Kriebelmücke – kleines Insekt mit schmerzhaftem Biss

Der Biss einer Kriebelmücke kann starke Schmerzen und Schwellungen auslösen – schlimmstenfalls auch eine allergische Reaktion oder eine Blutvergiftung.

Kriebelmücke auf der Haut eines Menschen © istockphoto, Lightwriter1949

Kriebelmücken sehen aus wie winzige Fliegen, doch ihre Bisse sind äußerst schmerzhaft und können starke Schwellungen oder einen Bluterguss verursachen. Gefährlich sind die Bisse vor allem dann, wenn es zu einer allergischen Reaktion oder einer Infektion kommt. Wie man einen Kriebelmückenstich behandelt und was Sie zum Schutz vor den blutsaugenden Parasiten tun können, erfahren Sie hier.

Was sind Kriebelmücken?

Kriebelmücken (Simuliidae) sind zweiflügelige Insekten, die zur Gruppe der Mücken gehören. Es werden circa 2.000 Arten von Kriebelmücken unterschieden, etwa 50 davon sind in Deutschland zu finden. Von fünf dieser Unterarten ist bekannt, dass sie Menschen attackieren.

Genau wie bei der Stechmücke benötigen auch die Weibchen der Kriebelmücke Blut, um Eier legen zu können. Im Gegensatz zu vielen anderen stechenden Insekten sind Kriebelmücken allerdings sogenannte "Poolsauger": Sie haben keinen Stechrüssel, sondern sägeähnliche Beißwerkzeuge, mit denen sie die Haut ihres Wirts aufritzen. Sammelt sich dann Blut in der winzigen Wunde, saugen sie es aus.

Wie erkennt man einen Kriebelmückenbiss?

Kriebelmücken fliegen lautlos und sind üblicherweise auf der Haut nicht spürbar, sodass man sie meist nicht oder zu spät bemerkt. Der Biss verursacht jedoch typische Symptome:

  • Anfangs ist nur ein kleiner roter Punkt zu sehen, wo sich der Blutpool gebildet hat – mitunter fließt noch Blut nach.
  • Dann bildet sich um die Hautverletzung herum eine Quaddel und die Haut ist gerötet.
  • Zuerst schmerzt die Stelle, später fängt sie zu jucken an. Sowohl Juckreiz als auch Schmerz fallen meist heftiger aus als bei normalen Mückenstichen.
  • Manchmal entsteht ein Bluterguss.
  • An der Bissstelle können sich kleine Hautknoten, Ödeme oder eitrigen Blasen entwickeln. Die Rötungen und Schwellungen können bis zu zehn Zentimeter Durchmesser aufweisen.

Wie lange die Heilung eines solchen Bisses dauert, ist unterschiedlich: Im Bestfall erfolgt sie nach einigen Tagen, kann sich jedoch auch über eine Dauer von mehreren Wochen hinziehen.

Welche Folgen kann ein solcher Biss haben?

Bei dem Biss gibt die Kriebelmücke Speichel in die Wunde ab, der eine Mischung verschiedener Substanzen mit unterschiedlicher Wirkung enthält. Auch wenn die genauen Effekte noch nicht komplett erforscht1 sind, so sind bislang folgende Wirkungen dieser Stoffe bekannt:

  • örtlich begrenzte Hemmung der Blutgerinnung und Betäubung der Nerven, auf die der Körper mit der Ausschüttung von Histamin und anschließendem Juckreiz reagiert
  • negativer Effekt auf das Atemzentrum
  • schädliche Wirkung auf Herz und Gefäße

Auch besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf die giftigen Substanzen im Speichel der Mücke, die diese mit dem Biss in die Wunde abgibt. Bei wiederholten Kriebelmückenbissen können Kreislaufprobleme bis hin zu einem allergischen Schock die Folge sein.

In seltenen Fällen kann es zudem zu einer Infektion des Bisses infolge einer Verunreinigung der Wunde mit Keimen kommen. Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, kann schlimmstenfalls eine Blutvergiftung die Folge sein.

In afrikanischen Ländern sowie in Mittel- und Südamerika gilt die Kriebelmücke als Überträger der sogenannten Flussblindheit. In Deutschland werden nur sehr selten Krankheiten durch ihren Biss übertragen.

Welche Krankheitserreger durch Kriebelmücken übertragen werden können, ist noch nicht vollständig erforscht.2 So ist beispielsweise noch nicht geklärt, ob Kriebelmücken als Überträger der Borreliose3 infrage kommen.

Sind Kriebelmückenstiche gefährlich?

Kriebelmückenstiche – genaugenommen eigentlich Kriebelmückenbisse – sind im Vergleich zu einem normalen Mückenstich schmerzhafter und lösen üblicherweise eine heftigere körperliche Reaktion aus. Trotzdem sind sie im Normalfall nicht gefährlicher als der Stich einer Schnake.

Aufgrund der vergleichsweise größeren Wunde, die bei dem Insektenstich entsteht, ist die Infektionsgefahr jedoch höher. Außerdem reagieren relativ viele Menschen auf den Speichel der Mücke allergisch und es kann zu heftigen allergischen Reaktionen kommen.

Daher warnen einzelne Ärzte vor den Gefahren durch den Stich der Kriebelmücke – Gesundheitsbehörden sehen derzeit jedoch keinen Anlass zur Beunruhigung.

Kriebelmückenstich: Was tun?

Wird man von einer Kriebelmücke gebissen, ist es grundsätzlich empfehlenswert, die entsprechende Stelle unmittelbar zu desinfizieren und zu kühlen. Geeignet sind dazu zum Beispiel kaltes Wasser, Kühlgel oder ein Kühlpack – ist nichts zur Hand, langt für den ersten Moment auch ein bisschen von der eigenen Spucke.

Wichtig ist, nicht zu kratzen, damit sich das Gift nicht weiter im Körper verteilt und keine Erreger in die Wunde gelangen. Ein Pflaster hilft, den Biss vor Reizungen von außen zu schützen. Mit einer kühlenden Salbe kann man den Juckreiz lindern.

Die Schwellung lässt sich bei Bedarf mit Kortisonsalbe oder antiallergisch wirkenden Mitteln (Antihistaminikum) aus der Apotheke behandeln.

Hausmittel wie Zwiebeln oder Zitronen sind zur Behandlung eher ungeeignet: Mediziner sprechen ihnen keinen Nutzen zu – vermutlich schaden sie jedoch auch nicht.

Wann ist eine Behandlung beim Arzt nötig?

Wenn bei einem Kriebelmückenbiss nach einem Tag keine Besserung oder sogar eine Verschlimmerung zu beobachten ist, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt konsultieren. Ist ein Kind betroffen, oder wenn ein Erwachsener mehrere Stiche abbekommen hat, sollte man besser gleich zum Arzt gehen.

Auch wenn sich ein roter Strich auf der Haut bildet, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen: Dies kann auf eine Entzündung der Lymphbahnen hindeuten. Im Falle einer bakteriellen Infektion des Bisses ist eine Behandlung mit Antibiotikum erforderlich. Des Weiteren sollten Sie Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder eine Schwellung der Lymphknoten als Alarmsignal betrachten. Unbehandelt kann eine solche Lymphbahnentzündung zu einer gefährlichen Blutvergiftung führen.

Bei einer starken Schwellung oder der großflächigen Bildung von Quaddeln und Rötungen kann möglicherweise eine Allergie vorliegen und Sie sollten schnellstmöglich zu einem Arzt gehen. Schlimmstenfalls kann ein lebensbedrohlicher allergischer Schock die Folge sein.

Wie sehen Kriebelmücken aus?

Mit einer Größe von circa zwei bis sechs Millimeter sind Kriebelmücken kleiner als Stechmücken.

Ihre Farbe ist meist dunkel, variiert aber von schwarz über grau bis rötlich-gelb. Die Insekten ähneln einer Fliege mit einem kleinen Kopf, wirken von der Seite betrachtet aber gedrungen und buckelig. Dass sie wie kleine schwarze Fliegen aussehen, spiegelt sich in ihrem englischen Namen wider: Black Fly.

Oft werden sie mit Gnitzen verwechselt, welche ebenfalls zu den Poolsaugern gehören und eine Plage für Menschen und Tiere darstellen können.

Wen beißen Kriebelmücken?

Normalerweise gehören Wildtiere zu den typischen Opfern der Kriebelmücke. Auch Weidetiere wie Kühe oder Pferde sowie kleinere Tiere, zum Beispiel Hunde oder Vögel, werden von den Parasiten angegriffen. Nicht zuletzt sind auch Menschen als Wirt der Kriebelmücken beliebt, vor allem, wenn es an anderen Wirten mangelt.

Die Insekten können einzeln oder im Schwarm jagen. Körper- und Schweißgeruch lotsen ihnen den Weg zu ihren Wirten, das letzte Stück fliegen sie auf Sicht. Kriebelmücken bevorzugen dünne Hautpartien und beißen gerne am Kopf und Haaransatz sowie an Armen und Beinen. Sie können zwar nicht durch Kleidung hindurch beißen, kriechen jedoch gerne an Kragen-, Ärmel- und Hosenöffnungen unter die Kleidung.

Wo gibt es Kriebelmücken?

Die Mücken kommen in vielen Teilen Deutschlands vor, insbesondere im Süden, im Flachland und entlang der Flüsse. Je nach Unterart sind Kriebelmücken überall auf der Welt heimisch.

Zu finden sind Kriebelmücken oft rund um Viehweiden. Ein erhöhtes Vorkommen lässt sich auch in der Nähe von fließenden Gewässern feststellen, denn in diesen legen die Mücken ihre Eier ab. Die Kriebelmückenlarven schlüpfen bevorzugt bei warmem Wetter, sodass ein heißer Sommer schnell eine regelrechte Plage dieser Mücken zur Folge haben kann. An Teichen, Seen oder Pfützen ist nicht verstärkt mit Kriebelmücken zu rechnen, da diese ausschließlich in fließenden Gewässern brüten.

Anders als Stechmücken fliegen sie jedoch nicht in unsere Wohnräume, sondern greifen ausschließlich im Freien an, etwa im Garten oder beim Spaziergang. Auf der Suche nach Beute können Sie viele Kilometer weit fliegen.

Wann fliegen Kriebelmücken?

Abhängig von den Witterungsbedingungen sind die Insekten von Frühling bis Herbst aktiv, in der Regel von Mai bis September. Sie lieben feucht-warmes Wetter. Auf der Suche nach Blut greifen die Weibchen am liebsten tagsüber an, meist vormittags oder am späten Nachmittag. Bei Wind und niedrigeren Temperaturen sind Kriebelmücken üblicherweise kaum aktiv.

Was hilft gegen Kriebelmücken?

Zum Schutz vor Kriebelmücken empfehlen sich ähnliche Maßnahmen wie bei der Abwehr von Stechmücken. Beachten Sie folgende Tipps:

  1. Ratsam sind helle, lange Kleidung mit eng abschließendem Bündchen, geschlossene Schuhe und eine Kopfbedeckung, die idealerweise auch den Haaransatz schützt.
  2. Verwenden Sie insektenabweisende Mittel (idealerweise mit DEET oder Icaridin).
  3. Tragen Sie bei Bedarf immer zuerst den Sonnenschutz und dann den Mückenschutz auf und erneuern Sie den Mückenschutz nach der auf der Packung angegebenen Dauer.
  4. Offene Kinderwägen sollte man mit einem Insektennetz abdecken.
  5. Auch ist es ratsam, die Nähe von Bächen und Flüssen sowie von Wiesen, auf denen Tiere weiden, zu meiden – vor allem vormittags und spätnachmittags.

Das Umweltministerium in Brandenburg hat ein Informationsblatt4 für die immer wieder betroffene Oder-Region herausgegeben, in der sich neben weiteren Tipps zur Insektenabwehr auch Bilder von Kriebelmücken finden.

Ob Hausmittel wie ätherische Öle oder Kokosöl geeignet sind, Kriebelmücken abzuwehren oder gar zu töten, ist umstritten. Der Geruch von Katzenminze, Lavendel, Zitronengras und Rosmarin gilt als zwar als mückenabwehrend – wer ein wirklich wirksames Mittel gegen Kriebelmücken sucht, ist jedoch mit den chemischen Produkten besser beraten. Fallen zur Bekämpfung der Insekten oder der Kriebelmückenlarven gibt es leider nicht.

Die gute Nachricht: In Ihrem Zuhause sind Sie vor Kriebelmücken üblicherweise sicher, da diese nur im Freien attackieren.

Quellen und Studien

  1. AG Simulium (Institut für Parasitologie) / Justus-Liebig-Universität Gießen.
  2. Werner, D. & Grunewald, J. (2014): Kriebelmücken (Diptera: Simuliidae) als Überträger von Krankheitserregern unter Berücksichtigung sich verändernder Umweltbedingungen in Europa.
  3. Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (2016): Borreliose: Übertragung durch Mückenstich?
  4. Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz / Landesumweltamt Brandenburg (2008): Kriebelmücken an der Oder. Lebensweise und Bekämpfung.

Aktualisiert: 16.08.2018 – Autor: Silke Hamann

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