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Die Haut - Unser größtes Sinnesorgan

Mit einer Fläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Sinnesorgan des menschlichen Körpers. Sie macht rund ein Sechstel des Körpergewichtes aus. Die Haut ist aber nicht nur ein äußerst umfangreiches Organ, sondern auch ein sehr zartes. Im Durchschnitt hat sie nur eine Dicke von wenigen Millimetern. Die hauchdünne Körperhülle ist in drei Schichten gegliedert: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.

Schutzschild Oberhaut

Die Oberhaut oder Epidermis ist etwa nur 0,1 Millimeter dick - an stark beanspruchten Körperteilen, beispielsweise den Fußsohlen können es als Hornhaut auch bis zu fünf Millimeter sein. Die Hautoberfläche ist mit einer dünnen Wasser-Fett-Schicht überzogen, die sie geschmeidig hält und vor Bakterien und Pilzen schützt. Die oberste Schicht der Oberhaut besteht aus abgestorbenen Zellen, dem Keratin. Diese verhornten und miteinander verklebten Zellen bilden einen sehr widerstandsfähigen Schutz gegen mechanische und chemische Reize. Darunter befinden sich verschiedene Lagen hornbildender Zellen, sogenannte Keratinozyten, die sich ständig teilen und Nachschub für den Schutzschild produzieren. Diese Zellen ruhen auf der Basalmembran, der Grenzschicht zur darunter liegenden Lederhaut. Über sie werden Nährstoffe aufgenommen und Stoffwechselschlacken entsorgt. Die Pigmentzellen beziehungsweise Melanozyten, die den braunen Farbstoff Melanin für den körpereigenen Sonnenschutz bilden, liegen in der untersten Zellschicht der Oberhaut. Darüber sind hier Abwehrzellen des Immunsystems, die sogenannten Langerhans-Zellen zu finden.

Robust, elastisch und empfindsam - die Lederhaut

Die Lederhaut, auch Dermis oder Korium genannt, besteht aus zwei Lagen: einer dünnen oberen Zone aus lockerem Bindegewebe und einer dickeren unteren Schicht mit horizontalen Bündeln kräftiger Bindegewebsfasern (kollagenen Fasern). In der Lederhaut liegen Blutgefäße sowie Nervenfasern mit speziellen Endorganen für die Wahrnehmung von Druck, Berührung, Schmerz, Temperatur und Jucken.

Die Unterhaut - der Fettspeicher

Die Unterhaut besteht vor allem aus Fettgewebe, das durch Bindegewebsstränge in einzelne Fettläppchen unterteilt wird. Durch den hohen Anteil an Fettzellen, die als Kälteschutz und Energiespeicher dienen, wird diese Hautschicht auch als Unterhautfettgewebe bezeichnet. Hier verlaufen die größeren Blutgefäße und dickeren Nervenfasern. Auch die Haarwurzeln, Talg- und Schweissdrüsen sind hier zu Hause.

Die Haut - ein echtes Multitalent

Geht es um die Funktionen, nimmt die Haut ebenfalls einen Spitzenplatz ein. So dient sie als

  • Schutzschild des Körpers gegen die Umwelt
  • Schutz vor Hitze und Kälte
  • Schutzhülle gegen Krankheitserreger und Strahlung
  • Speicher für Nährstoffe und Wasser
  • Ausscheidungsorgan für Abbauprodukte des Stoffwechsels
  • Aufnahmeorgan für Medikamente und Hormone
  • Sinnesorgan

Die Haut - Spiegel der Seele

Redensarten wie «Das geht einem unter die Haut», «Sie ist vor Scham errötet», oder «Ich könnte aus der Haut fahren» zeigen, wie sehr Haut und Seele miteinander verbunden sind. Die Röte aus Freude, Scham oder Wut entsteht dadurch, dass die Durchblutung der Gesichtshaut ausgelöst von bestimmten Hormonen für kurze Zeit in die Höhe getrieben wird. Blass vor Schreck wird man dagegen, weil sich der Blutfluss zum Herzen reflexartig verstärkt. Ob es der wohlige oder ein unangenehmer Schauer ist, der einem über den Rücken läuft oder sich vor Schreck die Haare aufstellen, immer wird es durch ein jähes Zusammenziehen der Haut verursacht. Neben diesen kurzfristigen Effekten kann das seelische Befinden auch länger anhaltende Beeinträchtigungen der Haut auslösen. Stress, Trauer und andere psychische Belastungen können dazu führen, dass sich plötzlich rote Flecken oder Hautunreinheiten bilden. Auch übersensible Reaktionen auf Umwelteinflüsse, das Nicht-mehr-Vertragen der gewohnten Creme oder des gewohnten Parfums können dadurch ausgelöst werden. Positive Stimmungen wirken sich umgekehrt auch positiv auf die Haut aus. Wer ausgeglichen und glücklich ist, scheint von innen heraus zu strahlen.

Aktualisiert: 12.06.2015

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