Sonnenschutz: Tipps zu Sonnencreme & Co.

Frau mit Sonnencreme © Getty Images/PeopleImages

Ein sorgfältiger Sonnenschutz ist wichtig, um Hautkrebs und einer vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen. Welchen Lichtschutzfaktor Sie benötigen, ist unter anderem von Ihrem Hauttyp, der Eigenschutzzeit der Haut sowie der Länge des Sonnenbades und der Intensität der Sonne abhängig. Von mineralischer Sonnencreme bis Spray – erfahren Sie, welche Arten von Sonnencreme es gibt, wie der Sonnenschutz mit dem Hauttyp zusammenhängt und was sie sonst noch tun können, um einem Sonnenbrand vorzubeugen.

Sonnencreme und weitere Produkte

Die Auswahl an verschiedenen Sonnenschutzprodukten ist heutzutage riesig: Sonnencreme, Sonnenmilch oder doch lieber ein Gel oder ein Spray? Hierbei den Überblick zu behalten, ist nicht immer einfach. Generell ist es Ihnen überlassen, welche Form der "Sonnencreme" Sie verwenden möchten. Jedes Produkt hat nämlich seine eigenen Vor- und Nachteile:

  • Sonnenschutzgel: Enthält wenig Fett und ist deswegen gut für Personen mit Akne sowie für Sportler geeignet.
  • Sonnenmilch: Pflegt die Haut besonders gut, insbesondere wenn das Antioxidans Vitamin E enthalten ist.
  • Sonnenschutzspray: Lässt sich gut auf der Haut verteilen, allerdings kann es beim Sprühen zu Creme-Verlusten kommen. Deshalb sollte man bei Spray etwa zwei- bis dreimal nachsprühen, um einen ausreichenden Schutz zu erhalten.
  • Sonnencreme: Bietet aufgrund ihres hohen Fettgehaltes, durch den die Wirksubstanzen besser gebunden werden können, einen besonders effektiven Schutz.

Egal für welches Produkt Sie sich entscheiden, achten Sie beim Kauf darauf, dass die Creme vor UV-A- und vor UV-B-Strahlen schützt. Dies ist in Deutschland zwar die Regel, ein Blick auf die Verpackung kann aber trotzdem nicht schaden. Generell sollte der UV-A-Schutzfaktor mindestens ein Drittel des UV-B-Schutzfaktors betragen.

Chemisch-organische und mineralische Sonnencreme

Bei Sonnencreme wird zwischen Produkten mit chemisch-organischen Filtern und mineralischen Filtern unterschieden. Erstere enthalten chemische Verbindungen, die UV-Strahlung absorbieren können. Diese wird in Wärme oder Licht umgewandelt. Der Einsatz von chemisch-organischen Filtern ist seit längerem umstritten, da diese im Verdacht stehen, eine krebserregende Wirkung zu haben. Zudem zeigten die Filter in Tierversuchen eine hormonelle Wirkung.

Vor allem bei Kindern und Babys empfiehlt sich deshalb ein Sonnenschutz auf mineralischer Basis. Mineralische Sonnencreme enthält Titan- oder Zinkoxid, welches die UV-Strahlung reflektiert. Einige Produkte ziehen jedoch schlechter ein als Sonnenschutzmittel auf chemisch-organischer Basis und können so etwas länger einen Weißeffekt auf der Haut erzeugen.

Richtig cremen ist wichtig

Damit die Sonnencreme ihren vollen Schutz entfalten kann, sollten Sie unbedingt genügend Creme verwenden. Um den ganzen Körper zu schützen, sind bei einer Größe von 1,80 Metern rund 30 Milliliter Sonnencreme nötig – das entspricht etwa drei Esslöffeln. Pro Körperregion, also beispielsweise pro Arm oder für das Gesicht gilt: Ein halber Teelöffel Sonnencreme sollte es sein.

Verteilen Sie die Creme gleichmäßig auf der Haut, ansonsten wird die schützende Wirkung verringert. Wichtig ist zudem, die Sonnencreme nicht zu intensiv einzumassieren – ein leichter Film sollte zunächst erhalten bleiben.

Kleine Hilfestellung: Teilen Sie den Körper in die folgenden 13 Partien ein und verwenden Sie pro Partie zwei Fingerlängen Sonnencreme:

  1. Gesicht und Nacken
  2. Dekolleté
  3. rechter Arm
  4. linker Arm
  5. oberer Rücken
  6. unterer Rücken
  7. Bauch
  8. rechter Oberschenkel
  9. linker Oberschenkel
  10. rechter Unterschenkel
  11. linker Unterschenkel
  12. rechter Fuß
  13. linker Fuß

Achten Sie darauf, sogenannte Sonnenterassen wie Ohren, Nase oder die Fußoberseite besonders sorgfältig einzucremen.

Eigenschutzzeit der Haut

Welchen Lichtschutzfaktor Sie verwenden müssen, ist maßgeblich von der Eigenschutzzeit der Haut abhängig. Diese beträgt je nach Hauttyp zwischen 10 und 30 Minuten. Während dieser Zeit ist die Haut auch ohne Sonnenschutzmittel vor der UV-Strahlung geschützt.

Wie hoch der Eigenschutz der Haut ist, hängt von der Dicke der Hornhautschicht (Lichtschwiele) und dem Bräunungsgrad der Haut (Anteil am Hautfarbstoff Melanin) ab. Melanin und Hornhaut schützen die Zellen so in einem gewissen Maß vor Schädigung. Durch UV-Licht kann der Eigenschutz der Haut etwas gesteigert werden: Mit der Zeit nehmen nämlich die Dicke der Hornhautschicht und die Pigmentierung zu.

Sonnencreme verlängert die Eigenschutzzeit

Durch die Verwendung eines Sonnenschutzmittels kann die Eigenschutzzeit der Haut verlängert werden. Je höher der Lichtschutzfaktor ist, desto länger hält die Schutzwirkung an. Wie lange Sie sich maximal in der Sonne aufhalten können, finden Sie heraus, indem Sie die Eigenschutzzeit Ihrer Haut mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor multiplizieren. Sicherheitshalber sollten Sie aber nur zwei Drittel der errechneten Zeit in der Sonne verbringen.

Verlängert Nachcremen den Eigenschutz?

Die Eigenschutzzeit der Haut lässt sich durch Sonnencreme nur einmalig verlängern. Ist die maximale Zeit erreicht, sollten Sie auf weitere Sonnenbäder am gleichen Tag verzichten. Durch Nachcremen kann weder der Lichtschutzfaktor noch die Eigenschutzzeit der Haut erhöht werden.

Sinnvoll ist das Nachcremen aber trotzdem, denn durch Wasser und Schweiß geht mit der Zeit ein Teil der Sonnencreme und damit auch der Schutzwirkung verloren.

Sonnenschutz für das Gesicht

Das Gesicht kann nicht durch Kleidung geschützt werden und ist deshalb stark der Sonne ausgesetzt. Deshalb muss hier besonders auf den richtigen Schutz geachtet werden. Je nach Hauttyp sollte man einen entsprechenden Sonnenschutz für das Gesicht auswählen.

Bei öliger Gesichtshaut sollte auf wenig fettende Sonnencreme, bei trockener Haut auf reichhaltigen Sonnenschutz zurückgegriffen werden. Neigen Sie im Gesicht zu empfindlicher Haut und Ausschlag, sollten Sie auf mögliche Allergieauslöser, wie Duft- oder Konservierungsstoffe, verzichten. Einige Gesichtscremes enthalten zusätzlich einen UV-Schutz. Bei leichter Sonneneinstrahlung kann auch auf diese Pflege zurückgegriffen werden.

Sonnenschutz für die Haare

Nicht nur unsere Haut, sondern auch unsere Haare leiden unter zu viel UV-Strahlung. Gerade in Verbindung mit Salzwasser oder Chlor kommt es häufig vor, dass die Haare struppig und brüchig werden. Um dies zu verhindern, sind spezielle UV-Produkte für die Haare empfehlenswert. Beispielswiese gibt es Sprays, die einen speziellen UV-Filter enthalten. Oftmals stecken in ihnen zusätzlich noch pflegende Wirkstoffe, die das Haar wieder geschmeidig machen.

Empfindliche Haut vor der Sonne schützen

Wenn Sie eine empfindliche Haut haben oder zu Allergien neigen, sollten Sie Ihre Sonnencreme sorgfältig auswählen. Greifen Sie am besten zu Produkten ohne Duftstoffe und ohne Konservierungsstoffe. Auch sogenanntes Polyethlyenglycolen (PEG), Paraffine und Silikone können die Entstehung von allergischen Reaktionen begünstigen.

Testen Sie die Sonnencreme a zunächst vorsichtig an einer kleinen Hautpartie. Warten Sie danach mindestens 24 Stunden ab, ob Ihre Haut eine allergische Reaktion zeigt. Wenn Sie unsicher sind, welches Mittel für Sie geeignet ist, lassen Sie sich am besten in einer Apotheke beraten.

5 Tipps für idealen Sonnenschutz

Die Verwendung von Sonnencreme ist nicht die einzige Methode, um sich vor der Sonne zu schützen. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, mit denen Sie Haut und Haare vor einer Schädigung durch die gefährliche UV-Strahlung bewahren können. Wir haben die besten Tipps für den richtigen Sonnenschutz für Sie zusammengestellt. Mit diesen lässt sich einem Sonnenbrand sowie einer frühzeitigen Hautalterung wirksam vorbeugen.

1. Sonnencreme richtig benutzen

Greifen Sie zu einem Produkt mit einem ausreichend hohen Sonnenschutzfaktor: Wie hoch der Faktor sein sollte, ist vom Hauttyp, der Intensität der Sonne und der Dauer des Aufenthaltes abhängig. Nehmen Sie auf jeden Fall genügend Creme und verteilen Sie diese gleichmäßig auf dem Körper. Cremen Sie außerdem in regelmäßigen Abständen nach. Die Creme sollte nicht zu stark einmassiert werden.

2. Kleidung schützt vor der Sonne

Tragen Sie am besten dunkle Textilien, da diese die UV-Strahlung besser filtern als helle Kleidung. Mittlerweile gibt es zudem spezielle UV-Textilien, die den Körper besonders wirkungsvoll schützen sollen.

3. Auf Sonnenhut und Sonnenbrille nicht verzichten

Bei stärkerer Sonneneinstrahlung sollten Sie unbedingt auf eine Kopfbedeckung wie einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch zurückgreifen. Am besten geeignet ist ein Hut, der auch den Nacken und die Ohren schützt. Dadurch können Sie nicht nur einem Sonnenbrand, sondern auch einem Sonnenstich vorbeugen.

Die Augen sollten Sie mit einer Sonnenbrille mit einem speziellen UV-Filter schützen, um Schäden zu vermeiden. Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis "UV 400" sowie das CE-Zeichen, welches die Einhaltung der europäischen Sicherheitsnormen ausweist.

4. Im Schatten aufhalten

Meiden Sie vor allem während der Mittagszeit die pralle Sonne. Halten Sie sich stattdessen lieber im Schatten auf, hier ist die UV-Strahlung deutlich geringer. Auf ausreichend Sonnenschutz sollten Sie aber auch hier nicht verzichten.

5. Sonnenschutzmittel regelmäßig austauschen

Im Laufe der Zeit können sich die Lichtschutzfilter in der Creme zersetzen und das Fett kann ranzig werden. Zudem zeigen neuere Studienergebnisse aus Frankreich, dass sich der in einigen Sonnencremes enthaltene Sonnenschutzfilter Octocrylen im Laufe der Zeit in das Molekül Benzophenon umwandelt. Diese kann Allergien auslösen und gilt als krebserregend. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie Sonnenschutzprodukte deswegen nicht länger als ein Jahr lang verwenden.

Gänzlich abgeblockt werden kann die Sonne übrigens durch keine Sonnencreme der Welt – auch nicht durch einen Sunblocker. Da der Begriff missverständlich ist, wird er heute in der Regel nicht mehr verwendet. Sunblocker sind nämlich nichts anderes als Sonnencremes mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor (40+).

Sonnenschutz: Tipps je nach Hauttyp

Ob und wie schnell man einen Sonnenbrand bekommt, ist unter anderem auch vom Hauttyp abhängig. Menschen mit einer sehr hellen Haut bekommen schneller einen Sonnenbrand als dunkle Typen. Im Allgemeinen werden vier europäische Hauttypen unterschieden. Wir geben Ihnen Tipps, was Sie entsprechend Ihrem Hauttyp beim Sonnenbaden beachten sollten.

Typ 1: Keltischer Typ

Für den keltischen Typ gelten folgende Vorgaben:

  • Eigenschutzzeit weniger als zehn Minuten
  • Mittagssonne auf jeden Fall meiden
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen
  • Arme und Oberkörper durch Kleidung schützen
  • Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders sorgfältig schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor: 25-35

Typ 2: Nordischer Typ

Der nordische Typ sollte diese Punkte beachten:

  • Eigenschutzzeit zwischen zehn und 20 Minuten
  • Mittagssonne auf jeden Fall meiden
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen
  • Arme und Oberkörper durch Kleidung schützen
  • Nase, Ohren, Lippen und Nacken besonders sorgfältig schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor: 20-25

Typ 3: Mischtyp

Als Mischtyp ist man weder besonders empfindlich noch besonders unempfindlich. Hier gilt:

  • Eigenschutzzeit zwischen 20 und 30 Minuten
  • Mittagssonne eher meiden
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen
  • Lippen und Nacken besonders sorgfältig schützen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor: 15-20

Typ 4: Mediterraner Typ

Der mediterrane Typ kann sich am längsten der Sonne aussetzen: Für ihn gilt:

  • Eigenschutzzeit 30 Minuten oder länger
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen
  • Besonders sorgfältiger Schutz von Nase, Ohren, Lippen und Nacken am Meer und in den Bergen
  • Empfohlener Lichtschutzfaktor: 15

Eine genaue Bestimmung des Hauttyps kann auch innerhalb einer dermatologischen Beratung erfolgen.

Hautalterung und Hautkrebs vorbeugen

Ein sorgfältiger Sonnenschutz ist wichtig, um einer vorzeitigen Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. Durch die UV-Strahlung der Sonne können zum einen Veränderungen am Bindegewebe hervorgerufen werden. Dadurch kann es mit der Zeit zu einer verstärkten Faltenbildung kommen.

Zum anderen kann durch die UV-Strahlung auch die DNA der Hautzellen verändert werden. Solche Schäden am Erbgut können teilweise durch körpereigene Reparaturmechanismen wieder behoben werden.

Diese Mechanismen sind jedoch nicht immer erfolgreich. Vor allem bei sehr großen oder wiederholten Schädigungen kann es deswegen zu bleibenden Veränderungen am Erbgut der Hautzellen kommen. Aus solchen mutierten Zellen kann sich mit der Zeit dann unter Umständen Hautkrebs entwickeln.

Leberflecken durch Sonne vorbeugen

Leberflecke entstehen, wenn sich in der Haut besonders viele Melanozyten ansammeln. Dabei handelt es sich um Zellen, die Pigmente, in diesem Fall den Hautfarbstoff Melanin, bilden. Leberflecke haben deshalb eine schwarze, bräunliche oder rötliche Farbe.

Die meisten Leberflecken bilden sich bereits in der Kindheit. Ihre Entstehung kann genetisch bedingt sein, wird aber auch durch die UV-Strahlung in Sonnenlicht gefördert. Kinder, die besonders häufig der Sonne ausgesetzt sind, haben also tendenziell ein höheres Risiko, Leberflecke zu bekommen.

Sonnenschutzmittel verhindern zwar einen Sonnenbrand, aber nicht die Bildung von Leberflecken. Möchte man deren Entstehung vermeiden, hilft also nur, die intensive Mittagssonne (zwischen 11 und 15 Uhr) zu meiden und die Haut durch dicht gewebte und dunkle Kleidung vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Aktualisiert: 26.07.2021 - Autoren: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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