auch auf der Haut sichtbar werden können. Welche Hautveränderungen bei einer Virusinfektion auftreten, hängt vom Erreger ab:

  • juckende Bläschen
  • schmerzhafte Bläschen
  • Schuppungen
  • Rötungen
  • Schwellungen der Haut

Ursachen für blaue Flecken neben Corona

Wird ein Blutgefäß verletzt und es tritt Blut ins umliegende Gewebe aus, sprechen Ärzte von einem blauen Fleck, medizinisch als Hämatom bezeichnet. In den meisten Fällen entstehen blaue Flecken durch äußere Einwirkungen auf den Körper, also beispielsweise durch einen Sturz oder Schlag beim Sport oder indem man sich im Alltag an einem Gegenstand stößt.

Weitere Ursachen für blaue Flecken:

  • Operationen: Auch nach OPs bilden sich oft blaue Flecken, weil beim Eingriff zum Beispiel kleine Blutgefäße in der Haut verletzt wurden.
  • Gerinnungshemmer: Das Risiko für blaue Flecken können blutverdünnende Medikamente wie Acetylsalicylsäure erhöhen. Denn die Gerinnungshemmer schwächen die Blutgerinnung und der Körper braucht länger, um Wunden zu verschließen und Blutungen zu stoppen. Blutungen auch in Form eines blauen Flecks sind daher bekannte Nebenwirkung von Gerinnungshemmern.
  • Alter: Mit dem Alter werden die Wände der Blutgefäße und die Haut dünner. Das führt dazu, dass Gefäße im Alter schneller reißen können, gleichzeitig büßt die Haut zunehmend ihre Schutzfunktion ein. Deshalb bekommen ältere Menschen oft schneller blaue Flecken als Jüngere.
  • Hämophilie: Auch Menschen mit Hämophilie A (Bluterkrankheit) entwickeln leicht großflächige blaue Flecken, da durch die Erbkrankheit die Blutgerinnung gestört ist. 

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn bei Ihnen blaue Flecken ohne erkennbare Ursache auftreten, damit er eine ernsthafte Erkrankung ausschließen kann. Anderseits stoßen sich viele Menschen im Alltag, ohne es bewusst wahrzunehmen oder können sich nicht daran erinnern, dass sie sich am Tischbein gestoßen haben.

Blaue Flecken selbst behandeln

Einen kleineren und harmlosen blauen Fleck können Sie gut selbst behandeln. Am besten kühlen Sie die betroffene Hautstelle mit einem Eispack, das Sie zuvor in ein Küchentuch gewickelt haben. So beugen Sie kältebedingten Hautverletzungen vor. Auch eine Salbe mit dem Wirkstoff Heparin kann die Blutgerinnung fördern und die Heilung des blauen Flecks beschleunigen.

Aktualisiert: 17.11.2020 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin

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